Mittwoch, 21.04.2021

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Neuhauser Gemeinderat sieht Plecher Bauvorhaben kritisch

Marktrat ist nicht einverstanden mit einer Erweiterung des Rewe-Marktes im Ottenhofer Gewerbegebiet - 28.01.2021 12:55 Uhr

Zwischen der Siedlungsstraße am Giedenfels (oben rechts) und der Staatsstraße wird ein Praxis- und Wohngebäude entstehen. Das Niederschlagswasser soll auf dem Grundstück versickert werden.

27.01.2021 © Archivfoto: Brigitte Grüner


Der Marktrat ist nicht einverstanden mit einer Erweiterung des Rewe-Marktes im Gewerbegebiet Ottenhof-Süd bei Plech. Die Kommunalpolitiker fürchten ebenso wie die Stadträte im benachbarten Velden Nachteile für die ortsansässigen Händler.

Grund der Planänderung durch die Marktgemeinde Plech ist die Erweiterung der Verkaufsfläche des Rewe-Marktes von aktuell 898 auf 1200 Quadratmeter. Die Gemeinde Neuhaus und die Stadt Velden sind im Landesentwicklungsprogramm als gemeinsames Grundzentrum eingestuft, erläuterte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Grundzentren übernehmen die Versorgungsfunktion ihres Bereiches und decken eine breite Palette an Gütern, Dienstleistungen und Versorgungsinfrastrukturen ab. In Neuhaus gibt es neben Lebensmitteleinzelhändlern auch den Edeka-Markt, der 2014 im "Sondergebiet Nahversorgung" angesiedelt wurde. Ebenso wie die Stadt Velden sehe auch die Marktgemeinde Neuhaus eine Gefährdung des gemeinsamen Grundzentrums. Daher wurde von den beiden Kommunen der zuständige Planungsverband Region Nürnberg am Verfahren beteiligt. Auch dieser lehnt das Vorhaben im Plecher Ortsteil Ottenhof strikt ab. Dies wurde dem Plecher Bürgermeister Karlheinz Escher Mitte Dezember schriftlich mitgeteilt.

Keine Rückmeldung

"Es ist unerfreulich, wenn wir gegen die Pläne der Nachbarn aus Plech stimmen", meinte Bürgermeister Josef Springer. Allerdings vertrete der Marktrat eben die Belange der Neuhauser Bürger. Gemeinderat Elmar Hayn (Grüne) hatte aus den Unterlagen herausgelesen, dass die erweiterte Fläche des Marktes der Verbreiterung der Gänge dienen soll, um auch Kunden mit eingeschränkter Mobilität ausreichend Platz zu bieten. Er schlug vor, einer Erweiterung des Marktes für breitere Gänge bei Beibehaltung der Regalfläche zuzustimmen.

Thomas Steger (CSU) war ganz anderer Auffassung: "Es ist doch relativ einfach: Rewe will Geld verdienen. Das geht nur mit mehr Verkaufsfläche." Wenn der Gemeinderat zustimme, schwäche man die eigenen Händler. Norbert Linnert (SPD) fragte, ob es schon Gespräche mit der Marktgemeinde Plech gegeben habe. Die Gemeinde sei nicht einmal nach der deutlichen Ablehnung durch den Planungsverband auf Neuhaus zugekommen, so Springer. Peter Pflug (SPD) plädierte dafür, die gleichen Argumente zu nutzen wie die Stadt Velden. Der Beschlussvorschlag sei abgestimmt, betonte der Rathauschef. Helga Umlauf (SPD) sah durchaus eine Gefährdung für das gemeinsame Grundzentrum mit Velden. Das von Elmar Hayn angeregte "Brücke bauen" mit der Zustimmung zu einer Markterweiterung ausschließlich zugunsten breiterer Räume fand kein Gehör. Der Gemeinderat war schließlich einstimmig für einen gemeinsamen ablehnenden Beschluss mit der Stadt Velden.

 Änderung des Bebauungsplanes "Raitenberg"

Leichter tat sich der Gemeinderat mit der Änderung des Bebauungsplanes "Raitenberg", das zum Gebiet der Stadt Velden gehört. Im Ortsteil wird ein Teilbereich aus dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes wieder herausgenommen. Grund dafür sei, dass bei der Aufstellung die Bestandsgebäude mit Baugrenzen versehen wurden, die eine Erweiterung dieser Gebäude unmöglich macht. Der Neuhauser Marktrat stimmte einmütig für die Änderung des Bebauungsplans.

Unterhalb der Straße "Am Giedenfels" möchte die HD Bauträger GmbH ein Praxis- und Wohngebäude errichten. Der Gemeinderat entschied nun über die beantragte Versickerung von Niederschlagswasser. Mit Schreiben vom 25. November 2020 stellte das Michelfelder Unternehmen beim Landratsamt Nürnberger Land einen Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Versickerung von Niederschlagswasser aus dem geplanten Gebäude. Die Versickerung soll mittels einer Rigole auf dem Grundstück erfolgen. Diese soll ein Fassungsvermögen von rund 23 Kubikmetern haben und auf der westlichen Seite des Praxis- und Wohngebäudes eingebaut werden.

Grundsätzlich sei eine Versickerung zu begrüßen, meinte Bürgermeister Josef Springer. In diesem Fall habe ein Bodengutachten ergeben, dass der Untergrund mit seinen Sandschichten versickerungsfähig sei. Auf Nachfrage von Elmar Hayn sagte Springer, dass ein Filter in die Rigole eingebaut werde. Thomas Steger hatte Zweifel am Volumen der Rigole, die immerhin der Entwässerung von etwa 2400 Quadratmetern Grund dienen soll. Das geplante Volumen werde allenfalls mit leichtem Niederschlag fertig, vermutete Steger. Der Bürgermeister verwies auf durchgeführte wasserwirtschaftliche Berechnungen. Der Gemeinderat hatte gegen die Versickerung von Niederschlagswasser keine Einwände und befürwortete den Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Allerdings wird nochmals um die Überprüfung der Größe der Rigole gebeten.

BRIGITTE GRÜNER

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