Strafverfahren eingestellt

Nach Abflexen von Sicherungshaken: Zwei Kletterer müssen Geldstrafe zahlen

10.10.2021, 17:24 Uhr
Der Ahorntaler Bürgermeister Florian Questel im Herbst 2020 bei einem Ortstermin am Schneiderloch.

Der Ahorntaler Bürgermeister Florian Questel im Herbst 2020 bei einem Ortstermin am Schneiderloch. © Frauke Engelbrecht

Ende September 2020 flexten ein zur Tatzeit 55-jähriger und ein 41-jähriger Mann aus der Fränkischen Schweiz am Schneiderlocher Felsen mehrere Sicherungshaken ab. Das Motiv lag laut der beiden Männer in internen Streitigkeiten in der Kletterszene.

Wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth jetzt mitteilte, müssen beide Tatverdächtigen insgesamt 2000 Euro an den Bund Naturschutz Bayern zahlen. Dies zeigt deutlich, dass es sich bei den Taten um alles andere als Kavaliersdelikte handelt.

"Ende September wurden acht Sicherungshaken, die offensichtlich mit einem Trennschleifer entfernt wurden, am Wandfuß des Felsens gefunden", berichtete damals Bürgermeister Florian Questel (Grüne). Fest angebrachte Haken auf einer Kletterroute in freier Natur gehen in das Eigentum des Grundstückeigentümers über. Die Haken dürfen aber nicht etwa durch den Grundstückseigentümer eigenmächtig entfernt werden, sondern müssen dort geduldet werden. Deshalb hatte man wegen Sachbeschädigung Strafanzeige gestellt.

Ein Aushängeschild

"Der Klettersport ist ein Aushängeschild in unserer Gemeinde", betonte Questel. Deshalb wolle man nicht, dass sich dort ein bandenkriegsähnliches Verhalten breit mache. "Solchʻ zerstörerischem Verhalten werden wir von Anfang an entschieden entgegentreten", unterstrich der Bürgermeister bei einem Ortstermin im Herbst vergangenen Jahres.

Man befürchte, dass es sonst womöglich zu Racheakten kommen werde. Deshalb habe man auch in Erwägung gezogen, das Schneiderloch vorerst komplett zu sperren, weil Gefahr im Verzug angenommen werden konnte. Das Risiko, dass noch weitere Haken nur angesägt wurden und ein Kletterer dadurch abstürzen und ums Leben kommen könnte, sei groß gewesen.

Am Felsen selber gab es keine verwertbaren Spuren. "Wenn von den Tatverdächtigen keiner etwas zugibt, wird es schwierig", erklärte die Polizei damals.

Der Felsen ist mittlerweile wieder mit ausreichend Sicherungseinrichtungen versehen und kann wieder erklommen werden.

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