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Donnerstag, 24.09.2020

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Neue Einfädelspuren auf der B2: Die Mehrheit fährt falsch

Autofahrer stellen die beiden neuen Einfädelspuren auf der Bundesstraße in Pegnitz vor Probleme. - 16.09.2020 08:55 Uhr

So ist es falsch: Der Fahrer des roten Wagens zieht auf der Einfädelspur zu früh auf die rechte Fahrbahn. Er überfährt dabei die durchgezogene Linie. Korrekt wäre es gewesen, wenn er erst bei der gestrichelten Linie nach rechts gezogen wäre.

© Hans-Jochen Schauer


Die Verkehrsteilnehmer lassen sich in fünf Gruppen einteilen.

Die erste Gruppe: Sie warten an der Einmündung, obwohl von links keine Fahrzeuge kommen.

Zweite Gruppe: Sie fahren von der Einmündung erst geradeaus, überfahren dabei die durchgezogene Linie biegen nach links und kommen so sofort auf die rechte Spur.

Dritte Gruppe: Sie biegen nach links auf die Einfädelspur ein, fahren aber nicht bis zu deren Ende, sondern ziehen schon vorher über die durchgezogene Linie auf die rechte Spur.

Vierte Gruppe: Sie biegen nach links ab auf die Einfädelspur, beachten aber die auf rechten Spur rollenden Fahrzeuge nicht ausreichend, sodass sie am Ende der Einfädelspur anhalten müssen.

Fünfte Gruppe: Sie biegen nach links ab, nehmen ausreichend Geschwindigkeit auf, haben den Verkehr auf der rechten Spur im Blick und reihen sich am Ende der Einfädelspur problemlos in den fließenden Verkehr ein, so wie es gedacht ist.

Die Polizei Pegnitz habe noch "überhaupt keinen Erfahrungsschatz" zum Verkehrsverhalten der Autofahrer an und auf den Einfädelspuren, so Sebastian Schneider, Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Pegnitz. Er vermutet, dass die Einfädelspuren in Pegnitz für die Autofahrer ungewohnt seien. "Sie gibt es in unserer Region nur an wenigen Stellen." Die große Mehrzahl der heimischen Autofahrer hätte somit in ihrer Fahrschulausbildung keine Möglichkeit, das richtige Einfädeln zu üben. "Viele wissen nicht, wie sie sich dort verhalten sollen."

Es sei ein Lernprozess, der stattfinden werde, meint Schneider. Bei den Verkehrsteilnehmern, die in Pegnitz wohnen, werde dies relativ flott gehen, ist er zuversichtlich. Bei Auswärtigen könne es länger dauern, bis sie das richtige Verhalten beherrschen. Es werde bei allen ein gewisse Zeit dauern; das sei bei den Kreisverkehren ähnlich gewesen.

Grundsätzlich werde durch die Verkehrsschilder gut erklärt, wie sich die Autofahrer beim Einfädeln zu verhalten hätten, sagt Schneider. Doch die Fehler werden ja schon von denen gemacht, die von Sauerbruchstraße und der Alten Poststraße nach links abbiegen und sich noch gar nicht auf der Einfädelspur befinden. "Die durchgezogene Linie darf nicht überfahren werden", betont der Polizeibeamte.

Fahrlehrerin Miriam Zeilmann von der gleichnamigen Fahrschule glaubt wie Schneider, dass Verkehrsteilnehmer an beiden Einmündungen "einfach routinemäßig" so wie früher nach links abbiegen. "Das ist ein automatisierter Ablauf."

Und wie biegt man an der Sauerbruchstraße und an der Alten Poststraße verkehrskonform auf die Bundesstraße ab?

"Als Linksabbieger muss man auf die Fahrzeuge achten, die von links kommen. Auf Fahrzeuge, die von rechts kommen, sollte man besonders aufpassen, denn es könne sein, dass von ihnen welche nach links in die Sauerbruchstraße oder Alte Poststraße abbiegen wollen.

"Ist der Weg dann frei, sollte man herausfahren, auf der Einfädelspur beschleunigen und dabei die rechte Spur im Blick haben. Erst an der gestrichelten Linie sollte man auf die rechte Spur wechseln", so Zeilmann. Die Verkehrsteilnehmer auf dieser Spur seien angehalten, die Fahrzeuge einfädeln zu lassen. "Notfalls müssen sie halt mal kurz vom Gas gehen", so die Fahrlehrerin. Sie plädiert für ein Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme. "Das richtige Einfädeln wird in der Fahrschule in Theorie und Praxis geübt", sagt Miriam Zeilmann.

"Unfälle habe es an den zwei neuen Einfädelspuren noch keine gegeben", sagt Sebastian Schneider. Die Polizei habe somit auch keinen Anlass zu irgendwelchen Aktionen. Erst wenn es dort öfters zu Unfällen kommen sollte, würde die Polizei die Initiative ergreifen.

Und wie sollen sich Radfahrer auf den zwei Einfädelspuren verhalten? "Radfahrer haben dort nichts zu suchen. Sie müssen wie vorgeschrieben den dortigen Geh- und Radweg benutzen."

Einen positiven Effekt haben die Einfädelspuren bereits: Aufgrund der nun drei Spuren auf diesem Abschnitt der Bundesstraße wird erkennbar langsamer gefahren. Zuvor waren die beiden Spuren extrem breit, was zum schnelleren Fahren animierte. Zudem wirken die drei Leitbaken am Ende der Einfädelspuren wie optische Engstellen, was ebenfalls dazu führt, dass das Tempo etwas gedrosselt wird.

 

HANS-JOCHEN SCHAUER

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