11. November

Nach Corona-Zwangspause: Sankt Martin reitet wieder durch Pegnitz

Volontärin beim Verlag Nürnberger Presse
Jana Vogel

Volontärin Lokalredaktion Pegnitz

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5.11.2021, 15:00 Uhr
Im vergangenen Jahr musste der traditionelle Martinsritt auch in Auerbach ausfallen. Dieses Jahr wird in vielen Kindergärten wieder gefeiert – allerdings deutlich eingeschränkt und mit weniger Besuchern als noch 2019.

Im vergangenen Jahr musste der traditionelle Martinsritt auch in Auerbach ausfallen. Dieses Jahr wird in vielen Kindergärten wieder gefeiert – allerdings deutlich eingeschränkt und mit weniger Besuchern als noch 2019. © Foto: Brigitte Grüner

Die traditionellen Martinsumzüge wurden abgesagt, selbst gebastelte Laternen blieben dunkel, wenig später waren viele Kindertagesstätten beinahe vollständig geschlossen. Nach dem Willen der Kindergärten soll das aber eine Ausnahme bleiben.

"Wir veranstalten einen Martinsumzug im Freien", erklärt Claudia Stöckmann-Glock. Der Rahmen werde im Vergleich zu früheren Jahren "sehr dezimiert" sein. So wolle man nur einmal vom Bolzplatz zum Feuerwehrhaus laufen, sodass die Abstände überall gut eingehalten werden können. "Sankt Martin wird den Umzug auf seinem Pferd anführen", berichtet die Leiterin des Buchauer Kindergartens. "Die Kinder haben selbst Laternen gebastelt, sie freuen sich schon sehr darauf."

Auch beim katholischen Kindergarten Don Boscoin Pegnitz will man den Umzug unbedingt wieder abhalten. "Wir laufen eine Runde durch den Wiesweiher", erklärt Leiterin Julia Manske. Der Rest der Feier findet im Garten der Einrichtung statt. Dafür gibt es ein umfassendes Hygienekonzept: Alles passiert nur im Freien, mit Abstand, mit Maskenpflicht bei der Essensausgabe und Beschränkung der Teilnehmer auf die Kita-Kinder, zwei Erwachsene und Geschwisterkinder. Selbst der Gottesdienst wird draußen zelebriert.

Kinder mussten zurückstecken

Wichtig ist ihr, dass alle Kindergartengruppen gemeinsam feiern: "Wir sind eine Einheit", betont Manske. Damit es trotz Einschränkungen festlich wird, hat die Einrichtung die Jugendbergmannskapelle engagiert, um Lieder für die Kinder zu spielen. Von den Familien habe sie bislang nur positive Rückmeldungen bekommen, sagt Manske: "Meiner Meinung nach sind die Eltern froh, dass die Kinder die Dinge wieder so erleben dürfen, wie es ihnen zusteht. Vergangenes Jahr mussten sie im Kindergarten schon sehr zurückstecken."

Beim katholischen Kindergarten St. Martin in Troschenreuth will man die Feier des Namenspatens kein zweites Mal ausfallen lassen. "Wir haben vor, den Umzug so wie immer stattfinden zu lassen", erklärt Leiterin Daniela Pracht – nur eben mit Hygienekonzept. Sogar die Andacht in der Kirche soll es geben, dort aber natürlich mit Abstand, Maskenpflicht und Kontaktnachverfolgung.

Anschließend steht dann der Umzug durch den Ort an. Dabei ist die Teilnehmerzahl unbegrenzt. "Wir sind ein ganz kleines Dorf, das ist überschaubar", meint Pracht dazu. "Wenn da einzelne Dorfkinder zum Umzug dazukommen, ist das kein Problem. Das wollen wir Besuchern nicht verwehren."

Ähnlich sieht man es beim Kindergarten Riegelstein, der seine Martinsfeier gleichfalls bei unbegrenzter Teilnehmerzahl ins Freie verlegt hat: "Bei so wenigen Kindern ist es kein Problem, wenn mehr Familienmitglieder kommen, wir haben einen riesigen Garten", sagt Leiterin Gabi Neupert.

Der Gang in die Kirche fällt im Betzensteiner Ortsteil dieses Jahr aus, dafür dürfen die Kinder wieder "Der Sternenmann" im Außenbereich der Kita aufführen. "Für die Vorschulkinder ist das die erste Vorstellung. Sie üben dabei, sich zu präsentieren und selbstständig zu sprechen. Das hat den Kindern gefehlt", so Neupert.

"Wir sind alle froh, dass wir zumindest einen Laternenumzug machen können", meint auch Martina Bote. Die stellvertretende Leiterin des Kindergartens Plech organisiert einen Martinsumzug samt kleiner Andacht unter freiem Himmel. Wie bei vielen anderen Einrichtungen auch soll die Veranstaltung Kindergarten-intern sein, nur mit den Eltern und ihren Kindern. Angesichts steigender Inzidenzen gerade unter den jüngeren Altersgruppen bleibt allerdings viel Ungewissheit. "Was wir an dem Tag wirklich dürfen, müssen wir dann sehen", sagt Bote.

Auch die Pläne der katholischen Fatima-Kindertagesstätte in Auerbach stehen noch unter Vorbehalt. Dort hat Schwester Olga Weberndorfer für die Martinsfeier ein volles Programm geplant: "Wir sind im Freien mit allen drei Gruppen, wir lassen die Martinsreiter kommen, die Kinder tragen kleine Texte vor, und es gibt den Laternentanz der Vorschulkinder", beschreibt sie. Im Gegensatz zu früheren Jahren soll der Umzug aber ausschließlich auf dem Kita-eigenen Gelände stattfinden, mit Singstationen auf der Wiese und Musik beim Laufen.

Corona-bedingt dürfen die Kinder aus den drei Gruppen nur zwei erwachsene Begleiter mitbringen, dazu Geschwisterkinder. Natürlich stünde es jedem frei, zu kommen oder nicht, wenn die Corona-Zahlen weiter steigen, erklärt Schwester Olga. Doch die meisten Eltern hätten sich eher positiv geäußert: "Wir würden uns freuen, wenn es klappt."

Dagegen sind die Pläne des Arbeiter-Samariter-Bundes für seine Kindertagesstätten in Pottenstein und Kirchahorn zurückhaltender. "Wir machen keinen offiziellen Straßenumzug", erklärt der ASB-Vorsitzende Roland Löb. "Wir haben entschieden, nur hausintern mit den Kindern und Eltern zu feiern." Die Andacht in der Pottensteiner Kirche werde es ebenfalls nicht geben. Auch wenn es in Bayern mittlerweile Öffnungsschritte gegeben habe, sagt Löb, "steckt trotzdem viel Aufwand darin, ein Fest sicher zu gestalten. Und ein Restrisiko bleibt trotzdem."

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