Müll der Touristen verärgert Pottensteiner Stadträte

16.4.2021, 08:55 Uhr
Johannes Frosch zeigte sich in der vergangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung über den vielen Müll verärgert.

Johannes Frosch zeigte sich in der vergangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung über den vielen Müll verärgert. © Foto: Johannes Frosch

Die Felsenstadt ist ein Touristenmagnet und gerade mit dem immer besser werdenden Wetter merken viele Einheimische der Stadt, dass der Druck der Bevölkerung, raus aus den eigenen vier Wänden und hinaus in die Natur zu gehen, sich vor allem in der Fränkischen Schweiz – allen voran in Pottenstein – entlädt.

Die vielen Touristen bringen jedoch nicht nur gute Laune mit, sondern eben auch viel Müll. Doch "Wohin damit?", fragt sich unter anderem Stadtrat Norbert Hartmann (BU). "Wir haben im Ortsbereich kaum Abfalleimer stehen. Wir bieten unseren Gästen eigentlich keine Möglichkeit, den Abfall zu entsorgen", merkte er in der Sitzung an. Zwangsläufig werde dieser einfach weggeschmissen und lande auf der Straße.

So informierte er sich, ob es nicht möglich sei, an bestimmten Knotenpunkten weitere Eimer aufzustellen. "Das ist klar ein Kostenfaktor und man kann darüber diskutieren, ob Mülleimer zu einem Touristenort dazugehören, aber wir haben eigentlich gar keine Mülleimer." 

Daraufhin erklärte Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV), dass es in der Vergangenheit am Marktplatz mehr Mülleimer gab. "Das ist aus der Historie entstanden. Wir hatten an den verschiedensten Stellen Abfalleimer, zum Beispiel an der Kohlmühle bei der Bank. Das Problem jedoch war, dass nachts Leute kamen und ihren Hausmüll dort entsorgt haben", erklärt Frühbeißer.

"Verheerender" Anblick

Gerade innerorts seien die Müllbehälter von einem Tag zum anderen sehr schnell überfüllt gewesen. Aber auch außerorts lag säckeweise Müll herum. "Das hat dementsprechend ausgesehen und wenn dann noch Tiere dazu kamen, Katzen oder Hunde, und dort Essensreste gesucht haben, dann sah das am Ende verheerend aus." So habe man vor einigen Jahren entschieden, dass die Mülleimer entfernt werden sollen. Im Nachgang empfand man diese Entscheidung für richtig, denn Ziel müsse so oder so sein, dass Müll vermieden wird. "Da haben wir jetzt positive Projekte, wie den Mehrweg-Becher. Zudem müssen wir meines Erachtens auch die Betriebe in die Pflicht nehmen, wo auch der Müll produziert wird", sagte Frühbeißer.

Er forderte im gleichen Atemzug, dass die Betriebe vor ihren Geschäften eigene Mülleimer bereitstellen. Natürlich könne auch die Stadt wieder Abfalleimer aufstellen, doch das müsse eben der Stadtrat erst mal entscheiden. Aber die Erfahrungswerte hätten eigentlich gezeigt, dass der bisher gegangene Weg der bessere sei.

Stadtrat Johannes Frosch (FWG) ist mit seiner Bäckerei in der Innenstadt mittendrin im Geschehen. Er hat selbst Erfahrungen mit den vielen Touristen und dem vielen Müll gemacht. "Am Samstagfrüh sah der Obere Markt verheerend aus."

So ist Frosch selbst der Meinung, dass man die Wirtschaften und anderen Verkaufsstände ansprechen und darauf hinweisen müsse, eigenständig darauf zu achten, wo ihr Müll landet. Zudem erkannte auch er, dass die Mülleimer in der Innenstadt nicht ausreichen. Doch Frosch gehe nicht davon aus, dass weitere Behälter einen positiven Effekt hätten. 

"Man kann gar nicht so viele Mülleimer aufstellen. Die Leute werfen überall ihren Müll weg, egal wo sie stehen. Sogar Binden, Kondome oder Klopapier liegen oftmals in unserer schönen Region. Das ist eine heillose Sauerei. Ich glaube nicht, dass wir das damit aufhalten können", sagte Frosch.

Für Aussprache in der Klausur

Da in der Haupt- und Finanzausschusssitzung gar nicht so viel Zeit für solche Themen vorgesehen ist, hakte Zweiter Bürgermeister Rolang Lang (BU) ein. Dieser bat um eine allgemeine Diskussion bei einer Klausurtagung. "Da gibt es verschiedene Ansichten, aber ich denke, da muss man nicht heute darüber reden", gab Lang an den Ausschuss weiter, da man sonst mit der Haushaltsplanung nicht vorankäme.

Das Thema Mülleimer und Abfall in der Stadt und Umgebung wurde damit vorerst beendet. "Aber diese Unterhaltung müssen wir führen, das ist wichtig", merkte Frühbeißer zum Schluss an.

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