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NN-Glücksfee entschied über Ausschussbesetzung

Früherer Redaktionsleiter war gefragt, als Hare/Niemeyer und d`Hondt nicht mehr weiterhalfen - 28.07.2019 15:00 Uhr

Durch den Wechsel von Heike Lindner-Fiedler (l.) von der CSU zur FWG, rechts deren Sprecher Thomas Schmidt, mussten die Ausschüsse neu besetzt werden. © Foto: Ralf Münch


Durch den Wechsel der einstigen CSU-Rätin Heike Lindner-Fiedler zur FWG veränderte sich auch das Kräfteverhältnis im Stadtrat mit der Folge, dass wichtige Ausschüsse neu besetzt werden mussten.

Bürgermeister Uwe Raab (SPD) erläuterte in epischer Breite die gesetzlichen Vorgaben. Die Vor- und Nachteile der Verfahren nach Hare/Niemeyer oder d`Hondt sollen hier nicht weiter behandelt werden, auch nicht die aus der Quotenbedingung resultierende Inkonsistenz, die etwa zum Alabama-Paradoxon oder zum Ausgleichsmandats-Paradoxon führen kann. Versteht Otto Normalbürger sowieso nicht. Interessant ist aber, dass es Situationen gibt, bei dem selbst die von einem Londoner Rechtsanwalt, einem deutschen Mathematiker und einem belgischen Juristen ausgeklügelten Berechnungen nicht mehr weiter helfen.

So geschehen am Mittwoch im Stadtrat, als gleich in zwei Fällen bei Sitzgleichheit das Los zwischen CSU, SPD und FWG entscheiden musste. Nachdem Räte und Verwaltungsmitglieder als Glücksfee nicht in Frage kamen, stand nur noch die stattliche Anzahl der Zuhörer zur Disposition. Die Leupser kamen in der aktuell angespannten Lage nicht in Frage, die möglicherweise in den nächsten Wahlkampf involvierte Vorsitzende der Frauen-Union, Regina Schrembs, auch nicht.

Wer gilt generell als neutral: Die Presse. Also wurde vom Bürgermeister der "Räuberstübl"-Schriftführer und frühere NN-Redaktionsleiter als würdig und aus jahrzehntelangen Sitzungsbesuchen erfahren genug auserkoren. Zettel wurden geschrieben und sorgfältig gefaltet.

Als bei der ersten Ziehung aus dem Kaffeefilter die CSU und die FWG als Sieger hervorgingen, nahm dies SPD-Sprecher Oliver Winkelmeier relativ gelassen und verzichtete von sich aus auf seinen Sitz im Verwaltungsausschuss.

Linke Hand empfohlen

Für die zweite Ziehung empfahl interessanterweise Peter Kotzbauer (CSU), diesmal doch die linke Hand zu nehmen. Mit Erfolg für seine Fraktion und die Linken. Diesmal bekamen die SPD und die CSU den Vorzug.

Weil schließlich alle zufrieden waren, stelle ich mich auch als Glücksgott für kommende Wahlen zur Verfügung, getreu einem Wahlspruch, den mir früher eine Volontärin in ihrem Tatendrang in der Redaktionskonferenz regelmäßig aufgesagt hat: "Ich habe beide Hände für Sie frei".

  

ISI REINL

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