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Dienstag, 21.05.2019

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Minigolfer bieten "Freizeitsport" auf Profiniveau

Abteilung des ASV Pegnitz spielt in der dritten Bundesliga Süd und hatte die halbe Republik zum Heimspieltag zu Gast - 07.05.2019 11:38 Uhr

Die Pegnitzer Minigolfer (in Gelb) haben den Heimvorteil auf den Bahnen hinter dem ASV-Sportheim gut genutzt. Mit 491 Schlägen nach vier Durchgängen landeten sie auf dem zweiten von vier Plätzen. Nur die TG Höchberg war mit 475 Schlägen noch besser. © Foto: Hans von Draminski


Yannick Hofmann ist der Sohn von Abteilungsleiter Klaus Hofman und zählt zusammen mit seinem Bruder Fabian zu den Hoffnungsträgern des Vereins: Mit 18 Jahren war Fabian bereits deutscher Vize-Jugendmeister sowie Bayerischer Meister und gehört der Bundes-Nationalmannschaft im Minigolf an.

Das Wetter ist an diesem verregneten, eiskalten Maisonntag für Minigolf alles andere als ideal, auf Rekordleistungen hofft niemand. "Grundsätzlich lässt sich jede Bahn mit einem Schlag spielen", erklärt Yannick Hofmann. Dies gilt auch für abenteuerlich aussehende Bahnen wie den "Salto" genannten Looping, bei dem der Ball kurzzeitig "auf dem Kopf" steht, oder die "Doppelkeile mit Auflauf", bei denen der Ball über eine Art von Treppenstufen geschlagen werden muss.

Fritz Lindner hat über 1000 Bälle - und davon eine kleine Auswahl dabei. © Foto: Hans von Draminski


Ein Handicap wie beim "großen" Golf gibt es beim Minigolf nicht. "Eine Mannschaft besteht aus mindestens fünf Mitspielern" plus einem ,Streicher‘", führt Yannick Hofmann aus. Im Klartext bedeutet das, dass das schlechteste Ergebnis eines Teams gestrichen werden darf, "wenn ein Jugendlicher im Team ist, hat man sogar zwei Streicher", ergänzt Yannick Hofmann.

Draußen wühlt gerade ein Urgestein des Pegnitzer Minigolfs in seiner Balltasche: Der 56-jährige Fritz Lindner spielt seit 1973 Minigolf. "Ich habe neben dem ASV gewohnt und bin immer auf den Baum geklettert, um den Minigolfern zuzuschauen", erinnert sich Lindner und erläutert, dass man im Minigolf normalerweise nicht oder nur sehr selten die Schläger wechselt, die in etwa wie Putter beim großen Golf aussehen, sondern mit verschiedenen Bällen arbeitet. Fritz Lindner hat nach eigenem Bekunden "ein paar tausend Bälle", die er freilich nicht zu jedem Match alle mit sich herum schleppen mag. "So ein Ball kann schon mal 40 Euro oder mehr kosten", weiß der Pegnitzer Mannschaftskapitän Andreas Kreuzer. "Weiche Bälle sind langsamer, harte schneller", fügt Yannick Hofmann hinzu.

Am sogenannten Labyrinth hat sich derweil Jürgen Lang vom 1. MGC Süßen in Stellung gebracht. Kurz visiert er den einzigen Eingang der einem Muschel-Querschnitt ähnelnden Stahlkonstruktion an, dessen Bahn zum Loch führt, analysiert den Seitenwind – und schlägt kurz und beherzt ab. Mit Erfolg: Der Ball trifft die richtige Bahn und ist mit nur einem Schlag im Ziel. Andreas Kreuzer vermerkt die Schlagzahl auf einem großen Ergebnisbogen. Die Spieler schreiben bei sich gegenseitig mit, überwacht von einem Oberschiedsrichter mit zwei Assistenzschiris. Bei mancher Bahn ist das "hole in one" simpel zu erreichen und daher selbstverständlich, bei anderen gelingt das nur, wenn man ähnlich wie beim Billard trickreich über Bande spielt.

18 Bahnen mit nur 18 Schlägen: Dieses Ergebnis hat laut Yannick Hofmann vom Pegnitzer Minigolf-Team noch niemand geschafft, obwohl es junge Cracks wie Marwin Throne aus Hof in seinen Reihen hat, der seit dieser Saison für den ASV spielt und zu den großen Talenten zählt.

Oder Ole Riewe, der in Bamberg lebt, bald in Stuttgart studiert und mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft 2016, als 15-Jähriger, Weltmeister wurde. Solche jungen Spieler sind es, auf die man beim ASV setzt, wenn es um das Thema "Zukunft" geht. Dass man auch in den nächsten Jahren hochklassig spielen will, steht außer Debatte.

InfoDie Endergebnisse nach vier Durchgängen auf 18 Löcher. Pro Mannschaft wurden die Leistungen der fünf besten Spieler gewertet. 1. TG Höchberg (475 Schläge, 6 Punkte). 2. ASV Pegnitz (491, 4). 3. MGC Süßen (516, 2). 4. BGC Heilbronn (578, 0.). 

VON HANS VON DRAMINSKI

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