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Mittwoch, 14.04.2021

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Narrerei trotz Corona: Faschigsgesellschaften erlassen närrische Gesetze

Heimische Faschingsgesellschaften zeigten sich bei humorvoller Aktion von ihrer kreativen Seite - 09.01.2021 15:08 Uhr

Spontan, wie die Michelfelder ihren Fasching leben, sagte das noch amtierende Prinzenpaar Jenny und Andreas Beyer zu, für die NN-Redaktion ein paar närrische Gesetze zu verfassen. Auch ohne Faschings-Session.

08.01.2021 © Foto: Archiv/Brigitte Grüner


Die Michelfelder Narren, speziell das Prinzenpaar, waren da ganz spontan und sagten sofort zu. Jenny (30) und Andreas Beyer (34) sind schon "Langzeit-Monarchen". Die beiden Auerbacher wurden am 11. November 2018 als neues Prinzenpaar der Faschingsabteilung des ASV Michelfeld vorgestellt. Weil im Auerbacher Ortsteil nur alle zwei Jahre organisierter Fasching ist, wären sie normalerweise im November 2020 abgelöst worden.

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Rückblick: Schillernder Galaabend der Pegnitzer Stadtgarde

Im Januar des Jahres 2014 hieß es wieder "Helau!" in Pegnitz, als der traditionelle Galaabend der Stadtgarde Glückauf Faschingsbegeisterte in die Sammathalle lud. Bei dem bunten Programm aus Gardetänzen, Comedy-Sketchen und Büttenreden wurde so manche Lachträne von den Narren vergossen.


Kleiner Tanz am 11.11.

Da die Prunksitzungen 2021 wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurden, hängte das sympathische Prinzenpaar gleich noch ein Jahr dran. Aufgaben gibt es mangels Auftritten vorerst eher nicht. Für einen Spaß sind die beiden Hoheiten dennoch zu haben. Zum Faschingsauftakt am 11. November drehten sie einen kleinen Film, auf dem sie mit dem einjährigen Sohn Luis auf dem Arm einen lustigen Tanz aufführten.


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Um auch im Januar etwas Faschingsgefühle zu bekommen, haben Jenny I. und Andreas I. auf Bitten der Redaktion folgende Gesetze für die närrische Jahreszeit 2021 – die es eigentlich nicht gibt – erlassen:

1. Ab sofort werden Masthühner und Schweine zusätzlich mit dem Corona-Impfstoff gefüttert, um über die Nahrung möglichst schnell die geforderte Herdenimmunität zu bekommen.

2. Da die Auerbacher Bürger an das Tragen von Masken nun gewöhnt sind, werden neben den bunten Socken auch zukünftig bunte venezianische Masken während der Faschingszeit getragen.

3. Für die Nachhaltigkeit werden gebrauchte, nicht mehr benötigte Masken bei Emmys Gardinenstübchen gesammelt und chemisch gereinigt, um diese als Flickwerkzeug bei der Schneiderei Cimen einsetzen zu können.

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Schrill, bunt, witzig: Michelfelder feiern Fasching

Nach einer schöpferischen Pause von einem Jahr übertraf sich die Faschingssparte des ASV Michelfeld wieder selbst mit guten Büttenreden, schriller Mimik, Klamauk, Musik und lustigen Sketchen.


Bereits drei Tage vor Weihnachten wandten sich die Nordbayerischen Nachrichten schriftlich an die noch amtierenden Prinzenpaare und baten um ein paar besondere närrische Gesetze für die Corona-Session 2020/21. Diese sollten auf dieser Faschings-Sonderseite veröffentlicht werden. Das Prinzenpaar der Faschingsgesellschaft Stadtgarde Auerbach ist seit November 2019 Kati und Marc Haberberger. Die beiden Lehrer haben sich mit dem Anliegen unserer Redaktion an den FG-Vorsitzenden Martin Steiner gewandt. Dieser sagte schließlich am Donnerstag ab. Keiner der Auerbacher Narren sei dafür, Gesetze ohne einen aktuellen Fasching zu schreiben. "Bei uns sind alle enttäuscht und vermissen den Fasching", erklärte Steiner und bedauert, dass daher niemand den Nerv gefunden habe, närrische Gesetze für dieses außergewöhnliche Jahr zu schreiben.

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Prunk, Glanz und Gelächter im Bürgerhaus: Prunksitzung der FK Kühlenfels-Waidach

Die Narren des Faschingskommitees Kühlenfels-Waidach hatten am Freitag- und Samstagabend das Bürgerhaus in Pottenstein geentert. In zwei ausverkauften Prunksitzungen unterhielten sie ihr Publikum glänzend - mit Gardetanz, Büttenreden und bester Laune.


