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Freitag, 21.06.2019

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"Musik kennt keine Grenzen" in Auerbach

Mehr Besucher hätte das mitreißende Frühjahrskonzert der Knabenkapelle verdient gehabt - 20.05.2019 11:35 Uhr

Bei „Heal the World“ von Michael Jackson sorgten viele Besucher mit Handy-Taschenlampen auch optisch für Konzertstimmung. Insgesamt bot die Knabenkapelle Auerbach wieder einen abwechslungsreichen Querschnitt vieler Musikstile. © Foto: Brigitte Grüner


Das Publikum dankte dem großen Orchester, das von Ludwig Riedhammer souverän geleitet wurde, mit stehendem Applaus. Die ersten Rufe nach einer Zugabe erklangen schon, als das letzte Stück des Programms noch gar nicht begonnen hatte.

Nicht nur für Freunde und Familie

Wer gekommen war, wurde bestens unterhalten und machte sich mit guten Eindrücken auf den Heimweg. Und dennoch: Einige Reihen waren leer geblieben. Weniger Plätze als in den Vorjahren waren im Vorfeld reserviert worden. Ist es in der Bevölkerung noch nicht ausreichend bekannt, dass das Frühjahrskonzert eine für alle interessierten Bürger offene Veranstaltung ist und kein Vorspielabend ausschließlich für Freunde und Familienangehörige?

Die intensive Vorbereitung mit mehreren Seminaren an Samstagen und Übungseifer auch außerhalb der gemeinsamen Proben hätte mehr Resonanz verdient gehabt. Dass die Kapelle gut vorbereitet war, wusste auch der stellvertretende Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes Horst Bauer, der in seinem Grußwort von einem "super-tollen Konzert" sprach. "Hier in Auerbach ist immer erstklassige Musik zu hören."

Jede Generation habe ihren eigenen Musikstil, so dritter Bürgermeister Norbert Gradl (SPD). Was für die ältere Generation bisweilen nur "Krach" ist, kann einige Jahre später ein Kult-Hit sein. Gradl bat darum, stets aufgeschlossen gegenüber der Musik zu bleiben. Mit einem kleinen Schwenk zur anstehenden Europawahl sprach der SPD-Mann von den Vorteilen der EU und betonte: "Auch Musik lebt ohne Grenzen." Dies wurde beim Konzert deutlich, das Werke internationaler Komponisten und Arrangeure im Programm hatte.

"Musik im Wandel der Zeit" war das Motto für das Frühjahreskonzert. Der musikalische Leiter hatte Stücke ausgewählt, die für verschiedene Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts typisch waren. Unter anderem waren jazzige Rhythmen, Soul, Volksmusik, Musicals, Popmusik, Rock’n’Roll und die Neue Deutsche Welle vertreten.

Immer wieder waren Solisten gefordert, beispielsweise Trompeter Maximilian Winter im Stück "A Tribute to Harry James". Ungewohnt war in diesem Jahr die Sitzordnung. Die Register hatten getauscht: Die Trompeter saßen eher mittig, die Waldhörner erstmals am rechten Rand der Bühne. Die jungen Musiker gefielen bei ganz leisen Passagen ebenso gut wie beim kräftigen Fortissimo. Sie meisterten melodiöse Passagen, tänzerische Abschnitte und die Rhythmen der Popmusik so sicher wie klassische Marschmusik, die als erste von zwei Zugaben zu Gehör gebracht wurde.

Verstärkung dringend gesucht

Bei der Vorstellung der Musiker wurden zwei Dinge deutlich: Es spielen mehrere Geschwister in der Knabenkapelle. Und: Nachwuchs wird dringend gesucht. Mehrere Register waren mit ehemaligen KKA-Aktiven oder Aushilfsmusikern ergänzt worden, da die eigenen Musiker nicht mehr ausreichen. Umso dringlicher richtete Vorsitzender Elmar Hamerla seinen Appell an die anwesenden Eltern und Großeltern: "Schickt bitte eure Kinder und Enkel zur Knabenkapelle."

Ein Jubiläums-Frühjahrskonzert kündigte Hamerla für 2020 an. In diesem Jahr jährt sich der erste öffentliche Auftritt der 1959 gegründeten Knabenkapelle zum 60. Mal. Diesen Termin sollten sich die Angehörigen der Musiker und alle Freunde der konzertanten Musik – sobald er feststeht – dick im Kalender anstreichen. 

BRIGITTE GRÜNER

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