Dienstag, 25.02.2020

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Not bei den Krippenplätzen

Die Stadt wächst und bräuchte mindestens 128, aber sie verfügt aktuell nur über 72. Beim Pegnitz-Dialog listet Bürgermeister Uwe Raab die aktuellen und geplanten Sanierungsmaßnahmen auf. - 09.11.2019 15:55 Uhr

Glücklich, wer einen Platz im Kindergarten hat: Kinder des Kindergartens „Zum guten Hirten“ in Pegnitz spielen auf dem Niedrigseilgarten, der von der Stadt Pegnitz bezuschusst wurde. © Foto: Ralf Münch


Die Stadt kämpft um weitere Kindergartenplätze. Um Herr der Lage zu werden, musste zunächst der eigentliche Bedarf ermittelt werden. So erklärte Uwe Raab, dass die Stadt bereits im März eine Prognose erstellt hat, um den Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen aufzuzeigen – wir berichteten. Gerade bei den Kinderkrippen merke man, dass die Stadt schnell und entscheidungsfreudig handeln müsse. "Wenn wir die Geburten der vergangenen drei Jahre heranziehen, dann sieht man, dass wir bereits jetzt auf fehlende Kapazitäten stoßen", sagte Uwe Raab.

Steigende Nachfrage

Bei 256 Geburten in den vergangenen drei Jahren müsste die Stadt mindestens 128 Krippenplätze anbieten. Tatsächlich verfügt Pegnitz aber nur über 72 Krippenplätze. Außerdem gehe man hier von einer prognostizierten Zahl aus – 50 Prozent (128 Plätze) sei das Minimum. Mit dem aktuellen Angebot an Krippenplätzen fehlten 56 Plätze, so der Bürgermeister. Und das auch nur, wenn tatsächlich nur jedes zweite Elternpaar ihr Kind in eine Krippe geben würde. "Wir haben in der Tat eine steigende Nachfrage", bestätigte Raab.

Bei den Kindergärten benötige die Stadt laut Prognose 357 Plätze. Zur Verfügung stünden jedoch nur 340. Angesichts dieser Zahlen müsse die Stadt nun handeln, erklärte Raab. "Wir haben uns mit der Regierung von Oberfranken getroffen, wo wir die Perspektive unserer Stadt durchsprechen konnten", sagte Raab und erklärte: "Es wurde festgestellt, dass wir in den vergangenen Jahren gerade mal so den Bedarf an Plätzen zur Verfügung stellen konnten."

Die Stadt sei bei den Kindergarten- und Krippenplätzen in Not geraten. Ein Grund dafür: Die Stadt wächst. Aktuell befänden sich ungefähr 200 Objekte – 100 Bauplätze und 100 Wohnungen – im Bau oder in der Planung. Das erfordere wiederum weitere Krippenplätze. Aus diesem Grund habe man bereits im März bei einer Stadtratssitzung eine Bedarfsplanung verabschiedet, nach der die Stadt fünf weitere Krippen-, drei Kindergartengruppen sowie eine Mischgruppe benötige. Als Sofortmaßnahme wurde ab September 2019 eine Notgruppe im Bürgerzentrum eingerichtet.

Im Ergebnis sei noch viel mehr passiert. Es gebe Pläne für einen Anbau am St. Franziskus Kindergarten für drei Krippengruppen für je zwölf Kinder. "Es kommt darauf an, welchen Auftrag uns die Eltern mit auf den Weg geben. Denn dort wäre sogar eine weitere Hortgruppe für 30 bis 50 Kinder möglich", sagte Raab. Ferner habe bereits für 70  400 Euro die Krippenküche erneuert und die Notgruppe mit allem Notwendigen ausgestattet werden müssen. Zudem sei man in der Schlussphase der Planung für die Generalsanierung in Buchau. Mitte Februar sollen dort die ersten Arbeiten beginnen.

Es wird gearbeitet

Auch an den anderen Kindergärten und Krippen werde bereits gearbeitet. So wurde der katholische Kindergarten Don Bosco von 2014 bis 2017 generalsaniert. Für die Kinderkrippe Windeltrolle investierte man insgesamt 56  000 Euro für Umbauarbeiten, die Erstausstattung und einen Außenspielbereich.

Lediglich beim Spatzennest sei nicht sehr viel passiert. "Wo können wir hin mit dem Spatzennest? Wir sind uns mit dem Träger einig, dass das Gebäude nicht für eine Kinderkrippe geeignet ist", betonte Uwe Raab. Man bleibe im Gespräch mit allen Beteiligten.

Zum Thema Ist-Stand gab es dann noch eine Frage aus dem Publikum: "Bronn wird immer größer und die Nachfrage nach Krippen- und Hortplätzen wächst. Ich hoffe, Bronn wird nicht vergessen." Der Bürgermeister antwortete, dass Bronn keinesfalls vergessen werde. "Unter Umständen steht ein Umzug an. Wir wissen über eine Immobilie, die zum Verkauf steht. Dort hätten zwei Gruppen Platz. Ich gebe aber zu bedenken, dass das Ganze Geld kostet und das muss irgendwo herkommen. Eigentlich versuchen wir gerade, unsere Schulden zu reduzieren."

MARTIN BURGER

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