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Montag, 21.10.2019

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Neuwahl beim SV Kirchahorn erneut gescheitert

Gegenseitige Schuldvorwürfe statt konstruktiver Arbeit - Von 644 Mitgliedern waren gerade mal 23 erschienen - 15.04.2019 09:27 Uhr

Dem SV Kirchahorn steht nach der erneut gescheiterten Vorstandswahl das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. © Reinl


Nach über einstündiger Diskussion mit gegenseitigen Schuldvorwürfen wurde deshalb auch diese Versammlung ergebnislos abgebrochen und ein erneuter Termin für die Neuwahl des Vorstands am Freitag, 3. Mai, um 19.30 Uhr im Gasthof Fränkische Schweiz angesetzt.

Waren zur ordentlichen Mitgliederversammlung vor drei Wochen wie berichtet 38 Mitglieder gekommen, waren es dieses Mal nur noch 23. Hauenstein erklärte zunächst, dass er noch am selben Abend zurücktreten werde. Am Ende blieb er aber doch kommissarisch bis bis zum 3. Mai im Amt, wie der restliche Vorstand auch. Dann soll aber definitiv Schluss sein – egal, ob ein Nachfolger für ihn gefunden sei oder nicht.

Wahlleiter Wilhelm Herzing brach die Wahl schon nach der Frage nach einem neuen Vereinschef ab. Der bisherige zweite Vorsitzende Matthias Rudrof hatte sich zwar notgedrungen bereit erklärt, für den Posten zu kandidieren. Zur Wahl Rudrofs kam es aber nicht, weil unklar war, ob die anderen Vorstandsposten auch besetzt hätten werden können. Zum einen hatte der langjährige Kassier Albin Engelhard-Friebe bereits angekündigt, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Zum anderen hätte sich wohl auch kein zweiter Vorsitzender an dem Abend finden lassen.

Satzungsänderung als Ausweg?

Engelhardt-Friebe selbst war wegen einer lange vorher geplanten privaten Feier nicht anwesend, ließ aber schriftlich ausrichten, dass er seinen Nachfolger tatkräftig unterstützen und noch bis Jahresende zur Seite stehen würde. Schriftführerin Petra Hofmann würde wohl weitermachen, erklärte jedoch, dass man die Arbeit im Verein besser aufteilen müsse.

Dies schlug auch Hans Herzing vor und brachte das Modell mehrerer gleichberechtigter Vorsitzender ins Spiel, das manche andere Sportvereine in der Region bereits eingeführt haben. So etwa der TSV Elbersberg, der nach einer Satzungsänderung bis zu sechs gleichberechtigte Vorsitzende wählen kann, von denen jeder für ein Ressort verantwortlich ist und den Verein auch nach außen hin sowie gerichtlich vertreten kann.

"Das, glaube ich, ist bei uns auch ein Thema und die Frage, ob wir nicht einen anderen Weg gehen können", sagte Hans Herzing, der bereit wäre, ein Amt zu übernehmen. Er fand es enttäuschend, dass so wenige Mitglieder gekommen und regelrecht armselig, dass nur zwei Spieler der ersten Mannschaft da waren. Würde man dem von Herzing vorgeschlagenen Modell folgen wollen, müsste vor einer Neuwahl zunächst die Vereinssatzung bezüglich der Zusammensetzung des Vorstands geändert werden. Ob dies am 3. Mai der Fall sein wird, war bei Versammlungsende noch unklar.

Vorgeschlagen für den ersten Vorsitzenden wurden auch Bürgermeister Florian Questel (Bündnis 90/Grüne) und Oliver Haas. Questel winkte ab; Haas erklärte, dass er es machen würde, jedoch nicht unter diesen Bedingungen. Er wolle sich sein Vorstandsteam selbst aussuchen.

VON THOMAS WEICHERT

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