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Mittwoch, 24.07.2019

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Mütter klagen über Gefahr für Kinder in der Pegnitz

In der Kneippanlage am Wiesweiherpark liegen gefährliche Splitter - 20.06.2019 09:00 Uhr

Lea, Alina und Fabian (von links) suchen im Wasser der Pegnitz nach Glassplittern. Sie machen sich Sorgen, dass man in Zukunft nicht mehr ohne Schuhe in die Wassertretanlage gehen kann. © Foto: Nele Schramm


Die Frau schreibt in dem Beitrag von einem ganzen Tag, an dem sie zusammen mit anderen Müttern und ihren Kindern Glasscherben aus dem Wasser gefischt habe. Sie habe Jugendliche im Verdacht, die sie beschuldigt, ihre Bierflaschen einfach in den Fluss zu werfen. Es müsse höhere Strafen für diese Menschen geben.

Auch schon mitbekommen

Maria Schwarz schiebt einen Kinderwagen am Spielplatz vorbei in Richtung der Brücke über die Pegnitz. Vor ihr fährt die größere Tochter mit einem kleinen Fahrrad. Sie ist besorgt: "Ich habe das auch schon mitbekommen." Auch als Augenzeugin sei sie schon dabei gewesen. Sie erhebt den Vorwurf: "Hier haben Leute was getrunken und dann die Glasflaschen ins Wasser geworfen." Ob ihr das Sorgen macht? "Selbstverständlich mache ich mir da Gedanken. Es soll sich ja niemand verletzen."

Die Polizei hat den Wiesweiherpark definitiv auf dem Schirm, wie der stellvertretende Dienststellenleiter Harald Düplois klarstellt: "Das Problem besteht seit einigen Jahren. Wir führen regelmäßig Kontrollen durch." Wer im Park Alkohol trinke und seine Flaschen in den Fluss schmeiße, begehe eine Ordnungswidrigkeit. "Die Anwesenden bekommen von uns dann einen Platzverweis, und wir unterbinden den Alkoholgenuss."

Dosenverschluss und mehr: Das Ergebnis nach fünf Minuten Suche in der Kneippanlage am Wiesweiherpark. © Foto: Nele Schramm


Verstärkte Kontrollen

Der Park sei in den vergangenen Jahren verstärkt kontrolliert worden, so Düplois. "Das bedeutet auch, dass wir öfter als vorher Streifen dort hin schicken." Allerdings sei ihm der in Facebook geschilderte Fall nicht bekannt. "In den vergangenen Monaten haben wir diesbezüglich nichts aufgenommen. Allerdings können wir auch nur das bearbeiten, was uns gemeldet wird." Wer etwas feststelle, habe jederzeit die Möglichkeit, die Polizei einzuschalten. "Dazu rufen wir die Leute auch auf", so Harald Düplois.

Die Stadt sei über die Zustände der Anlage im Bilde, wie Bürgermeister Uwe Raab sagt: "Das Problem insbesondere zerschlagener Flaschen oder Hundekotverunreinigung taucht immer wieder auf, was ich auch sehr bedauerlich finde." Die Stadt führe täglich Sichtkontrollen und anfallende Reinigungsarbeiten am Wiesweiherpark durch. Dies sei jedoch keine Dauerüberwachung. In der Zeit zwischen den Kontrollen könne wieder eine Verunreinigung erfolgen.

Wie kann die Stadt die Einhaltung der Regeln im Park durchsetzen? "Realistisch betrachtet ginge das nur mit einer Rundumüberwachung 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche", so Raab. "Das würde aber einen unangemessenen Personalbedarf bedeuten." Deshalb seien die Mitarbeiter der Stadt angehalten, bei ihren Arbeiten im Park einen genauen Blick auf die Situation zu werfen.

Die wichtigste und effizienteste Maßnahme, die die Stadt Pegnitz hier zur Hand hat, ist laut Raab eine ganz andere. Der Jugendpfleger, der regelmäßig im Wiesweiherpark Präsenz zeige, soll mit potenziellen Übeltätern das Gespräch suchen und sie zu einer Verhaltensänderung bewegen. Dieser sei außerdem in Gesprächen mit Jugendkontaktbeamten der Polizei, um über eine gemeinsame Strategie abzustimmen.

Schnell gefunden

Später am Nachmittag sind drei Kinder im Wasser. Auf die Glassplitter angesprochen sagen Alina, Lea (beide 11) und Fabian (10) sofort einhellig: "Ja, klar sind hier welche. Hier sind ganz viele blaue."

Nach einer fünfminütigen Suche haben die Kinder einen kleinen Haufen an Scherben am Ufer aufgetürmt, einen Dosenverschluss, Metallteile, mutmaßlich von einem alten Handy, aber auch einen mehrere Zentimeter langen Splitter.

Fabian sagt, dass er schon öfter solche Splitter hier gefunden habe: "Da denkt man schon drüber nach, bevor man ins Wasser geht. Vielleicht kann man hier auch nur noch mit Wasserschuhen rein." 

VON JULIAN SEIFERTH

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