Donnerstag, 19.09.2019

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Neue Verkehrsregelung gefordert: "Muss erst jemand sterben"

Nach einem schweren Unfall auf der Staatsstraße am Kletterwald kochen die Diskussionen hoch - 21.08.2019 11:00 Uhr

Bei einem schweren Unfall auf der Staatsstraße wurden fünf Menschen schwer verletzt. © NEWS5 / Merzbach


Fünf schwer verletzte Personen – der Unfall zwischen Pottenstein und der Abzweigung zum Kletterwald reiht sich in eine Serie an lebensgefährlichen Situationen. "Muss erst jemand sterben, damit hier etwas passiert", mahnt der Vorsitzende der Weidenloher Dorfgemeinschaft, Alex Berner.

Behörden lassen Stadt abblitzen

Der Ortsteil liegt direkt an der Staatsstraße und die Bewohner leiden seit langem unter der Gefahrensituation und Lärmbelästigung. Denn genau auf Höhe des Ortsteils Weidenloh endet die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometern und die Auto- sowie Motorradfahrer beschleunigen stark, um die aktuell vorgegeben 100 Stundenkilometer zu erreichen. "Es gab bereits eine Verkehrsschau, aber das war bevor die Rodelbahn nach oben verlegt wurde", erklärt Berner, "und das Verkehrsaufkommen nimmt noch weiter zu."

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Zusammenstoß nahe Pottenstein: Vollbesetzter Wagen kippt zur Seite

Bei einem schweren Unfall nahe des Kletterwaldes bei Pottenstein sind am Freitagmittag sechs Personen verletzt worden. Ein vollbesetzter Wagen, in dem unter anderem zwei Kinder saßen, stieß an einer Kreuzung mit einem weiteren Auto zusammen und kippte um.


Auch die Stadt Pottenstein bemüht sich seit Jahren um eine Änderung der Verkehrsregelung. So hatte Bürgermeister Stefan Frühbeißer bereits mehrere Gespräche mit den verantwortlichen Stellen. "Wir haben schon mehrfach vorgeschlagen, das Tempo auf 60 zu reduzieren", sagt Frühbeißer zur aktuellen Situation der Staatsstraße 2163, "bisher wurden alle Vorschläge abgelehnt. Wir sehen nach wie vor den Bedarf. Das haben wir deutlich gemacht." Natürliche wisse er nicht, ob sich mit einer neuen Regelung Unfälle ganz ausschließen lassen oder, ob man die bisherigen mit einem Tempolimit hätte vermeiden können.

Zu wenig Unfälle für neue Regelung

Das Straßenbauamt sieht aktuell keinen Bedarf, etwas zu ändern. So erklärt Kurt Schnabel vom staatlichen Bauamt Bayreuth, dass es bereits vor einigen Jahren eine Verkehrsschau mit der Polizei und der Stadt Pottenstein im Bereich des Kletterwaldes gab. Schnabel weiter: "Routinemäßig werden Unfallhäufungen besichtigt, die nach statistischen Auswertungen gekennzeichnet werden. Dieser Bereich war bisher nicht auffällig."

Sprich: Es gibt zu wenig Unfälle, als dass gehandelt werden müsste. Solche Aussagen treffen auf Unverständnis bei Berner: "Es kann hier nur auf die Einsicht und Vernunft der zuständigen Behörden gehofft werden. Jetzt besteht noch die Chance zu handeln, bevor jemand sein Leben verliert. Wer will dafür dann die Verantwortung übernehmen?" 

Martin Burger

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