Michelfeld: Laufen gegen die Corona-Müdigkeit

14.2.2021, 19:40 Uhr
Einen gemeinsamen Start wie bei diesem Lauf im August 2013 auf dem Gelände des SC Glückauf Auerbach wird es bei der Lauf-Challenge des ASV Michelfeld wegen der Corona-Krise nicht geben.

Einen gemeinsamen Start wie bei diesem Lauf im August 2013 auf dem Gelände des SC Glückauf Auerbach wird es bei der Lauf-Challenge des ASV Michelfeld wegen der Corona-Krise nicht geben. © Foto: Brigitte Grüner

Joggen oder Laufen mit einer App – das machen viele Freizeitsportler ohnehin. Sie wollen sehen, wie weit und wie schnell sie gelaufen sind. Auf eine App setzen auch die Organisatoren der Lauf-Challenge. Die Initiative kam von Josef Stiefler-Ebert aus Nasnitz, der selbst ein begeisterter Läufer ist. Er suchte im Vorfeld die Strecken aus. Für die technische Umsetzung und das Einpflegen in die Outdoor-App waren Thomas Gsell und Thomas Kohl verantwortlich. Die Gesamtkoordination hat Vorsitzender Dieter Hofmann übernommen.

Die teils durch die Pandemie, teils durch die Jahreszeit bedingte Müdigkeit und Bewegungslosigkeit waren für Stiefler-Ebert der Hintergrund seiner Idee. Eine Laufveranstaltung mit einem festen Termin kam allerdings wegen Corona nicht in Frage. Aktuell kann man nur alleine oder maximal in Kleingruppen draußen unterwegs sein. "Unsere Lauf-Challenge ist darauf die Antwort", sagt Hofmann.

Unter dem Motto "gemeinsam gesund und fit bleiben" wurden verschiedene Laufstrecken ausgeschrieben und in der App hinterlegt. In einer Liste werden Distanzen und Zeiten dokumentiert. Eine Pflicht ist das für die Teilnehmer nicht: "Wer Lust hat, kann diese angeben."

Halbmarathon als Maximum

Die längste Laufstrecke ist ein Halbmarathon über 21,1 Kilometer. Die weniger gut trainierten Läufer können 15,0 oder 10,6 Kilometer laufen. Eine besondere Herausforderung ist der Fitnesslauf, der zwar nur sechs Kilometer lang ist, aber das Absolvieren verschiedener Trimm-Dich-Übungen im Verlauf der Strecke erfordert. Diese Übungen – heute meist "Workouts" genannt – werden auf der Strecke an verschiedenen Punkten auf Tafeln erläutert.

Auch die Walker kommen auf ihre Kosten. Sie können auswählen zwischen den Distanzen 5,1, 8,4 und 11,2 Kilometern. Startpunkt der Läufe ist das Sportheim des ASV Michelfeld in der Langgräfe. Hier sind die Strecken auch noch einmal klar einsehbar. Auch ein freier Lauf ist möglich. Dieser kann von überall aus gestartet werden. Eine Bewertung nach Geschlecht oder Alter gibt es bei der Challenge des ASV Michelfeld nicht. Es geht weniger um Wettkampf, sondern um die Motivation, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen. Es handle sich vor allem um eine persönliche Herausforderung für jeden Teilnehmer, sagt Thomas Gsell.

Da keine Podiumsplätze ausgelobt werden, wird der Verein auch keine Kontrollen durchführen oder Streckenposten aufstellen. "Wir vertrauen hier den Teilnehmern, dass sie die Strecken auch wirklich gelaufen sind", sind sich die Organisatoren einig. Sie haben eine Art "Erfassungs-App" für jeden Lauf entwickelt, auf der die vorgeschlagenen Strecken über einen Link digital hinterlegt sind. Die Links zu den Running- und Walking-Touren finden interessierte Läufer auf der Internetseite des Vereins.

Asphalt oder Kies?

Die hinterlegten Daten sind schon vor dem Start sehr aufschlussreich. Angegeben sind nicht nur die Länge der Strecke und die voraussichtliche Dauer, sondern auch ein Touren- und Höhenprofil und Angaben über die Strecke. Führt sie über Wege oder Nebenstraßen? Ebenso wird über die Wegbeschaffenheit informiert. Es ist genau angegeben, wie lange man auf Asphalt, Kies oder einem naturbelassenen Weg unterwegs ist. Auch eine Karte der Umgebung von Michelfeld ist zu sehen, die gewählte Strecke ist entsprechend eingezeichnet. Ob sich die Teilnehmer als Walker und Runner einordnen, wird beim Start der App abgefragt. "Alle sind Gewinner, die mitmachen und ihre persönlichen Ziele versuchen zu erreichen", betont Thomas Gsell.

Hilfe für den Pfarrsaal

Nebenbei sind alle Läufer für einen guten Zweck unterwegs. Der ASV sammelt bewusst keine Startgebühr ein, da möglichst viele Menschen motiviert werden sollen, sich zu bewegen. Vielmehr bekommen alle Walker und Läufer von Josef Stiefler-Ebert gesponserte Sachpreise. Zusätzlich wird Geld für das Pfarrzentrum St. Otto, in dem aktuell der Pfarrsaal saniert wird, "erlaufen". Für jeden Kilometer spendet die HD Bau GmbH von Vorsitzendem Dieter Hofmann 20 Cent für die Sanierung. Die Lauf-Challenge läuft vom 15. Februar bis zum 25. April.

Eines steht fest: Der Lauf findet auf jeden Fall statt. Offen gelassen haben die ASV-Verantwortlichen hingegen die Sportplatz-Kirwa und die Kulturveranstaltung im Herbst. "Da können wir kurzfristig reagieren, sollten Veranstaltungen möglich werden", sagt der Vorsitzende.

 

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