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Michael Dippold neuer Jugendtrainer des EVP

Alter Bekannter kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück: "Ein wirklich seltsames Gefühl" - 07.11.2020 22:08 Uhr

Michael Dippold

06.11.2020 © Foto: privat


Herr Dippold, wie ging es Ihnen nach diesem Auftakt?

Das war schon wirklich ein seltsames Gefühl. Ich stehe jetzt seit 43 Jahren auf dem Eis, die letzten 15 Jahre als Trainer und hatte ernsthaft vor, eine Pause zum Durchschnaufen einzulegen. Dann kam Pegnitz, ich sagte zu und dann so etwas. Endlich ging es los – und ich konnte jede meiner drei Mannschaften genau einmal trainieren, ehe wieder Schluss war. Dabei hatte ich mir schon so viele Gedanken gemacht, wie ich mich in den Verein einbringen könnte.

 

Einst bildeten Stefan Ponitz (rechts) und Michael Dippold (links) das Trainergespann beim EV Pegnitz, bis „Poldi“ Dippold nach Meinungsverschiedenheiten entlassen worden ist. Später musste Ponitz in Amberg für den zurückgetretenen Dippold einspringen.

17.08.2011 © Reinl


Wie waren denn diese ersten, kurzen Eindrücke?

Mir war vorher klar, dass Pegnitz nicht Mannheim ist. Aber das Konzept der neuen Führung hat mich überzeugt. Ich habe noch nie einen Trainerposten angenommen, bei dem ich kein Potential gesehen habe. Das ist hier zweifelsohne vorhanden. Beim EVP waren die Jugendtrainer schon immer mit viel Herz dabei, aber über viele Jahre stand immer die erste Mannschaft im Vordergrund. Das soll sich jetzt ja ändern – und dazu möchte ich beitragen. Ich habe ja zu Pegnitz sowohl als Spieler als auch als Speedhockey-Abteilungsleiter und auch als Trainer bei Herren und Knaben immer wieder Berührungspunkte gehabt.

 

Damals hat der EVP sogar Regionalliga gespielt.

Das waren aber andere Zeiten, das Niveau ist inzwischen viel höher geworden. Das liegt daran, dass viele gute deutsche Spieler von billigeren Ausländern aus den Profiteams verdrängt wurden.

 

Aber das bremst doch den Nachwuchs aus . . .

Das tut ihm nicht gut, vor allem die zentralen Positionen werden fast immer noch mit Routiniers besetzt. Aber man muss den Deutschen Eishockeybund auch loben, was er zuletzt auf die Beine gestellt hat. Der deutsche Nachwuchs muss sich international nicht mehr verstecken. Noch immer gibt es aber Vereine, die lieber in Altstars investieren als in die Jugendarbeit.

 

Wäre Letzteres nicht viel sinnvoller?

Natürlich. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Durch das Olympia-Silber 2018 und die grandiosen Erfolge von Leon Draisaitl ist Eishockey in aller Munde. Das müssen alle Vereine nutzen – auch die kleinen wie der EV Pegnitz.

INTERVIEW: HOLGER PETER

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