Sonntag, 17.11.2019

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Moderne Technik für ehrenamtliche Brandschützer

Landkreis gewährt hohe Zuschüsse zu neuen Fahrzeugen und Rettungsspreizern - 26.03.2019 21:58 Uhr

Wenn ein SUV zur Todesfalle wird: Selbst mit ihrem schwersten Rettungsgerät brauchte die Feuerwehr Pegnitz im Jahr 2017 (zu) lange, um den für eine Übung unter Realbedingungen genutzten BMW X5 zu „knacken“. Die Stadt hat reagiert und die Feuerwehr mit einem modernen Rettungssatz ausgerüstet. © Foto: Richard Reinl


Das HLF 20 ist ein Basisfahrzeug zur Brandbekämpfung und für die technische Hilfeleistung. Mit ihm ist auch tagsüber mit der kleinsten taktischen Einheit der Feuerwehr eine effektive Arbeit gewährleistet. Es verfügt über einen 1600 Liter fassenden Löschwassertank, 120 Liter Schaummittelvorrat und zwölf Kilogramm Löschpulver sowie über eine umfangreiche Beladung zur technischen Hilfeleistung, von Pressluftatmern über ein Atemschutzüberwachungssystem bis hin zu vier leichten Chemikalienschutzanzügen.

Die Ersatzbeschaffung eines HLF 20 für die Hummeltaler Wehr wurde als zwingend notwendig erachtet. Dieses ersetzt ein 25 Jahre altes Löschfahrzeug LF 16/12, das nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen entspricht. Schließlich gehören zum Schutzbereich mehrere Gastronomiebetriebe, eine Pflegeeinrichtung, ein Kindergarten, eine Schule, zahlreiche Handwerksbetriebe, einige landwirtschaftliche Anwesen sowie die Staatsstraße 2163.

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Pegnitzer Wehr biss sich an BMW die Zähne aus

Die Sicherheitssysteme in modernen Autos stellen die Rettungskräfte vor große Probleme. Deutlich wurde dies bei einer Spezial-Übung der Pegnitzer Feuerwehr an einem vom Autobauer zur Verfügung gestellten neuwertigen BMW X5 F15. Scheiben können kaum mehr eingeschlagen werden, die Kunststoff-Karosserie lässt sich kaum mehr verformen und die Türholme bringen die herkömmlichen Rettungsscheren an ihre Grenzen. Kurzum: Die vorgeschriebene Rettungsfrist ist kaum mehr einzuhalten.


Auch die Stadt Pegnitz beschafft für die Wehren in Pegnitz und Trockau je ein HLF 20 als Ersatz für auszumusternde Fahrzeuge. Pegnitz ersetzt damit ein LF-TS mit Baujahr 1986, Trockau ein LF 8 mit Baujahr 91. Auch da machen Einrichtungen wie ein Tanzcenter, eine Autobahnkirche sowie die Autobahnmeisterei Trockau und nicht zuletzt die Autobahn als besondere Gefahrenbereiche die Investition unumgänglich.

Die Auftragssumme für die Fahrzeuge beträgt nach derzeitigen Planungen jeweils rund 400 000 Euro, wobei es 125 000 Euro an Staatszuschuss gibt. Der Landkreis fördert jedes HLF 20 mit einem Festbetrag von 38 000 Euro.

Die Feuerwehr Bronn soll ein 70 000 Euro teures Mehrzweckfahrzeug als Ersatz für das Zugführungsfahrzeug des 12. Löschzuges Bronn/Troschenreuth erhalten. Ein Stellplatz sei vorhanden und die Mannschaftsstärke ausreichend, hieß es. Die Stadt Pegnitz kann dafür neben einem Staatszuschuss von 16 300 Euro mit 6000 Euro vom Landkreis rechnen.

Wegen der immer besseren Fahrzeugtechnik entsprechen viele der gegenwärtig bei den lokalen Wehren zur technischen Hilfeleistung eingesetzten hydraulischen Rettungsscheren nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine Übung der Pegnitzer Wehr an einem nagelneuen BMW X5 hat dies im vergangenen Jahr deutlich aufgezeigt. Der Freistaat Bayern hat ein Sonderförderprogramm für die Ersatzbeschaffung solcher Geräte aufgelegt und gewährt hierfür einen Zuschuss von jeweils 6000 Euro. Der Landkreis legt noch einmal 3000 Euro dazu. Die Stadt Pegnitz hat für die auf der Autobahn stark geforderten Wehren in Pegnitz und Trockau schon 2018 je einen Hilfeleistungssatz beschafft.

Auch dass BRK ist ein wesentlicher Stützpfeiler des Rettungs- und Sanitätsdienstes im Landkreis Bayreuth. Die zentralen Aufgaben bei Großschadens- oder Katastrophenfällen liegen etwa in der Sicherstellung der Sanitäts-Versorgung der Verletzten und im Betreuungsdienst, wozu auch entsprechende Fahrzeuge nötig sind. Bei den Ersatzbeschaffungen wird auf das bei den Wehren bewährte Wechselladerkonzept gesetzt. Deshalb sollen anstelle von zwei geplanten Einsatzfahrzeugen nun ein Betreuungs- und zwei Sanitätscontainer beschafft werden. Der Betreuungscontainer ist beim Bayreuther Katstrophenschutzzentrum am Pfaffenfleck stationiert und verfügt über Sanitäranlagen, eine Kücheneinrichtung, Sitz- und Liegegelegenheiten. An den Gesamtkosten von gut 135 000 Euro beteiligt sich der Kreis grundsätzlich mit 50 Prozent.

Gemeinsame Beschaffung

Wurden die BRK-Container bisher von Feuerwehr-Fahrzeugen transportiert, so plant das Rote Kreuz jetzt den Kauf eines eigenen Wechselladers. Dank der gemeinsamen Beschaffung der Fahrzeuge durch die Feuerwehren und das BRK verringert sich der Kaufpreis, zu dem es 33 Prozent Kreiszuschuss gibt.

Nachdem das 2005 beschaffte Einsatzleitfahrzeug für die Sanitätseinsatzleitung nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, hat sich der BRK-Kreisverband Bayreuth ferner zum Kauf eines Fahrzeug mit neuesten digitaler Ausstattung entschlossen, um sich damit den mannigfaltigen Aufgaben der aktuellen Bedrohungslagen stellen zu können. Hierfür gewährt der Kreis einen Zuschuss von 50 000 Euro.

RICHARD REINL

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