Sonntag, 05.04.2020

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Mit "Mondauto" Munitionsschrott aus Übungsplatz gestohlen

Auerbacher Polizei legte vor 40 Jahren Buntmetalldieben das Handwerk - 20 Zentner sichergestellt - 21.03.2020 13:36 Uhr

Zentnerweise transportierten die Buntmetalldiebe mit ihrem "Mondauto" Munitionsschrott aus dem Truppenübungsplatz. © NN-Bildarchiv


Den Dieben auf die Spur kam die Polizei mehr durch Zufall, als die Beamten im Rahmen einer Streifenfahrt nach einem Fahrzeug Ausschau hielten, das gegen 0.50 Uhr in Freihung/Sand langsam an einem Betriebsgelände vorbeifuhr, in dem erst vor kurzem eingebrochen worden war. Etwa gegen 1.45 Uhr hatte die Fahndung dann Erfolg. Etwa 200 Meter außerhalb der Grenze zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr entdeckten die Polizisten einen abgestellten Personenwagen mit Anhänger, hinter einer Buschreihe versteckt.

Zentnerweise transportierten die Buntmetalldiebe mit ihrem "Mondauto" Munitionsschrott aus dem Truppenübungsplatz. © NN-Bildarchiv


Der Anhänger des Mercedes mit den Kennzeichen für Neustadt/Waldnaab war für Autotransporte ausgelegt, die Auffahrschienen waren betriebsbereit eingehängt. Da der Verdacht nahelag, dass hiermit ein Pkw zur Beschaffung von Munitionsschrott auf dem Übungsgelände transportiert wurde, legten sich die Beamten der Polizei-Inspektion Auerbach zusammen mit einer Streifenbesatzung aus Eschenbach auf die Lauer.

Zentnerweise transportierten die Buntmetalldiebe mit ihrem "Mondauto" Munitionsschrott aus dem Truppenübungsplatz. © NN-Bildarchiv


Ihre Geduld wurde zwar auf eine harte Probe gestellt, das Ergebnis konnte sich jedoch sehen lassen. Nach rund zweieinhalbstündiger Beobachtung näherte sich gegen 4.15 Uhr aus Richtung des Manövergeländes ein Fahrzeug, das sofort auf den abgestellten Anhänger gefahren wurde.

Das "Mondauto" bestand nur noch aus dem Fahrgestell und dem Motor. Alles Unnötige war demontiert. © NN-Bildarchiv


Das Gefährt hatte nur noch wenig Ähnlichkeit mit einem Personenwagen. Nur das VW- Käfer-Fahrgestell und der Motor waren übrig, alle anderen, für den Zweck unnötigen Karosserieteile, waren abmontiert, um möglichst viel Ladefläche zu schaffen. Nur ein Scheinwerfer, dessen Licht durch eine Blechumkleidung gebündelt wurde, sorgte für die nötige Sicht.

Den Polizeibeamten gelang es, noch am Tatort einen der beiden „Sammler" festzunehmen, während der zweite Mann im Schutz der Dunkelheit flüchten konnte. Bei dem Festgenommenen, einem 37-Jährigen aus Neustadt/Waldnaab, handelte es sich um den Halter des Mercedes. Er wurde im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Weiden vorgeführt.

Das umgebaute „Mondauto" war mit sechs Säcken voller Munitionsschrott beladen. Drei weitere Säcke voll Metall wurden in der Nähe des abgestellten Fahrzeugs gefunden, so dass die Gesamtmenge an leergeschossenen Munitionshülsen rund 15 bis 20 Zentner auf die Waage brachten, was zur damaligen Zeit einen. Schrottwert von etwa 1500 Mark darstellte.

Neu war die Masche der Buntmetallsammler damals nicht: Gut ein Jahr vorher hatte die Auerbach schon einmal glrich zwei solche „Mondautos“ sichergestellt. 


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rr/bw

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