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Neuer EVP-Gegner macht Eiszeiten knapp

Nach Aufstieg in die Landesliga: EHC Bayreuth muss Heimspiele vielleicht in der Ferne austragen - 13.03.2019 19:45 Uhr

In der Landesliga werden die Ice Dogs auch gegen Aufsteiger EHC Bayreuth (Fans im Bild) spielen. Wo die Pegnitzer zum Auswärtsderby dann hin müssen, steht noch nicht fest. © Foto: Peter Kolb


Eine Lösung des Problems: "Noch nicht in Sicht", sagt die EHC-Vorsitzende, die sogar befürchten muss, dass ihr Herrenteam einige Heimspiele in Pegnitz oder Kulmbach wird austragen müssen. Das wäre, wie sie frustriert einräumt, "ein Armutszeugnis für den Eishockey-Standort Bayreuth".

Dabei hätte sie allen Grund, sich zu freuen. Schließlich blickt Christiane Colditz auf äußerst erfolgreiche Wochen zurück: Mit ihrer Vorstandsmannschaft hat sie den Verein zunächst vor der Insolvenz bewahrt und danach mit der ersten Mannschaft ihr großes sportliches Ziel realisiert. Nun aber hat sie schon das nächste Problem an der Backe: die so knapp bemessenen Eiszeiten. Neu ist es für sie nicht, denn alle ihre Jugendmannschaften lechzen schon seit jeher nach mehr Eis.

Jetzt aber kommt auch noch die "Erste" hinzu. Die wird in der Landesliga mehr Spiele austragen müssen als in der gerade zu Ende gehenden Bezirksliga-Saison – nach momentanem Stand bis zu maximal 32 Partien. In der Bezirksliga werden es gerade einmal 25 oder 26 gewesen sein, je nachdem wie lange die am kommenden Wochenende beginnende Playoff-Finalserie gegen den EV Mittenwald dauern wird. Wobei in der Landesliga auch vermehrt freitags und sonntags gespielt wird, was bei Heimspielen wiederum mit dem Spielplan der Bayreuth Tigers kollidieren würde.

Mehr Training kaum möglich

Und etwas höhere Trainingsumfänge wären für die erste EHC-Mannschaft auch wünschenswert, um die Landesliga halten zu können. Die EHC-Vorsitzende weiß das: "Es wird aber kaum möglich sein, mehr Trainingszeiten anzubieten als bislang." Heißt: Es wird wohl auch künftig für die Herrenmannschaft bei den zwei Einheiten pro Woche bleiben – eine zusammen mit der U 20, eine alleine. Denn ihrem eigenen Nachwuchs Eiszeiten wegnehmen will sie "auf keinen Fall. Schließlich steht der Nachwuchs bei uns an erster Stelle."

Und freiwillig abgeben wird Sebastian Mayer, der hauptamtliche EHC-Nachwuchstrainer, auch nichts von dem raren Gut. "Das geht gar nicht. Unsere Kinder und Jugendlichen kommen ja schon jetzt viel zu wenig aufs Eis", sagt der 34-Jährige, der gerade beim Sterne-Programm des Deutschen Eishockey-Bundes um eine erfolgreiche Zertifizierung seines Nachwuchsbereichs kämpft. Er nennt ein Beispiel: Um zwei von maximal fünf Sternen zu behaupten, schreibe der Verband für die Altersklasse U15 viereinhalb Stunden Eistraining pro Woche vor. "Unsere U15 kommt gerade einmal auf drei Stunden, aber zusammen mit der U13 und der U17."

Im Sportamt ist man sich der Problematik längst bewusst. Dessen Leiter Christian Möckel spricht von einer "ganz, ganz schwierigen Situation". Er steht vor der nicht beneidenswerten Herausforderung, allen in Vereinen organisierten Schlittschuh-Sportlern gerecht werden zu müssen und zudem auch noch die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. "Schließlich wird das Eisstadion mit Steuergeldern finanziert. Und die Zeiten für den öffentlichen Lauf sind schon jetzt nicht besonders attraktiv."

Er setzt auf den offenen Dialog. Ein Gespräch mit den Vereinen soll eine Lösung bringen. Ein Ausweichen der ersten EHC-Mannschaft auf benachbarte Spielstätten hält auch er für "das wirklich letzte Mittel", schließt es aber auch nicht gänzlich aus.

STEFAN WOLFRUM

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