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Neues Baugebiet entsteht in Horlach

Stadträtin Huber bezeichnet Baulandausweisung als absurd — Hümmer: Traumdenken - 01.12.2018 09:09 Uhr

Neues Bauland für Horlach in den Rainäckern: Es sollen 28 Parzellen entstehen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass nach dem Abschluss des Verfahrens im nächsten Jahr die Ausschreibung erfolgt. Baureif könnte das Gebiet dann im Jahr 2020 sein. © Ralf Münch


Vor Mitte 2020 dürfte die Erschließung nicht abgeschlossen sein. Jetzt sollen erst einmal die Bauwerber angeschrieben werden, damit die Stadt weiß, wer wirklich in Horlach bauen möchte. Rund drei Jahre hat dieses Verfahren inzwischen gedauert. "Es war nicht ganz einfach, dieses Baugebiet auszuweisen", sagte Bürgermeister Uwe Raab in Ergänzung zum Sachvortrag von Bauamtsleiter Manfred Kohl. Es sei vor allem schwierig gewesen, die Ableitung des Oberflächenwassers zu organisieren.

"Wir können jetzt in die Umsetzung gehen", so Raab weiter. Das Baugebiet mit seinen 28 Parzellen sei ein gelungener Schritt in die richtige Richtung. Ein Großteil der künftigen Bauplätze gehört der Stadt, einige bleiben in Privatbesitz. "Wir wollen dem Bedarf an Bauland nachkommen", sagte Raab und hoffte, im kommenden Jahr mit der Umsetzung beginnen zu können. Was allerdings auch etwas von den Baufirmen abhängig ist. Um den Preis nicht in die Höhe zu treiben, soll die Zeitspanne größer angesetzt werden.

Günter Bauer (CSU) hakte nach, was der Stadt eigentlich die Ausgleichsfläche kosten werde, die sich im Bereich der Gemeinde Geschwand befindet. Diese Lösung kam über die interkommunale Zusammenarbeit durch das Wirtschaftsband A9-Fränkische Schweiz zustande. Bauamtsleiter Manfred Kohl informierte, dass diese Kosten über den Grundstückspreis auf die Bauwerber umgelegt werden.

Außerdem wollte Bauer wissen, ob die Bewerber um eines der Baugrundstücke bis Ende des Jahres nähere Informationen erhalten. Raab versicherte, dass das Rathaus in den nächsten Tagen über den Stand des Verfahrens informieren werde. Bis zum Jahr 2020 sollte das Gebiet baureif sein. Konkrete Quadratmeterpreise könne die Stadt laut Kohl aber im Moment noch nicht nennen. Dazu müsse erst das Ausschreibungsergebnis abgewartet werden. Vor dem zweiten Quartal nächsten Jahres werde es wohl keine Zahlen geben.

Sandra Huber kündigte an dieser Stelle ihren Stadtratskollegen an, dass sie dem Bebauungsplan nicht zustimmen werde. "Wir setzen uns mal wieder über die Vorgaben des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek) hinweg", sagte sie. Es sei etwas Absurdes, neue Bauflächen auszuweisen. "Wir vernichten landwirtschaftliche Flächen und auf der anderen Seite haben wir Leerstände. Wir verknappen die Flächen mit negativen Folgen für die Innenstadt." Und — so Huber weiter — wenn schon weitere Bauflächen ausgewiesen werden, dann sollte die Kommune wenigstens innovativ sein. So werde in Horlach diese Chance vertan, etwa durch eine effiziente Wärmeversorgung Energie zu sparen.

"Wir brauchen neuen Wohnraum"

Rainäcker hin oder her — diesen Wortbeitrag wollte Bürgermeister Raab nicht unkommentiert lassen. "Wir setzen uns über nichts hinweg", sagte er. "Das ist nicht so, das möchte ich entschieden zurückweisen." Das Bebauungsplanverfahren sei in vielen Ortsspaziergängen und Bürgergesprächen erörtert worden. "Wir brauchen neuen Wohnraum. Das ist auch im Isek festgehalten, wenn auch vielleicht nicht in dieser Größenordnung", konterte Raab. "Wir gehen das sehr behutsam an. Wenn wir uns dem demografischen Wandel stellen wollen, dann wird das nur durch Zuzüge geschehen." Und außerdem möchte die Stadt den Bürgern beim Bauen gewisse Freiheit lassen. Raab: "Wir wollen nicht alles vorschreiben, was möglich wäre, vorzuschreiben."

Hans Hümmer (FWG) sprach von einem "grünen Traumdenken". In zehn bis 15 Jahren werde Pegnitz Gemeinden um sich herum haben, die "Riesenbauflächen" ausweisen. Wenn Bedarf vorhanden sei, dann soll die Stadt diesen nicht beschränken und bauwillige Bürger anderen Gemeinden zuschanzen. "Das ist unsere einzige Zukunftsfähigkeit. Ich kann diese grüne Attitüde nicht mehr hören", wetterte Hümmer. Sandra Huber blieb ruhig und gelassen: Man könne sich über alle Beratungen hinwegsetzen, das könne man machen. Ob es richtig sei, werde die Zukunft zeigen. "Ich bleibe bei meiner Meinung. Das ist nicht der richtige Weg."

Michael Förster von der Pegnitzer Gemeinschaft konnte die Bedenken seiner Ratskollegin grundsätzlich nachvollziehen. Aber: "Die Ausweisung ist vernünftig, gepaart mit dem Leerstandsmanagement und der Nachverdichtung. Wir brauchen Bauland für junge Familien. Die Leute stehen Schlange." SPD-Sprecher Jürgen Prinzewoski wies darauf hin, dass das Bebauungsplanverfahren im Jahr 2015 beschlossen worden sei. "Wir haben da nicht jetzt einfach so gemacht." Peter Kotzbauer (CSU) stellte den Antrag, die Debatte zu beenden. Er hatte allerdings ohnehin die letzte Wortmeldung. 

MICHAEL GRÜNER

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