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NN-Aktion hilft vom Schicksal gebeutelten Menschen

Auch die Stadt Pegnitz unterstützt "Schmücken & Helfen" — Geld fehlt an Ecken und Enden — Schwere Krankheiten - 14.12.2018 18:09 Uhr

Bürgermeister Uwe Raab (l.) übergibt die 250-Euro-Spende der Stadt Pegnitz an Thomas Knauber (r.). Dafür darf er eine Christbaumkugel signieren. © Foto: nn


Dieses Geld und alle Gaben von Firmen leitet Thomas Knauber als Betreuer der Aktion direkt weiter an bedürftige Familien, an Rentner und Kranke. Darunter ist zum Beispiel eine achtköpfige Familie, die sich seit Jahren durchhangelt. Immer wieder zieht sie um und beginnen neu. Der Vater ist ein herzensguter Mann, mit viel Kraft, der alles in gute Bahnen zu lenken versucht. Zuletzt war eine Waschmaschine kaputt. Er fragte bei den Ämtern, bei seinem Betreuer und bei "Schmücken & Helfen", bis das Geld für eine neue zusammen war. Man kann nur wünschen, dass seine schmale Ehefrau den Weg aushält, bis alle Kinder groß sind und von ihrem Lohn die Familie mittragen können.

Unterstützt wird auch ein junger Mann, der als Kind ein Trauma in der Familie erlebte. Da war er erst wenige Jahre alt. Er verlor sein Selbstbewusstsein. Er wuchs ängstlich auf und kam im Beruf nicht zurecht. Inzwischen hat er eine psychologische Betreuung. Aber er leidet unter den Nebenfolgen von Medikamenten, die anti-depressiv wirken sollen. Sie lösen die Ursache nicht — trotzdem bekam er sie verschrieben. Ein Versuch, davon loszukommen, scheiterte. Er fragt sich, wie es weitergehen soll.

Im nächsten Fall ist ein älterer Herr betroffen, der kaum noch gehen kann. Manchmal schafft er es zum Sportplatz und sieht der Jugend zu. Dann kommen Bilder hoch, wie er über Jahrzehnte genau solche Sportplätze als zweite Heimat hatte, als Spieler und Betreuer. Da war er noch voller Kraft. Aber dann schlug ihn etwas aus der Bahn, was erblich in seiner Familie liegt: Herzprobleme. Dreimal war er davon betroffen. Geblieben sind Lähmungen. Geblieben ist Geldmangel.

Er zeigt den Bescheid des Amtes: 260 Euro sind im Monat übrig, wenn er alle Kosten abzieht. Für jeden neuen Schrank, für jeden Vorhang muss er sparen. Trotzdem hat er seinen Humor nicht verloren. Auch nicht angesichts der jüngsten Diagnose seines Arztes auf eine schwere Krankheit. Er absolviert eine Therapie und stellt alles um, damit er da gesund herauskommt. "Ich will ja noch ein bissl leben."

Die Spenden helfen auch einer alten Frau, die lange in einer Fabrik beschäftigt war und sich dann selbstständig machte. Mit einem kleinen Geschäft, das nicht viel brachte für die Rente. Trotzdem wäre alles gut gegangen, wenn sie nicht einen Unfall erlitten hätte. Er katapultierte sie aufs Dorf, wo die Mieten billig sind, und da harrt sie jetzt der Dinge — ohne die große Chance auf etwas Besonderes, auf die Erfüllung eines Wunsches oder eines Traumes.

Etwas Aufatmen bekommt auch eine Frau, die sich ihr Leben lang mit ihren Kindern durchboxen musste, in schlecht bezahlten Jobs und mit harten Arbeiten, die auf Dauer den Körper ruinieren. Die jüngste Folge sind Entzündungen. Das wird ausheilen, aber es wird auch schnell wiederkommen. Denn absehbar ist, dass der Job noch einmal das Gleiche auslöst. Was tun? Kündigen ohne Aussicht auf eine bessere Anstellung?

Etwas leichter verlief das Leben für einen Rentner, der bei 100 Prozent Schwerstbehinderung war und jetzt auf 70 Prozent zurückfiel. Er saß schon im Rollstuhl. Er lacht oft. Die Augenwinkel werden dann ganz faltig. Aber er wird schlagartig ernst, wenn er über andere Schicksale in seinem Mietsblock berichtet. Wo es genauso um den Rollstuhl geht nach einem schweren Sturz mit Bruch. Da hilft er inzwischen, wo er kann. "Stellen Sie sich mal vor: Ich, der ich mich selber kaum richtig bewegen kann, packe an. Aber es muss sein. Sonst kommen die nicht zurecht."

Und noch ein Blick auf eine alleinerziehende Mutter, die den Horror schlechthin hatte, weil ihr Mann so oft brutal ausrastete. Es dauerte Jahre, bis sie verstand, warum sie nicht loskam von ihm. Weil er sie abhängig gemacht hatte.

Sie erzählt, welche Schäden bei ihr und den Kindern blieben von den fliegenden Möbelstücken und den vielen Schlägen. Welch ein Nach-Horror dieses zerbrochene Seelenleben für die kleine Restfamilie war. Sich da wieder herauszuarbeiten und einigermaßen gesund zu werden, braucht eine lange Zeit.

Wenn Sie für Schmücken & Helfen spenden möchten, können Sie es direkt in der NN-Geschäftsstelle tun, oder auf das Konto "Freude für Alle" bei der Sparkasse Bayreuth, Nr. DE62 7735 0110 0038 0645 72 (BYLADEM 1 SBT). Eine Spendenquittung kommt, wenn Sie Ihre Adresse angeben. 

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