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NN-Aktion "Schmücken und Helfen" geht in den Endspurt

Initiator Thomas Knauber bittet um Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen - 22.12.2020 14:55 Uhr

Jede Kugel am NN-Christbaum in der Pegnitzer Innenstadt hat eine kleine oder auch größere Spende als Hintergrund. Viele Menschen werden durch die NN-Aktion „Schmücken & Helfen“ unterstützt.

21.12.2020 © Foto: Kerstin Goetzke


Sie tanzt fast durch die Küche, so dynamisch ist sie, voller Lebensfreude. Gebacken hat sie auch schon für Weihnachten, sagt sie, "aber alles schon weg." So geht das mit vielen Kindern. Eine andere alleinerziehende Mutter hat fast ebenso viele Kinder. Sie kommt aus der Großstadt, wo alle Vermieter absagten: "Mit so vielen Kindern – nein."

Dann kam sie mit Glück an eine Wohnung auf dem Land. Hier ist sie sehr zufrieden, weil es sie an ihre Jugend in der Natur erinnert, und weil die Kinder ruhiger aufwachsen. Der neue Vermieter ist verständnisvoll und hilft, wo er kann. So verliert sie langsam das Strenge in ihrem Gesicht, die Konzentration aufs Durchkämpfen. Sie lacht wieder. Es ist ein ganz lockeres Lachen, das sofort da ist und über alles sehr schnell Glück breitet. "Ja", sagt sie, "das Homeschooling ist jetzt nicht leicht mit so vielen Kindern. Ich muss den ganzen Nachmittag dabei sitzen und bei den Hausaufgaben helfen. Aber es geht nicht anders."

20 Euro, die helfen

Das Spendengeld hilft auch einer Rentnerin, die Thomas Knauber, der Leiter der Aktion, zufällig auf der Straße trifft. Sie bräuchte 20 Euro, sagt sie bedrückt. Ob er helfen kann. Aber sie steht ja sowieso auf seiner Liste, sagt er. Und ein Spender hatte ihn vorher angerufen, dass er seine Summe besonders dahin geben möchte, wo es sehr nötig ist.

Ein anderer Rentner strahlt Optimismus aus. In seiner Stimme ist am Telefon nichts davon zu merken, wie kritisch es um ihn steht. Er hat Probleme mit drei Organen im Bauch. Dazu kamen zwei Grippeerkrankungen. "Ich hab nichts mehr essen können und stark abgenommen. Ich habe es zu lang rausgezogen. Der Notarzt sagt: Zu lang gewartet. Ich habe das schon wochenlang und dachte immer, es vergeht." Nach Weihnachten soll er ins Krankenhaus. Wenn es geht, wegen der vielen Corona-Fälle. 

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Die Spenden unterstützen auch ein altes Ehepaar, wo beide lange Geschichten von Operationen erzählen, in München und in Erlangen. Sie müssen fast jeden Tag zum Arzt. Die Krankengymnastin klopft genauso oft an die Tür. Alle Diagnosen haben einen einzigen Hintergrund: Abnützung durch die zu harten Berufe. Keine Nacht vergeht mehr mit Schlaf, nur die Schmerzen pochen. "Aber ich gebe nicht auf", sagt die Frau. "Man muss immer vorausschauen, nicht zurück. Ich ziehe das durch. Wir haben es immer geschafft, dann schaffen wir das auch." Er ergänzt: "Wir halten zam, es geht nicht anders. Bloß jammern hilft überhaupt nichts."


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Die NN-Aktion kommt auch einer jüngeren Frau zu Gute, die wegen Corona aus dem Beruf musste. Sie war im Vertrieb einer Marketingfirma angestellt, das heißt bei der Werbung an der Haustür. Aber der persönliche Kontakt geht nicht mehr. Ihr Team wurde halbiert. Sie versuchte es deshalb bei einer anderen Firma, aber ohne Erfolg. Seit der Pandemie sparen die Menschen vor allem bei Haustürgeschäften. "Es war schrecklich. Überhaupt kein Umsatz." So kam sie zum Jobcenter und von dort auf die "Schmücken & Helfen"-Liste. "Ich hätte nie gedacht, dass einmal eine Spende kommt."

Auch einer alleinerziehenden Mutter macht Corona einen Strich durch die Ausbildung. Sie hatte sie trotz der Kinder beginnen können und schon Hunderte von Praxisstunden dafür gemacht. Dann kam das Aus. Alles war umsonst. Sie muss beim Neustart von Grund auf neu anfangen. Sie weint, als sie von der Spende erfährt. "Damit hab ich nicht gerechnet, das ist für mich wahnsinnig viel Geld."


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Das Gleiche sagt eine ältere, alleinstehende Frau unter Tränen: "Sie wissen nicht, wie viel Geld das für mich ist." Sie ist arbeitslos, sitzt für sich in ihrer kleinen Wohnung und hat wegen der Pandemie im Moment keine großen Chancen auf eine neue Stelle.

INFO: Wenn Sie für "Schmücken & Helfen" spenden möchten, können Sie es direkt bei Schreibwaren-Löhr in der Hauptstraße 59 tun. Jeder, der mehr als 2,50 Euro gibt, kann eine von ihm signierte Kugel am NN-Christbaum aufhängen. Oder Sie überweisen an "Freude für Alle", Konto DE 62 7735 0110 0038 0645 72 bei der Sparkasse Bayreuth. Jeder Cent kommt an.

nn

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