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Moped-Führerschein ab 15 Jahren kein Thema

Interesse an Senkung der Altersgrenze hält sich bisher in Grenzen - Keine einzige Nachfrage - 16.05.2019 21:16 Uhr

Mobil sein wollen auch Jugendliche im Raum Auerbach. Denn Busse nach Pegnitz oder Eschenbach fahren kaum. Deshalb sind sie auf die Fahrdienste von Eltern angewiesen oder machen den Moped-Führerschein. Den gibt es künftig bereits ab 15 Jahren, sofern die Prüfung bestanden wird. © Foto: Hendrik Schmidt/dpa


Bayern wird mit Sicherheit darunter sein, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich dafür stark gemacht, das Mindestalter für einen Moped-Führerschein von 16 auf 15 Jahre zu senken. Davon profitieren besonders Jugendliche auf dem Land; dort fahren Busse und Bahnen nur selten. Auch Schüler und Auszubildende im Raum Auerbach werden sich über die Gesetzesänderung freuen, denn auch hier sind die Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr "dünn".

Noch ist das Interesse an dem Führerschein mit 15 in Auerbach und Umgebung nicht vorhanden. "Bis jetzt hat noch niemand danach gefragt", sagt Fahrlehrerin Sigrid Renner. Erwartet sie nun eine Zunahme? "Das kommt drauf an", sagt sie. Denn schon die Führerscheinklasse AM ("Roller-Führerschein") sei recht selten erworben worden. "Es waren ganz wenige im Jahr."

Mit diesem Führerschein ist eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h erlaubt, und der Hubraum darf nicht größer als 50ccm sein. Jugendliche ab 16 Jahren hätten ihn erworben, damit sie zur Schule und zu Freunden kommen. Nach 14 Theoriestunden könne die Prüfung in der Regel nach sieben Wochen abgelegt werden. Möglicherweise wird das Mofa-Fahren an Attraktivität verlieren. Das Mindestalter beträgt 15 Jahre, die Höchstgeschwindigkeit 25km/h. Eine Fahrerlaubnis wird dafür nicht benötigt. Für Renner ist ein Mofa auf einer Bundesstraße bedenklich, weil "schon ein Traktor schneller fährt". Dafür sei ein Mofa günstiger als ein Moped.

Der ehemalige Auerbacher Fahrlehrer Dietmar Schaller ist der Meinung, dass der Moped-Führerschein mit 15 Jahren vorteilhaft sei. Mit 16 Jahren mache keiner den Roller-Führerschein, weil die Jugendlichen mit 16,5 Jahren Begleitetes Fahren machen würden. "Mit siebzehn fahren die alle Auto und dann dürfen sie sowieso Roller fahren." Es sei während seiner Zeit als Fahrlehrer keiner gekommen, um den AM-Führerschein zu machen.

Die Deutsche Verkehrswacht sieht die Absenkung des Führerscheinalters auf 15 Jahre skeptisch. Zwar könne ein Führerschein ab 15 die individuelle Mobilität von Jugendlichen ergänzen und bereichern — vor allem in ländlichen Gebieten. "Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass Jugendliche im Straßenverkehr durch fehlende Erfahrung und eine höhere Risikofreude auch besonders gefährdet sind", betont ein Sprecher. 

HANS-JOCHEN SCHAUER

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