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Mit Maske im Unterricht und Abstand am Weg

Wie die Schulen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus möglichst gering halten wollen. - 07.09.2020 14:55 Uhr

Mit Maske an der Tafel: Schüler der Jahrgangsstufen 5 und höher müssen bis zum 18. September auch im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

06.09.2020 © Foto: dpa/Guido Kirchner


Die Schulen hatten alle Hände voll zu tun, um sich auf den Schulstart mit dem Coronavirus vorzubereiten. Die Schulleiterin des Pegnitzer Gymnasiums, Annett Becker, sagt: "Die wichtigste Maßnahme ist die Maskenpflicht im Unterricht bis zum 18. September."

Darum müssten alle Schüler und Lehrkräfte Masken tragen, sobald sie das Schulgelände betreten. Im Freien, also in der Pause, müssen diese jedoch nicht getragen werden. Zudem werde drauf geachtet, dass die Luft durch ständiges Lüften in den Klassenzimmern ausgetauscht wird.

"Ich denke, dass es so sein wird, dass wir mit diesen Maßnahmen die Ansteckungsgefahr reduzieren können", sagt Becker. Um diesen ungewöhnlichen Schulstart dennoch so reibungslos wie möglich zu gestalten, sei für heute eine Lehrerkonferenz angesetzt. Dort werde noch einmal das Hygienekonzept besprochen, welches an die Schüler weitergegeben wurde.

Hoffen auf den Regelunterricht

Dennoch freut sich Becker auf den Schulbeginn. "Ich hoffe nur, dass wir bald wieder zum Regelunterricht übergehen können und nur vereinzelt irgendwelche Maßnahmen ergreifen müssen", ergänzt sie. Das Abwechseln von Homeschooling und Präsenzunterricht sollte nicht die Regel sein. Hierfür müsse man natürlich die Entwicklung und die Zahlen abwarten.

Auch Marco Speckner, Schulleiter der Graf-Botho-Grund- und Mittelschule in Pottenstein, sieht dies ähnlich. Man habe eine ganze Menge zu beachten für den Schulbeginn. Wie alle Schulen habe man einen Plan vom Kultusministerium bekommen, der 26 Seiten umfasst. "Wir versuchen, die Schüler in den Klassen im Unterricht möglichst voneinander zu trennen", sagt Speckner.

Wenn die Schüler doch einmal zusammen in einen Raum müssen, sitzen sie blockweise voneinander getrennt. Zudem wurde eine versetzte Pause eingeführt. Dies bedeutet, dass die Grundschule zehn Minuten früher Pause hat. Danach komme die Mittelschule. Zudem gebe es im Pausenhof vier Bereiche, wo die Klassen getrennt voneinander sind. "Besonderes Augenmerk bekommen unsere Abschlussklassen", sagt Speckner. Man versuche, diese stark voneinander zu trennen, um so das Risiko möglichst gering zu halten. So solle der Abschluss nicht gefährdet werden. Trotz aller Maßnahmen müsse man jedoch schauen, dass die Bildung nicht zu kurz komme. Befürchtungen hat Speckner bei diesem außergewöhnlichen Schulstart jedoch nicht. Man sei aber aufgeregt und angespannt wie jedes Jahr. "Bisher waren es Standardabläufe, jetzt muss man viele Dinge neu denken und anders planen", meint Speckner. Es sei wichtig, den Erstklässlern nicht den Spaß an der Schule zu nehmen. "Man darf ihnen nicht das Gefühl geben, Schule macht keinen Spaß."

Um ideal in das neue Schuljahr zu starten, wurde schulintern ein Konzept ausgearbeitet. Dieses wurde mit dem Elternbeirat abgesprochen. Zudem habe jede Lehrkraft die Kontaktdaten der Eltern, um so zügig zu reagieren und möglichst schnell Vorbereitungen treffen zu können. Laut Speckner sei noch nicht absehbar, wann ein Regelbetrieb wieder möglich ist. So seien Dinge wie Klassenfahrten in weiter Ferne. "Auch das ist Schule", betont Speckner.

Auch in der Pegnitzer Realschule gilt die Maskenpflicht in allen Räumen und auf dem Schulgelände. "Man probiert so gut wie möglich, den Hygieneplan des Kultusministeriums umzusetzen", sagt Schulleiter Christoph Kasseckert. Der Plan müsse an die Örtlichkeiten angepasst werden. So soll das Risiko einer Infektion minimiert werden.

Vor den kommenden Wochen habe man keine Angst. Man habe gesehen, wie es im vergangenen Jahr gelaufen ist. "Das Verhalten der Schüler war vorbildlich. Alle haben Masken getragen und Abstand gehalten", sagt Kasseckert lobend. Man merke, dass das Verständnis bei den Schülern vorhanden ist. Dennoch werde man behutsam in das neue Schuljahr starten. Man wolle die Maschinerie erst langsam wieder hochfahren, so der Leiter der Realschule.

Zudem haben man sich bereits in den Schulferien Gedanken über den Schulstart gemacht "Wir haben in den Ferien viel gearbeitet. Einen Plan B vorbereitet", ergänzt Kasseckert. Man habe sich mit digitalem Werkzeug weiter ausgerüstet. Eltern würden sofort informiert werden, sollte es zum Schlimmsten kommen – das hoffe man natürlich nicht. Es wäre schöner, wenn das Coronathema erledigt wäre. So weit sei man aber noch lange nicht.

"Ich denke, wenn wir uns alle zusammenreißen, sollte Schule ohne Maske nach dem 18. September möglich sein." Die Maßnahmen seien natürlich sinnvoll, auch in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer. "Wir werden aber unseren Job machen und das Schuljahr meistern", ergänzt Kasseckert. Auch die Eltern würden einen fantastischen Job machen. Er hofft aber, dass man in Zukunft wieder zu einem normalen Schulalltag übergehen kann.

Kein zeitgleicher Schulstart

Auch die Robert-Kragler-Grundschule in Creußen hat sich der Herausforderung Schulbeginn unter Corona gestellt. Rektorin Jutta Zeitlmann betont, dass man die vorgegebenen Hygienemaßnahmen in der Schule umgesetzt habe. "Das bedeutet, dass wir keinen zeitgleichen Schulstart unserer Klassen haben", sagt Zeitlmann.

Alle halbe Stunde werde eine andere Klasse in das Schulhaus gelassen. Dies werde gestaffelt stattfinden. Man haben ein Einbahnstraßensystem im ganzen Schulgebäude. So solle verhindert werden, dass die Schüler nicht zu sehr miteinander in Kontakt kommen. Die Buben und Mädchen betreten das Schulhaus an einem Eingang und gehen zu einem anderen wieder raus. Man habe alle gut vorbereitet.

Die Eltern müssten aber draußen bleiben. "Das ist halt ein bisschen schade, dass keine gemeinsame Einführung stattfinden kann", sagt Zeitlmann. Deswegen versuche man, alles so schön wie möglich zu machen. Einen Tag vor Schulbeginn werden zudem die Lehrkräfte das Hygienesystem noch einmal persönlich besprechen. Zeitlmann sieht dem Schulstart trotzdem positiv entgegen. Man hoffe jedoch, dass der Regelbetrieb durch die Einschränkungen nicht zu sehr beeinträchtigt werde und dass alles relativ normal ablaufen könne.

 

FLORIAN ZEILMANN

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