Neuer Klima-Pilgerpfad in Trockau soll Menschen zum Umdenken bewegen

28.2.2021, 17:34 Uhr
Gelbe Pfeile weisen den Weg zu den acht Stationen. An der Autobahnbrücke soll beispielsweise darüber nachgedacht werden, ob jede Autofahrt oder Flugreise in Zeiten des Klimawandels wirklich nötig ist.

Gelbe Pfeile weisen den Weg zu den acht Stationen. An der Autobahnbrücke soll beispielsweise darüber nachgedacht werden, ob jede Autofahrt oder Flugreise in Zeiten des Klimawandels wirklich nötig ist. © Foto: Richard Reinl

Corona bringt jede Menge Einschränkungen mit sich, auf vieles muss verzichtet werden. Mitunter entstehen aus der Not heraus aber auch neue Ideen. So etwa in der Kuratie Trockau, wo engagierte Frauen zum Weltgebetstag 2021 rund um die Autobahnkirche St. Thomas einen Klima-Pilgerweg ausgeschildert haben.

Renate Herlitz, die das Vorhaben zusammen mit Jutta Failner, Resi Maier und Antje Weisel in die Tat umgesetzt hat, will sich nicht mit fremden Federn schmücken: "Die Idee stammt vom Organisationskomittee des diesjährigen Weltgebetstags der Frauen, der heuer wegen der Pandemie vielerorts nicht in gewohnter Weise in den Kirchen begangen werden kann. Deshalb wurden Texte angeboten für verschiedene Gebets-Stationen in freier Natur. Die haben uns so gut gefallen, dass wir sie, entsprechend angepasst, in die schöne Landschaft rund um Trockau eingebettet haben."

Pazifik-Paradies in Gefahr

Die Frauen konnten dabei auf einschlägige Erfahrungen zurückgreifen, hat doch das Kindergarten-Team schon einen Weihnachts-Pilgerpfad für den Nachwuchs rund um den Trockauer Schlosskranz ausgearbeitet. Demnächst soll ein Kreuzweg dazukommen.

Der Weltgebetstag 2021 dreht sich um das Pazifik-Paradies Vanuatu, dessen 83 Inseln von der weltweit größten Klimakatastrophe bedroht sind. Berechnungen zufolge wird dort der Meeresspiegel um bis zu fünf Meter steigen, wenn die Industrienationen die Klimaerwärmung nicht schnell in den Griff bekommen. Damit würde der Lebensraum der etwa 280 000 Einwohner in den überschwemmungsgefährdeten Küstengebieten im Meer versinken.

Auf dem Klima-Pilgerpfad, der in der Trockauer Version etwa zehn Kilometer lang ist, sollen die Menschen zum Umdenken in Umweltfragen angeregt werden. Start ist in der Autobahnkirche, wo über die Bedeutung einer eigenen Behausung nachgedacht werden soll. Von dort aus geht es vorbei am Feuerwehrhaus zur Sportanlage der SG. Kurz vorher wird an der Autobahnbrücke auf die Notwendigkeit einer Verkehrswende hingewiesen, kurz nachher im Wald auf die Bedeutung der Bäume als Kohlenstoffspeicher.

Aussicht ins Püttlachtal

Über die von Leups kommende Straße erreichen die Pilger die Autobahn, wo eine Texttafel angesichts der nahen Windräder die Energiewirtschaft zum Thema hat. Nach einer Rast auf einer "Selfie-Bank" mit herrlicher Aussicht ins Püttlachtal führt der Weg vorbei an der Skihütte nach Bodendorf, wo unweit der Kapelle am Dorfbrunnen das Thema Wasser beleuchtet wird. An der Hedelmühle, die auch einen Hofladen betreibt, steht die Rolle der Landwirtschaft bei der Ernährung im Mittelpunkt. Zurückgekehrt nach Trockau wird beim Thema "Wohnen" an Möglichkeiten der Energieeinsparung im eigenen Haus erinnert. 

Wenn man Glück hat, begrüßt der gegenüber wohnende Pfarrer Josef Hell die Pilger. Er freut sich über die Initiative der Frauen und den neuen Weg bei der Gestaltung von Gottesdiensten. Er hofft, dass solche Beispiele künftig Schule machen und kann sich gut vorstellen, dass der Pilgerweg auf Dauer das Angebot der Autobahnkirche abrundet. Denn: "Tausende suchen jedes Jahr unser Gotteshaus auf. Vielleicht nutzt der eine oder andere künftig auch die Gelegenheit, in der Natur der Umgebung Kraft zu schöpfen", resümiert der Geistliche.

INFO: Das Weltgebetstags-Team der Pfarreien Büchenbach, Lindenhardt, Trockau und Troschenreuth lädt ein zum Gottesdienst am Freitag, 5. März, um 19 Uhr in der St. Thomas-Kirche in Trockau. Um Voranmeldung bei Renate Herlitz unter Telefon (0 92 46) 14 85 wird gebeten. Zur gleichen Zeit kann über Bibel-TV im Fernsehen mitgefeiert werden. Es wird in diesem Jahr nur den Gottesdienst geben, ohne Treffen im Anschluss. Wer den Pilgerweg gehen will, findet ein Informationsblatt dazu im Eingangsbereich der Kirche.

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