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Sonntag, 15.09.2019

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Neue Jugendstätte Haidenaab auch für Behinderte

Baukosten betragen rund 3,3 Millionen Euro, die offizielle Einweihung soll am 5. Oktober stattfinden - 02.09.2019 22:14 Uhr

Die neue Jugendstätte des Kreisjugendrings in Haidenaab ist bald fertig. Sie wird im Oktober offiziell eingeweiht. Die Baukosten betragen rund 3,3 Millionen Euro. © Foto: Wolfgang Hübner


Die Jugendstätte Haidenaab dürfte das herausragendste Projekt des Kreisjugendrings der vergangenen 30 Jahre sein. 3,3 Millionen Euro wird es am Ende kosten. Der Landkreis trägt den Löwenanteil. Die Hälfte der Summe kommt über Zuschüsse herein, unter anderem vom Bayerischen Jugendring und von der Oberfrankenstiftung.

Seit 2014 war die Führungsspitze des Kreisjugendrings am Hirnen, Verhandeln, dem Aquirieren von Fördermitteln, dem Planen und Organisieren. Nach fünf Jahren intensiver Vorbereitungs- und Bauzeit wird das Bauwerk dann im Oktober in Anwesenheit von Repräsentanten der politischen Entscheidungs- und gewerblichen Bauebene vor der Kulisse der Sankt Ursulakirche mit der Schlüsselübergabe symbolisch ihren Abschluss finden. In einer Feierstunde um 10 Uhr wird dem Haus auch der ökumenische Segen erteilt. Um 13 Uhr schließt sich ein Tag der offenen Tür mit Rahmenprogramm an.

Ehrenamtlicher Hausmeister

Wie schon bei der Vorgängerin wird das Haus auch künftig vom Kreisjugendring in Eigenregie betrieben. Die gute Seele der Jugendstätte ist Reinhard Schlöger. Der ehrenamtliche Hausmeister hat vor Ort bereits die Arbeiten im Vorfeld sowie vor und während des Abrisses des alten Hauses begleitet.

In der Gesamtkonzeption spricht das Haus einen weiten Nutzerkreis an, der Behindertengruppen und Schulklassen mit einschließt. Barrierefrei eingerichtet verfügt es über ein Leitsystem mit akustischen Signalen für Blinde. Auch Hörbehinderungen wurde technisch Rechnung getragen.

Selbst die Fluchtwege sind zu 100 Prozent behindertengerecht für Rollstuhlfahrer, Blinde und Taube. Vom Obergeschoss führt auch ein Steg in Stahlkonstruktion vom Jugendhaus zum Zeltplatz. Der Steg ist auch der Rettungsweg aus dem Obergeschoss für Rollstuhlfahrer.

Lichtdurchflutet und in Farbkontrasten gehalten präsentiert sich die Jugendstätte in ansprechender Landhausoptik. Errichtet ist es dem baulichen und technischen Standard der heutigen Zeit sowie den Standards der Jugendarbeit angepasst und bayernweit wohl einmalig. In rund 4000 Kubikmeter umbauten Raum auf 975 Quadratmeter Grundfläche bietet es 34 Personen Platz. Mit Zustellbetten ist eine Belegung bis 40 Betten möglich. Die Jugendlichen werden in Zimmern mit höchstens vier Betten untergebracht.

Jedes Zimmer erhält eine Nasszelle mit getrennter Dusche, Waschbecken und WC. Die Schlaf- und zwei Aufenthaltsräume sind im ersten Stock, die Funktionsräume mit Seminar- und Arbeitsräumen sowie Ruhebereiche allesamt im Erdgeschoss.

Als Selbstversorgerhaus des Kreisjugendrings verfügt es über eine ausgestattete Küche und helle Speiseräume. Es kann so von den Gästen selbst gekocht werden, was vor allem von Praktikern in der Jugendarbeit geschätzt wird. Selbst für die Mahlzeiten Hand anlegen heißt, zu wirtschaften und mit anderen zusammenarbeiten lernen. Künftig wird aber auch die Anlieferung von Essen und die Vollversorgung ermöglicht werden.

Die Außenanlagen können für sportliche Aktivitäten genutzt werden und erlauben auch Lagerfeuerabende. Die letzten Bauarbeiten an der neuen Kreisjugendstätte Haidenaab befinden sich dafür auf der Zielgraden. Aktuell laufen mit der Pflasterung die Abschlussarbeiten.

Und im Inneren hat die Stätte bereits ihre Feuertaufe bestanden. Denn in der dritten Augustwoche war es schon ein kleiner historischer Moment für den Kreisjugendring Bayreuth, als mit der Jugendfeuerwehr aus der Gemeinde Emtmannsberg die erste Gruppe in der neuen Jugendstätte einzog.

Die Jugendwehr war als erste Gruppe gleichsam zum Probewohnen im Haus. Man testete alles aus und gab dem Kreisjugendring wertvolle praktische Tipps bezüglich der Handhabbarkeit im Kleinen wie für den Betrieb des Hauses im Großen.

Komplett barrierefrei

Den jugendgerechten, modernen und komplett barrierefreien Neubau ergänzen mit Haidenaab aber auch einige wichtige Standortfaktoren, die für den erfolgreichen Betrieb mitentscheidend sind. So ist die Anbindung Haidenaabs an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und das ErgoNet ein erheblicher infrastruktureller Vorteil.

In Tschechien um Gäste zu werben rückt dadurch in den Fokus. Der Standort ist zudem ausgezeichnet eingebunden in die Natur. Er empfiehlt sich durch seine Nähe zum Biotop Tauritzmühle und zum Freibad Immenreuth sowie zum großen Sportanlage des ASV Haidenaab. 

nn

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