Montag, 12.04.2021

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Nasnitzer ist bester Azubi der Region

Andreas Kohl wurde ausgezeichnet — Mit Praktikum in Beruf geschnuppert - 13.10.2016 10:58 Uhr

Andreas Kohl (links) machte im Betrieb von Wolfgang Kraus in Nasnitz eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Jetzt wurde er als Bester der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz ausgezeichnet.

12.10.2016 © Brigitte Grüner


Dreieinhalb Jahre hat die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker mit dem Schwerpunkt Drehtechnik gedauert. Eine lange Zeit, doch diese ist notwendig, um nicht nur die praktischen Fertigkeiten zu erlernen, sondern auch den Umgang mit modernen computergesteuerten Maschinen. Bei der Kraus CNC Metallbearbeitungs GmbH wird fast ausschließlich mit Maschinen produziert.

Nur wenn Einzelstücke oder ganz kleine Serien bestellt werden, wird zwischendurch an der herkömmlichen Drehbank gearbeitet. Auch müssen die jungen Leute lernen, genau zu sein. Denn Präzision ist das oberste Gebot für den Zerspanungsmechaniker, der gewöhnlich Bauteile herstellt, die in Maschinen oder Fahrzeugen eingebaut werden.

Der jetzige Kammersieger war vor vier Jahren Absolvent der Mittelschule in Auerbach. Für einen Beruf in der metallverarbeitenden Industrie hatte er sich schon vor dem Quali interessiert. Ein Betriebspraktikum machte er unter anderem bei Curamik in Eschenbach. Als Ausbildungsbetrieb war für Andreas Kohl der Nasnitzer Betrieb aber erste Wahl.

Zu Fuß zur Arbeit

Immerhin könnte er sogar zu Fuß zur Arbeit gehen. Auch die Berufsschule war einfach zu erreichen. Eigentlich wäre die Schule in Amberg zuständig, aber der Betrieb stellte einen Gastschulantrag, so dass der junge Mann in der Berufsschule in Pegnitz unterrichtet wurde. Der Bus in die Nachbarstadt fährt täglich mehrmals durch den Ort.

Ein Betriebspraktikum, wie es viele Schulen durchführen, finden Ausbilder und junge Leute gut. Es sei schon sinnvoll, mal in einen Beruf zu schnuppern, findet Andreas Kohl.

„Nach einer Woche merkt man oft schon, ob einem der Beruf wirklich zusagt“, hat Wolfgang Kraus festgestellt. Seine bisherigen Azubis waren meist vorher schon wegen eines Praktikums im Betrieb.

Sechs junge Leute hat der Familienbetrieb bislang ausgebildet. Nach Sebastian Thumbeck ist Andreas Kohl der Zweite, der seine Ausbildung als Kammersieger abschloss. Darauf ist auch der Chef stolz. Gerne fuhr er mit Gattin Helga und dem jetzigen Gesellen nach Passau. Dort fand die Bestenehrung der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz vor einigen Tagen statt. Es wurden die erfolgreichsten Absolventen aus über 70 Berufen ausgezeichnet. Andreas Kohl bekam eine Urkunde und eine Medaille.

Bei der Abschlussprüfung ging es nach dem Theorie-Teil in der Praxis vor allem um die Fähigkeit, einen Werkplan lesen zu können, und um Präzision. Drei Teile mussten nach Plan angefertigt werden, die danach perfekt zueinander passen sollten. Dies hatte Andreas Kohl vorher schon oft geübt. Ausbilder Wolfgang Kraus hatte ihm Abschlussprüfungen der Vorjahre als Übung machen lassen. Die praktische Prüfung für die Zerspanungsmechaniker fand im Frühjahr innungsweit in Straubing statt.

Flexibel zum Erfolg

Gerne stellt Wolfgang Kraus wieder mal einen Auszubildenden ein. Er findet, dass die jungen Leute ihr Wissen vor allem in der Praxis erwerben. Momentan sind acht Mitarbeiter – darunter zwei Meister und ein angehender Meister - im Betrieb tätig, der sich in 27 Jahren vom Einmann-Unternehmen zum erfolgreichen Betrieb im Mittelstand entwickelt hat.

Auch Andreas Kohl möchte sich noch fortbilden. Ihm schwebt die Weiterbildung zum Techniker vor. Ob er diese in Vollzeit-Unterricht oder berufsbegleitend machen wird, hat er noch nicht entschieden. Momentan ist der erfolgreiche Azubi damit zufrieden, mehrmals täglich andere Werkstücke herzustellen. „Immer wieder gibt es andere Herausforderungen. In unserem Beruf muss man flexibel sein“, sagt Kohl, der nicht nur Programmierer, sondern auch Fertiger der benötigten Teile ist.

BRIGITTE GRÜNER

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