Montag, 12.04.2021

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Nankendorfer Mühle wird mit Millionenaufwand saniert

Der Stadtrat beschließt einstimmig die Aufnahme des historischen Gebäudes in den Antrag zur Städtebauförderung. - 30.10.2020 12:32 Uhr

Die alte Mühle in Nankendorf wird saniert. Seit 1801 befindet sie sich im Besitz der Familie von Johannes Sebald. Der Stadtrat möchte sie saniert sehen.

29.10.2020 © Foto: Johannes Sebald


Neben der Mühle sieht der Plan 425 000 Euro an förderfähigen Kosten im Jahr 2021 vor. 250 000 Euro davon sollen in die Platzgestaltung des alten Brauereigeländes in Nankendorf fließen, die restlichen 175 000 Euro in die Revitalisierung des Thiem-Anwesens in der Sutte. Für die Sanierung der Mühle in Nankendorf will die Stadt 25 000 bis 40 000 Euro beisteuern. Insgesamt soll die Sanierung 1,2 Millionen Euro kosten, der Rest soll aus Fördermitteln und einem Eigenanteil der Familie Sebald stammen, die das Gebäude verwalten und bewohnen will. Die Bedarfsmitteilung, die eher Absichtserklärung als Verpflichtung ist, wurde einstimmig vom Stadtrat verabschiedet.

Die Mühle in Nankendorf sei ein wichtiges, den Ort prägendes Gebäude, sagte Thomas Thiem. Zur Vorstellung der traditionell im Familienbesitz gehaltenen Immobilie waren die Eheleute Franziska und Johannes Sebald in den Stadtrat gekommen.

Letzterer hatte die Mühle im vergangenen Jahr von den Eltern übernommen und plant, nach der Renovierung mit Frau und Tochter dort einzuziehen. Außerdem sollen bestimmte Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, beispielsweise als Museum. "Wir hängen sehr an diesem alten Gebäude", sagte Franziska Sebald.

Die erste urkundliche Erwähnung der Mühle stammt aus dem Stadtarchiv Bayreuth und ist auf das Jahr 1539 datiert. Sie sei damit das älteste Gebäude in Nankendorf, erklärte Johannes Sebald.

Seit 1801 befinde sich die Mühle im Besitz der Familie. Strom erzeugt sie seit 1898, seit 1973 existiert die aktuelle Konstruktion mit dem Wasserrad. Heute gelte die denkmalgeschützte Mühle als eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten im gesamten Stadtgebiet, sagte Johannes Sebald.

Bei Touristen wie Einheimischen als Fotoobjekt beliebt, tauche sie außerdem regelmäßig in Prospekten sowie in Radio- und Fernsehsendungen auf. Immer wieder gebe es Führungen wie zuletzt durch den Fränkische Schweiz-Verein. Auch der Bier-Wanderweg sowie ein Radweg führten direkt an der Mühle vorbei. Außerdem stehe sie unter anderem bei der jährlichen Fronleichnam- und Lichterprozession im Zentrum der Feierlichkeiten.

Die 30 Meter lange Mühle besteht aus zwei Gebäudeteilen: Dem Wohnhaus und dem Mühlengebäude. Der zweigeschossige Dachstuhl sei zu rund drei Vierteln zerstört, schätzte Johannes Sebald. Außerdem sei die Bedachung größtenteils undicht, der Regen zerstöre nach und nach das Gebälk. In ihrer Not habe die Familie Eimer und Behälter unter den undichten Stellen platziert.

Planung und Nutzung

Um die Mühle wieder benutz- und bewohnbar zu machen, habe die Familie bereits 2011 mit dem Denkmalschutzamt Kontakt aufgenommen, sagte Franziska Sebald. In den vergangenen beiden Jahren sei man dann gemeinsam zu einer Entwurfsplanung mit Nutzungskonzept und Kostenberechnung gekommen. Eine Kostenschätzung des Architekturbüros Reiß & Raffegerst sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sanierung rund 1,2 Millionen Euro teuer werde. Dies beinhalte die Gesamtsanierung des Dachstuhles und des ehemaligen Mühlengebäudes sowie die Schaffung von Wohnraum und einer Ausstellungsfläche.

Sowohl Bürgermeister Thiem als auch mehrere Stadträte machten sich für die Unterstützung der Sanierungspläne der Familie Sebald stark. Stadtrat Dominik Bogner bezeichnete es als Glücksfall, dass die Mühle im Familienbesitz bleibe und teilweise auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen solle. Der Stadtrat stimmte einstimmig für die Aufnahme der Mühle in den Förderantrag der Stadt.

JULIAN SEIFERTH

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