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Nach F-16-Absturz: Landwirt genervt wegen Schotter

Arbeiten an Absturzstelle gehen weiter — Schwere Trucks auf Wiese unterwegs - 28.08.2015 17:25 Uhr

Nachdem die amerikanische Armee die Teile des abgestürzten F-16-Kampfflugzeugs bei Engelmannsreuth abtransportiert hat... © Ralf Münch


An der Absturzstelle selbst wurden oberhalb des Einschlagkraters Bäume gefällt. Das belastete Erdreich, rund 180 Quadratmeter, wird in die Grube Bocksrück in Haag gebracht und untersucht. Das Loch im Wald wird zunächst mit Kies aufgefüllt und dann mit Waldboden überdeckt.

Derweil steht der Landwirt Otto mit einer Schaufel auf seiner Wiese und kratzt Schotter zusammen.

„Die fragen nicht lange und machen, was sie wollen. Das war vor 20 Jahren schon so, und das ist immer noch so“, sagt er. Otto ist sein Vorname, seinen Nachnamen behält er lieber für sich.

... sind jetzt deutsche Behörden und ein Landwirt damit beschäftigt deren Hinterlassenschaften zu beseitigen. © Fotos: Ralf Münch


Einen Hektar ist seine Wiese groß, es ist jene, die von der amerikanischen Air Force nach dem Absturz des Kampfflugzeuges in einem Waldgebiet bei Engelmannsreuth annektiert und zum Lager umfunktioniert wurde.

Seit Donnerstag ist er dabei, die Schottersteine, die auf die Wiesenauffahrt gekippt wurden, damit die schweren Trucks mit ihrer Ladung auf die Wiese kommen, zusammenzukratzen. Immer stundenweise. „Ich habe auch noch was anderes zu tun, als das Zeug, das hier einfach liegengelassen wurde, wegzuräumen.“

Gutachter war bereits da

Rund zehn Meter Länge und acht Meter Breite hat das Schotterfeld, das Otto noch vor sich hat. Schotter, der durch die schweren Maschinen in den Wiesenboden gedrückt wurde und nun mühsam wieder herausgepult werden muss.

Die kleinen Ölflecken auf der Wiese und die Metallteile, von denen er nicht sagen kann, wofür sie gut waren, und die er bereits mit einem Nachbarn eingesammelt hat, stören ihn gar nicht so sehr. Auch nicht, dass die Wiese, auf der er normalerweise Heu macht, jetzt geplättet ist: „Dann fällt in diesem Jahr der dritte Schnitt aus. War sowieso zu trocken.“

Aber die Geschichte mit dem Schotter nervt ihn schon ein bisschen. Zwar sei das nichts gegen die Zerstörungen, die Panzer in den 50er Jahren hinterlassen hätten. Aber wie könne es sein, dass man einfach gehe, ohne etwas wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen?

Ein Gutachter aus Weiden sei auch schon da gewesen. Der soll beurteilen, was dem Landwirt an Schadenersatz zusteht. „Keine Ahnung ob und wie viel es überhaupt gibt. Aber die Arbeitszeit, die wir investieren, die zahlt eh keiner“, sagt Otto. Und schippt wieder ein Häufchen Steine.

Bilderstrecke zum Thema

F-16-Absturz: Schrottteile zeugen von dem Unglück

Der US-Kampfjet war am vergangenen Dienstag abgestürzt, der Pilot konnte sich kurz zuvor via Schleudersitz retten. Die Maschine vom Typ F-16 stürzte in ein unbewohntes Waldstück nahe Engelmannsreuth im Landkreis Bayreuth. Die Bergungsarbeiten dauerten noch Tage an. Das belastete Erdreich im Acker und an der Fundstelle im Wald wurden ausgekoffert und entsorgt.


 

SARAH BERNHARD UND RALF MÜNCH

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