Gerne teilgenommen hätte an der NN-Faschingsaktion dagegen das Faschingskomitee der SK Kühlenfels-Waidach. Aber es hat nicht sollen sein. "Leider haben wir erst seit zirka einer Stunde wieder Internetempfang", schrieb Heidi Brendel am 4. Januar. Das war der Tag, bis zu dem die Redaktion die Gesetze erbeten hatte. "Daher haben wir die Mail jetzt erst gelesen", so Brendel weiter. So war es verständlich, dass das Faschingskomitee nicht von jetzt auf gleich närrische Gesetze aus dem Hut zaubern konnte. Aber so ganz ohne Narretei soll es in der Kühlenfelser Gesellschaft nicht abgehen. "Wir haben für den diesjährigen Fasching trotzdem einen Orden anfertigen lassen", verrät Heidi Brendel. Es soll einen Corona-Orden geben, nach einer Vorlage von Werner Mildner angefertigt. Brendel: "Diesen Orden werden alle unsere Aktiven überreicht bekommen, sobald es die Corona-Beschränkungen zulassen. Wie wir es genau machen, steht noch nicht fest, mit Corona ist ja leider nichts planbar."

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Auerbach Helau - Faschingsstart vor über 50 Jahren

Ein dreifach-donnerndes Auerbach Helau! Vor über 50 Jahren organisierte sich in Auerbach der Fasching mit der Gründung der "Stadtgarde". Erstes Prizenpaar waren damals Renate und Max Riedhammer. Zum närrischen Aufgebot der Auerbacher "Stadtgarde" gehörten natürlich auch eine Tanzgarde und Herren des Elferrats. Die ersten Veranstaltungen fanden im Goldnen Löwe statt.


"Horde Gesetzesloser"

So richtig bewusst wurde der NN-Redaktion erst mit dieser Faschings-Aktion, dass es in Pegnitz eine wilde "Horde Gesetzesloser" zu geben scheint. Pegnitz ist ja immer wieder für Überraschungen in jeder Hinsicht bekannt. Aber offensichtlich regiert das Rathaus dort derart fehlerlos, dass die Faschingsgesellschaft "Stadtgarde Glückauf" gar keine Gesetze erlassen muss, um das Narrenvolk bei Stimmung zu halten. "Bei uns hat es das noch nie gegeben", sagt Präsidentin Andrea Porsch auf die Anfrage der NN. Aber ähnlich spontan wie die Michelfelder, lassen sich die Pegnitzer bei der Gaudi nicht lumpen. "Aufgrund der Corona-Lage ordnen wir einen Sondereinsatz für die Elferräte und Garden an", schreibt Andrea Porsch. Deren Erfahrung im närrischen Feiern, Tanzen und Schunkeln soll zur schnelleren Genesung beitragen.

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"Tierisches Vergnügen" mit der Stadtgarde Glückauf Pegnitz

Bunt, laut und lustig ging es beim ersten Gala-Abend der Narren am Freitag in Pegnitz zu. Mit fast 30 Programmpunkte sorgte die Faschingsgesellschaft Glückauf Pegnitz für ein tierisches Vergnügen in der Christian-Sammet-Halle.


Die Präsidentin verrät ein Rezept für einen Home-Galaabend und empfiehlt: "Eine Flasche Sekt, das heimische Wohnzimmer und Faschingsmusik. Nach dem ersten Glas den Schlachtruf üben: Bengatz Glückauf (Fenster auf, der Nachbar darf es gerne hören). Nach dem zweiten Glas trainieren der Faschingsrakete, nicht dass wir aus der Übung kommen: Stufe 1 klatschen, Stufe 2 mit den Füßen trampeln und Stufe 3 abheben (bitte den Bodenkontakt nicht verlieren).

Zum dritten Glas Sekt schwingt das Tanzbein. Schwere Möbelstücke bitte umschiffen, falls kein Partner zur Hand, Wischmop nutzen. Wer nicht tanzen kann, bitte die Flasche zur Hand nehmen und mitsingen. Die Flasche ersetzt das Mikro.


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Nach dem vierten Glas Sekt hoffen wir auf die richtige Stimmung für den Erhalt der nächsten Faschingsgeneration. Mit dem fünften Glas Sekt auf den gelungenen Abend anstoßen."

Für die restliche Faschingszeit, wobei der Home-Galaabend wiederholt werden kann, empfiehlt die Präsidentin Viva Corona. Gegen das Coronavirus verordnet das Prinzenpaar täglich mindestens sechs Knoblauchzehen für jeden. Es hilft zwar nicht direkt gegen das Coronavirus, aber der Abstand von 1,5 Metern kann so auf jeden Fall leichter eingehalten werden.

Um in der nächsten Session glänzen zu können, beschließt das Prinzenpaar, dass Bürgermeister Wolfgang Nierhoff einen Intensivkurs im "Narrsein" vom Männerballett bekommt. Terminvereinbarung bei Andrea Porsch oder Katja Neugebauer. Darauf ein gefühlt geschmettertes Dreifach Bengatz Glückauf.

BRIGITTE UND MICHAEL GRÜNER

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