"Miniretrospektive der letzten 40 Jahre": Kameramuseum stellt historische Eisenbahnbilder aus

14.6.2021, 07:55 Uhr
Unter anderem quietschbunte Einmalkameras gehören zu den neuen Exponaten der Plecher Kameramuseums. In einer Vitrine sind sie aufgereiht.

Unter anderem quietschbunte Einmalkameras gehören zu den neuen Exponaten der Plecher Kameramuseums. In einer Vitrine sind sie aufgereiht. © Foto: Klaus Trenz

Volldampf aber ist in der neuen Ausstellung zu sehen, die nun eröffnet wurde: Online-Redakteur Peter Gisder hat seine Eisenbahnbilder ausgestellt. "Eine Miniretrospektive der letzten 40 Jahre", wie er erklärt. Und weil bei Eisenbahnbildern ohne die alten Dampfloks etwas fehlen würde, gibt es eben auch die stählernen Ungetüme unter viel Dampf zu sehen.

Wie gerät man in den Bann der Bahn?, fragte Gisder ins rund zehnköpfige Publikum bei der Eröffnung. So recht scheint er das selbst nicht zu wissen: "Nun ehrlich – keine Ahnung." Er sei jedenfalls nicht familiär vorbelastet gewesen, niemand in der Familie sei Lokführer, Schaffner oder Schrankenwärter gewesen.

Schleichende Faszination

Bei Gisder ist die Faszination für die Bahn wohl schleichend gekommen. Als Kind waren die dampfbespannten Züge, die großen mächtigen Maschinen und das Gewusel in den Bahnhöfen für ihn faszinierend. Schnell habe er eine Lieblingslok gehabt – die V200 – die aber damals zum Alltagsbild gehörte und auf der Modelleisenbahn zu Hause ihre Kreise gezogen habe. "Auf die Idee, das Ganze auch noch zu fotografieren, kam damals keiner", sagte Gisder.

Die Initialzündung sei dann 1982 gewesen, als er eines Tages als Bahnkunde die von ihm bewunderte Elektrolok der Baureihe E18 nicht mehr vor den Waggons vorfand, die er so gerne fotografiert hätte. Das Verpasste holte er ausführlich nach: "Seitdem ist kaum noch ein Zug vor mir sicher", berichtete Gisder. "Egal, ob alt oder neu, Museumsbahn oder Planbetrieb".

Gisder appelliert darum: "Leute, fotografiert Alltagsszenen! Je mehr, desto besser. Das was vor 30, 40 Jahren profan und beliebig war, entzückt heutzutage den Betrachter. Das ist gerade das Wunderbare an der Fotografie."

Ein Gefühl von Nostalgie

Gisder fotografiert zwar auch digital, greift aber dennoch immer wieder zur analogen Kamera und zum Schwarz-Weiß-Film, den er selbst noch entwickelt. Seine ausgestellten Fotos sind allesamt schwarz-weiß. Was einerseits den Blick auf das Wesentliche lenkt – nämlich die Loks, andererseits das Gefühl von Nostalgie für die kraftstrotzenden Maschinen verstärkt. Rund 2600 seiner Fotos sind auf dem Instagram-Kanal von Peter Gisder zu sehen.

Peter Gisder fotografiert seit fast 40 Jahren Loks, vorwiegend in Schwarz-Weiß. Im Kameramuseum in Plech sind seine Bilder nun bis Ende des Jahres zu sehen.

Peter Gisder fotografiert seit fast 40 Jahren Loks, vorwiegend in Schwarz-Weiß. Im Kameramuseum in Plech sind seine Bilder nun bis Ende des Jahres zu sehen. © Foto: Klaus Trenz

Die Ausstellung wird das ganze Jahr über zu sehen sein, erklärte Museumsleiter Kurt Tauber. Man belässt es heuer bei einer Ausstellung – üblicherweise gebe es zwei oder drei. Dies sei den Unsicherheiten in Pandemiezeiten geschuldet, in der eine erneute Schließung des Museums immer in Betracht gezogen werden müsse.

Das Museum selbst hat wieder einige neue Ausstellungsstücke zu präsentieren – neue Vitrinen sind hinzugekommen. Mittlerweile sind es rund 50 größere und 25 kleinere Glasschränke, die alles rund um die Fotografie und das Filmen zeigen.

Neu eingeführt wurde auch ein kostenloser Audio-Guide. Jeder Besucher kann sich ins museumseigene WLAN einloggen und auf seinem Smartphone in Wort, Text und Bild die wichtigsten 37 Exponate erklären lassen.

INFO: Das Kameramuseum ist jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zu beachten sind Maskenpflicht und Abstandsregeln.

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