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Millionen-Sanierung: Wunderland in Plech öffnet 2017 wieder

80 Prozent der Fläche sollen neu gestaltet werden - 29.02.2016 18:03 Uhr

Die Geisterstadt im ehemaligen Freizeitpark in Plech sah in den 80er Jahren noch gut aus. Diese Zeiten aber sind vorbei. © privat


"Ich gehe davon aus, dass ich kaufen kann, wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert.“ Immobilienmaklerin Birgit Hübner will den Freizeitpark in Plech für einen zweistelligen Millionenbetrag sanieren und erweitern. Allerdings kann sie ihr Ziel, im Sommer dieses Jahres zu eröffnen, nicht einhalten. "Dass wir im August aufmachen wie geplant, wird vorne und hinten nicht funktionieren", sagt Birgit Hübner. "Realistisch ist: Nicht vor Sommer 2017." Sie sei schon zufrieden, wenn in diesem Sommer die ersten Baufahrzeuge rollen. "Aber es sieht gut aus."

Birgit Hübner will rund 80 Prozent des 120.000 Quadratmeter großen Parks neu aufbauen. Kanäle, Strom- und Wasserleitungen - "das muss alles neu gemacht werden". Außerdem verspricht sie neue Attraktionen. Einen zweistelligen Millionenbetrag will sie nach eigenen Angaben investieren.

Der Tyrannosaurus Rex steht einsam zwischen Bäumen im ehemaligen Freizeitpark "Fränkisches Wunderland" in Plech. © Tobias Gräfe


Dass die Arbeiten in dem Park noch nicht einmal begonnen haben, obwohl sie ursprünglich im Sommer dieses Jahres eröffnen wollte, liege an der Bürokratie. Das bestätigt Plechs Bürgermeister Karlheinz Escher: "Das ist ein erheblicher Aufwand, erst recht wenn es um so viel Geld geht."

Zwei Punkte müssen laut Hübner noch geklärt werden. Unter anderem gehe es um Förderprogramme. Bis zur Unterschrift werde es noch ein paar Monate dauern. "Es kann immer noch kippen, aber ich arbeite dran, dass wir das schaffen."

Erst Konzept, dann Besichtigung

Die Nürnberger Immobilienmaklerin will den 40 Jahre alten Freizeitpark retten. Das ist kein Zufall: Sie hat einen persönlichen Bezug zum Fränkischen Wunderland, hat Ende der 90er Jahre selbst dort gearbeitet. Sie lebt nicht weit davon entfernt. Ihre beiden Töchter seien gern dort gewesen, als sie noch klein waren. "Bei der Entscheidung hat Herzblut mitgespielt."

Schon 2013, als es Gerüchte gab, dass der Park nicht fortbestehen würde, habe sie kurz mit dem Gedanken gespielt, ihn zu übernehmen. Nach einem flapsigen Gespräch mit einem Bekannten darüber habe sie der Gedanke nicht mehr losgelassen. "Ich bin mit meiner Idee zum Bürgermeister gegangen. Ich hatte schon ein Erstkonzept, ohne im Park gewesen zu sein."

Ein Jahr lang entwickelte sie das Konzept weiter. Weil sie als Immobilienmaklerin keine Expertin für den Betrieb eines Freizeitparks ist, habe Hübner sich fünf Männer ins Boot geholt, die sie bei den Themen Pferde, Gastronomie, Technik, Entertainment und Marketing unterstützen und beraten.

Plechs Bürgermeister geht mit „Zweckoptimismus“ an die neuen Pläne heran. Er glaubt an das Konzept: "Ich kenne es in- und auswendig und es ist gut", sagt Karlheinz Escher. Er sehe auch keine Probleme, in der Marktgemeinde die baurechtlichen Voraussetzungen für neue Fahrgeschäfte und Gebäude zu schaffen.

Er hofft für die Marktgemeinde, dass Birgit Hübner Erfolg hat. Bei der Gewerbesteuer und in der Gastronomie mache sich das geschlossene Wunderland bemerkbar. Und das Interesse der Besucher an dem Park sei da. Das sei durch die vielen Anfragen deutlich geworden, die nach der Schließung in Plech eingegangen waren.

Zwar hat sich der Zeitplan um ein Jahr verschoben, Hübners Konzept bleibt aber unverändert: Sie will die Western-Atmosphäre erhalten, den Park aber auch für neue Zielgruppen öffnen. Und: Künftig soll er das ganze Jahr geöffnet sein. Deshalb sei es auch egal, zu welchem Zeitpunkt des Jahres sie eröffne: Eine Saison in dem Sinne gebe es dann nicht mehr. Birgit Hübner will den Park auf keinen Fall einschlafen lassen: "Ganz viele Leute haben Kindheitserinnerungen daran."

Zur Geschichtes des Freizeitparks

Im Jahr 1973 begann der Bau des Freizeitparks Fränkisches Wunderland, drei Jahre später eröffnete Ernst Schuster Senior den ersten Bauabschnitt: das "Märchenland". Im August des darauffolgenden Jahres war die Westernstadt "Kansas-City" fertig — sie war seither das Zentrum des Wunderlands.

Vor allem in den 1980er und 90er Jahren wuchs der Park um weitere Fahrgeschäfte und Shows. Unter anderem zeigten Indianer dort Tänze und Rituale. Einer der Höhepunkte in der Geschichte des Wunderlandes war der Besuch des "King of Pop" Michael Jackson im Jahr 1992, der im Rahmen seiner Dangerous-Tour in Pflaum's Posthotel in Pegnitz übernachtete. Zuletzt investierte der Eigentümer 2010 und 2012 in Attraktionen wie die „Beerenschleuder“ und die "Watershots".

Der Park ist seit 2013 geschlossen. Ernst Schuster Junior hatte angekündigt, den Park renovieren zu wollen. Dazu ist es aber nicht gekommen - stattdessen verkaufte er einen großen Teil des Inventars und die Tiere. Selbst die Mitarbeiter wussten lange nicht, ob und wann es mit dem Park weitergehen würde. Im August 2015 hat Birgit Hübner angekündigt, das Fränkische Wunderland zu kaufen und zu sanieren. 

ANDREA PAULY

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