Sonntag, 28.02.2021

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Nachgefragt: Worauf Sie beim Maskenkauf achten sollten

Apotheken konzentrieren sich oft auf Handel mit in Deutschland produzierten FFP2-Masken - 21.01.2021 14:55 Uhr

Unterschiedliche Preise, Pflege, Zertifizierung: Apotheker aus Pegnitz und Pottenstein erklären Details zu den FFP2–Masken, die seit dieser Woche unter anderem beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden müssen.

20.01.2021 © Foto: Klaus Trenz


Normale Masken reichen nicht mehr aus. Das ist die Meinung der Landesregierung, die mit der FFP2-Maskenpflicht versucht, Herr der Lage zu werden. In den vergangenen Tagen gab es dadurch eine große Nachfrage nach der Mund- und Nasenbedeckung. Vielen Kunden fiel dabei auf, dass es preisliche Unterschiede bei der Anschaffung gab.

Einige kauften sogar ganze Packs im Internet. Dadurch entstand die Unsicherheit, ob die billigen Masken überhaupt für ausreichend Schutz sorgen. Das Thema wurde auch in den sozialen Medien diskutiert und immer wieder wurde auf die unterschiedlichen CE-Zertifizierungen hingewiesen. Doch diese sagen tatsächlich nur aus, wo eine Maske das Zertifikat erhalten hat.

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Auf der sogenannten Nando-Datenbank-Liste sind alle zugelassenen Stellen für eine CE-Zertifizierung von FFP-Masken aufgelistet. Durch diese Datenbank könne jeder nachlesen, welches Land die vorliegende Maske geprüft hat. Die Prüfung an sich folge einer Norm, die jedes Land einhalten muss. So sei es egal, welche Nummer auf der Maske eingedruckt wäre, solange diese in der Datenbank vorkomme.

"Man muss einfach vorsichtig sein, alles zu verurteilen, nur, weil etwas in einem anderen Land geprüft wurde", erklärt Florian Hofmann. Es gebe in jedem Land eben solche Institute, die dies dürften. Vielen Herstellern gehe es einfach darum, dass das eigene Produkt schnell und kostengünstig seine Zertifizierung erhalte. "Da sind eben andere Länder schneller gewesen."


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Es gebe aber etwas, worauf Hofmann besonders achte. "Ich frage mich lieber, wo wurde die Maske produziert. Wir verwenden ausschließlich FFP2-Masken, die in Deutschland hergestellt wurden", sagt Hofmann. So haben er und seine Mitarbeiter viele Produkte seit April vergangenen Jahres durchprobiert und einen markanten Unterschied ausgemacht. "Man merkt es sofort, wenn die Masken auf billige Art und Weise oder in Deutschland produziert wurden. Die aus Deutschland riechen nicht so streng nach Plastik. Die Bändchen reißen nicht so schnell und die Filterhaltbarkeit ist deutlich länger." Denn eigentlich dürften die Masken nur einmal getragen werden – eben ein Einwegprodukt.

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Vor allem, wenn eine Maske über einen längeren Zeitraum getragen wurde, dann "durchnässen die Masken, weil man darunter schwitzt und ein- beziehungsweise ausatmet".

Dann verlören die Masken ihren Schutz, ist sich Hofmann sicher. Doch damit möchte Hofmann die billigen Masken keinesfalls verteufeln. So meint er, dass jeder Schutz besser sei als keiner. "Hauptsache, sie hat eine FFP-Kennzeichnung." Doch welches Land letztendlich die CE-Zertifizierung auf die Masken druckt, sei ihm egal.

Große Preisunterschiede

Die großen Preisunterschiede, die einige Bürger beklagen, kämen auch nicht durch die unterschiedliche Zertifizierung. "Das sind die normalen Gesetze der Marktwirtschaft", sagt Bernhard Weiß. "Als die Masken sehr knapp waren und wir froh sein konnten, wenn wir welche bekommen haben, da mussten wir im Einkauf auch mehr bezahlen." Diese Preise müssten die Apotheken eben weiter an die Kunden geben. "Kalkulieren muss eben jeder für sich." Nun habe sich Weiß ausreichend eingedeckt, da er nicht ständig den Anbieter wechseln möchte. Er glaubt, dass ihm sein Vorrat bis Ende Februar, vielleicht sogar bis April, reicht.

Beiden Apothekern sei bewusst, dass dies keine billige Angelegenheit sei und viele sich den ständigen Wechsel nicht leisten könnten. So geht Weiß sogar davon aus, dass weitere Bundesländer mit der FFP2-Pflicht nachziehen würden.

Um die Kosten etwas zu senken und die Haltbarkeit zu verlängern, hat Weiß noch einen Tipp: "Es gibt die Möglichkeit, die Masken bei 80 Grad im Ofen ein paar Minuten zu erwärmen. Auch die Lufttrocknung in der Wohnung über mehrere Tage ist möglich."

Wenn man die Masken nur kurzzeitig im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen trägt, dann wären diese Tipps eine kleine Hilfe. "Falls die Masken über Stunden getragen wurden und bereits feucht wurden, dann kann man sie nicht mehr aufbereiten."

MARTIN BURGER

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