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Montag, 20.05.2019

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Mit Bier Besinnung auf traditionelle Stärke

Zum Kloster-Jubiläum lassen die Stadt Auerbach und die Pegnitzer "Böheim Bräu" die alte Brauer-Herrlichkeit wieder aufleben - 26.04.2019 08:59 Uhr

Auf „900 Jahre Kloster Michelfeld“ stießen Tina Schwendner, Rudolf Weber, Joachim Neuß, Maria Regn, Martin Weiß, Johann Kaiser, Johannes Lindner und Luitpold Dietl (v.l.) mit Festbier an.


Wesentlich schmackhafter und aussagekräftiger war die Kostprobe des neuen Festbiers zur Michelfelder Klostergründung am Mittwoch im Rathaussaal. Die Idee, ein eigenes Festbier brauen zu lassen, entstand im Jubiläums-Arbeitskreis, der sich seit dem vorigen Jahr regelmäßig trifft. In diesem Gremium sind Vertreter aus dem Rathaus, des Stadtrats, der Kirchen, von Regens Wagner, von Stadtarchiv und Museum sowie engagierte Michelfelder Bürger vertreten.

Die Frage, welche Brauerei das Festbier produzieren sollte, war recht schnell entschieden. Ist doch Stadtrat Martin Weiß nicht nur Diplom-Braumeister, sondern auch Eigentümer der Pegnitzer Brauerei "Böheim Bier". "Wie soll ein Festbier sein?" war laut Weiß die erste Frage, die er sich selbst gestellt hat. Antwort: Etwas kräftiger und gehaltvoller natürlich.

Die Pegnitzer Brauerei „Böheim Bier“ hat das Jubiläums-Festbier für die Feiern zum „900-Jährigen“ des Michelfelder Klosters gebraut.


Anfangs sei überlegt worden, in Erinnerung an die Mönche ein Schwarzbier zu brauen. Dieses werde allerdings heutzutage (zu) wenig getrunken. Die Brauerei entschied sich statt dessen für ein bernsteinfarbenes, ungefiltertes Festbier. "Es ist ein reines, unbehandeltes Bier geworden", erklärte Weiß. Auf ein Filtern nach der Lagerung, das normalerweise aus Gründen der längeren Haltbarkeit gemacht wird, habe man bewusst verzichtet.

Das Rezept für das Michelfelder Festbier habe er im Kopf, meinte Martin Weiß auf Nachfrage. Er empfinde es im Übrigen als Ehre, das Klosterjubiläum mit diesem eigens eingebrauten Bier begleiten zu dürfen.

Den Brauvorgang übernahm und überwachte der erfahrene Brauer Egid Lottes. Das Michelfelder Jubiläums-Bier hat eine Stammwürze von 12,5 Prozent und einen Alkoholgehalt von 5,5 Volumenprozent. Gebraut wurden 5000 Liter Festbier, die in 0,5 Liter Flaschen und – für den Festbetrieb – auch in Fässern abgefüllt werden.

Das Etikett hat die Stadt ebenso wie das Veranstaltungslogo zusammen mit der Designerin Margit Dippold aus Betzenstein entworfen, berichtete Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß. Auch ein Programmheft, das alle Veranstaltungen des Jahres beinhaltet, wurde in 5000-er-Auflage gedruckt. Es wird in den nächsten Tagen ausgelegt und verteilt.

Mönche wussten Bescheid

"Flüssiges bricht Fasten nicht" hatten schon die Mönche gewusst, die früher im Michelfelder Kloster gelebt haben, führte Heimatkundler Rudolf Weber bei der Festbier-Vorstellung in das Thema ein. Die Mönche besaßen nicht nur Weinberge im Fränkischen, sondern auch spätestens seit dem 15. Jahrhundert eine eigene Brauerei sowie das Wirtshaus "Klosterbräustüberl". Als das Kloster bei der Säkularisierung 1803 aufgelöst wurde, fand die Brauerei schnell einen neuen Besitzer. 1891 übernahm Regens Wagner die Brauerei und braute dort bis 1915 Bier.

Im Jubiläumsjahr 2019 kommt das Michelfelder Festbier aus dem nahen Oberfranken, was der Qualität des Gerstensaftes keinen Abbruch tut. Beim ersten Probetrinken im Sitzungssaal waren die anwesenden Arbeitskreis-Mitglieder jedenfalls sehr angetan von "ihrem süffigen Festbier". 

VON BRIGITTE GRÜNER

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