Montag, 19.04.2021

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Mittelalter-Ensemble spielte exklusives Online-Konzert in Auerbach

Der Nehauser Ernst Sieber hat sich technisch auf professionelles Streaming eingerichtet - 08.04.2021 07:55 Uhr

Der Unternehmer Ernst Sieber (Bild) hatte kürzlich das Mittelalter-Ensemble Faun bei sich zu Gast. Hierfür wurde extra ein komplettes Studio in den Firmenräumen eingerichtet, das auch für alle anderen Arten von Streaming-Veranstaltungen verwendet werden kann.

07.04.2021 © Foto: Jürgen Masching


Dieses Konzert fand aber nicht vor Live-Publikum statt, sondern sie gaben ein exklusives Online- Konzert zum Besten. Diese Streaming-Veranstaltung wurde in den Räumen der In Phase Event GmbH produziert und aufgezeichnet. Hierfür wurde extra ein komplettes Studio in den Firmenräumen eingerichtet, das auch für alle anderen Arten von Streaming-Veranstaltungen verwendet werden kann.

In Neuhaus begonnen

Geschäftsführer Ernst Sieber, der im Jahre 1989 die Firma gegründet hatte, sah dieses Konzert als Konzept, dass man sich in den Zeiten der Pandemie auch längerfristig vorstellen könne. Der 54-jährige gebürtige Neuhauser hatte mit Vulkan Veranstaltungstechnik angefangen und 2006 die InPhase Event GmbH gegründet. Im Jahr 2000 wurde auf dem Leoniegelände das neue Firmengebäude gebaut und bezogen.

Sieber betreut mit seiner Firma eine Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten – Tourneen, Konzerte, Messen und Firmenevents aller Art. Auch Kamerateams, Regisseure für Live-Übertragungen, Image- und Produktfilme sind mit im umfangreichen Portfolio.

Bis zum Frühjahr 2020 hatte die Firma 15 Festangestellte und, wie in der Branche üblich, viele Subunternehmer, auf die man zugreifen konnte. "Bei größeren, zeitgleichen Produktionen und Events arbeiten bis zu 65 Leute für uns", so Sieber. Er betonte auch, dass die Firma bis März 2020 auf absolut soliden Füßen stand und durch gebildete Rücklagen auch noch solide ist.

"Ich weiß es noch genau, es war der 13. März", so der Unternehmer heute. "Plötzlich stand im Hof alles voller LKWs, die aus ganz Deutschland zurückkamen. Es ging sozusagen innerhalb eines Tages von 100 auf 0 runter". Es wurde zurückgepackt, Inventur vorgezogen, Elektronik und UVV-Prüfungen des umfangreichen Geräteparkes durchgeführt. "Denn alles wurde erst einmal in den September verlegt". Die Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Doch es kam anders, wie er heute weiß. Auch nachdem alles in das Frühjahr 2021 verschoben wurde, kam keine Besserung. "Einige haben nun ihre Veranstaltungen in den Herbst 2021 verschoben, andere gleich ins Jahr 2022". Er persönlich glaubt nicht daran, dass es in diesem Jahr noch Veranstaltungen mit mehreren tausend Zuschauern gibt. Schwierig sei es auch, sollte es wieder aufwärts gehen, freie Mitarbeiter zu finden. "Viele unserer Freien sind nicht mehr in dieser Branche tätig, sondern gehen nun einer anderen Arbeit nach". Auch sind einige nach seinen Informationen durch das Raster für die staatlichen Hilfen gefallen.

Nachdem es im Jahr 2020 "völlig desolat" war, hofft Sieber nun auf das Frühjahr 2021. "Doch auch jetzt sehen wir, dass es nicht besser wird". So hat er mit der Gruppe Faun das Online-Konzert in Auerbach veranstaltet, das sehr gut angenommen wurde. "Es wurden über 2000 Tickets verkauft". Man konnte sich verschiedene Online-Tickets erwerben und mit einem Code wurde das Konzert freigeschaltet. Das nächste Konzert findet bereits am nächsten Wochenende in Halle (Saale) statt, ebenfalls online. "Es gab schon weitere Gespräche mit verschiedenen Kunden, um so etwas aufzubauen, aber die Kunden benötigen eine gewisse Internetpräsenz, um das durchzuführen", so Ernst Sieber. Auch solche Konzepte wie den Eventpark.one in Pegnitz sehe er als gute Möglichkeit. "Vielleicht werden solche Veranstaltungen im Sommer im Freien mehr zu sehen sein".

"Die Welt wird eine andere sein"

Der Zukunft der Branche sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen: "Man wird sehen, sollte es wieder los gehen, welche Firmen noch mitmischen". Auch sieht er die Personalproblematik als schwierigen Punkt an. "Es kann sein, dass wir mehr tun können, als wir machen können". Auch den Preiskampf sieht er als Punkt, der schwierig werden könnte. Die staatlichen Hilfen wurden auch von ihm und seiner Firma genutzt, aber wie es am Ende aussieht, werde sich dann zeigen.

"Die Welt wird nach der Pandemie eine komplett andere sein", so Ernst Sieber am Ende. "Sollte es im Herbst eine Aussicht auf Veranstaltungen geben, wird es vielleicht schneller zu einer Normalität kommen". Im Moment denke ich immer noch positiv, doch sollte es auch Ende 2021 nicht besser werden, so wird man sich im Frühjahr 2022 die Frage stellen müssen, "macht es noch Sinn, so weiterzumachen und auf irgendetwas zu warten?".

JÜRGEN MASCHING

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