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Milchbauern aus Auerbach machen ihrem Ärger Luft

Landwirte demonstrieren mit Konvoi aus Schlepperfahrzeugen gegen den momentanen Preisverfall - 30.08.2015 16:36 Uhr

Bei Altzirkendorf starteten neun Schlepperfahrzeuge zur Teilnahme an der Protest-Staffelfahrt. Sie wehren sich gegen den massiven Preisverfall bei der Milchproduktion. © Foto: Sabine Rühl


„Für die große Fahrt am Dienstag haben schon sieben Landwirte zugesagt“, sagt Manfred Albersdörfer aus Welluck, der am Samstag auch nach Weiden zur einer Großveranstaltung gefahren war. Zusammen mit acht Kollegen aus dem Stadtgebiet Auerbach. Mit von der Partie waren auch acht Milchbauern aus dem Raum Kirchenthumbach.

Start war an der B 470, an der Abzweigung nach Altzirkendorf. Aus dem benachbarten Franken waren laut Albersdörfers Angaben keine Traktoren dabei. „Die Kollegen sind mit Bussen nach Weiden gefahren.“

Der komplette Traktorentross durfte nicht auf den Weidener Marktplatz fahren, das war nur fünf Zugmaschinen vorbehalten. Sie bildeten den Hintergrund für die Redner auf der Tribüne, die sich massiv gegen die aktuelle Entwicklung, den sinkenden Milchpreis, wandten. „Es wurden aber nicht nur Reden geschwungen“, so der Mann aus Welluck. „Wir haben auch versucht, den Verbrauchern zu erklären, was es mit der fairen Milch auf sich hat und warum der Preis für uns lebenswichtig ist.“

Ein Teil der Traktoren ist Samstag weiter in Richtung Cham gefahren, am Montag geht es dann weiter nach Landshut. Alle Milchbauern werden sich dann gemeinsam am Dienstag um 11 Uhr in der Münchener Innenstadt treffen. „Die Arbeit auf dem Hof in Welluck darf dabei natürlich nicht liegen bleiben“, so Albersdörfer, „da ist halt die Familie mehr gefragt.“

Dekoriert waren die Schlepper auf dem Weg nach Weiden mit Aufschriften wie „Schmidt und Merkel lassen Bauern gegen die Wand fahren, obwohl es Wege gibt“.

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM), der die Sternfahrt organisiert, steht als Interessenvertretung der deutschen Milchviehhalter für eine gesellschaftsverträgliche, nachhaltige und vielfältige Milchwirtschaft zum Nutzen aller.

Er betont die Notwendigkeit, dass sich die Milchviehbetriebe wirtschaftlich nachhaltig entwickeln können. Um das zu erreichen, sollten mit dem Milchpreis die Vollkosten der Produktion gedeckt und die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Milchsektors gestärkt werden. Nur ein Wirtschaften, das weitgehend unabhängig von den Steuergeldern der öffentlichen Haushalte ist, wäre langfristig zukunftsfähig.

Die Milchbauern, so etwa Alfred Gmelch aus Ortlesbrunn vor der Abfahrt des Konvois, fordern einen Preis von 50 Cent pro Liter. Derzeit liegt der Preis für einen Liter in der Region bei 20 bis 30 Cent. Die Gestehungskosten betragen aber derzeit 45 bis 50 Cent.

Bei diesem Preis lasse sich nichts erlösen. Bei den Milchbauern bestehe aber keine einhellige Meinung zur zukunftsfähigen Ausrichtung des Milchmarktes. Manche richten die Produktion eher auf Wachstum und nicht an der Nachfrage orientiert aus.

So entstehe ein übersättigter Markt samt Preisverfall. Einen Käufermarkt verzeichne momentan die Biomilch bei 48 Cent pro Liter. Die Milchbauern sprachen sich kurz vor der Abfahrt des Konvois dafür aus, dass die Politik Rahmenbedingungen schaffen sollte, die es ermöglichen, entsprechend der Nachfrage zu reagieren. 

SABINE RÜHL/KLAUS ALTMANN-DANGELAT

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