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Notgroschen für die letzte Ruhestätte

Die Gebühren für die Grabnutzung sind im Raum Pegnitz uneinheitlich. An der Winterleite droht eine Erhöhung. - 13.07.2019 20:17 Uhr

Nach der beschlossenen Sanierung des Neuen Friedhofs Winterleite in Pegnitz sollen die Gebühren für Gräber neu kalkuliert werden. © Foto: Ralf Münch


Sterben geht ins Geld. Das ist in Pegnitz einmal mehr klar, seitdem hier der Stadtrat in ausgedünnter Sommerbesetzung die 1,1 Millionen teure Sanierung des in die Jahre gekommenen städtischen Friedhofs an der Winterleite beschlossen hat.

Noch weitgehend offen ist, wie stark die Grabgebühren auf dem Friedhof Winterleite künftig steigen werden. Bürgermeister Uwe Raab erklärte zur anstehenden Gebührenerhöhung auf Anfrage: "Die Neukalkulation der Friedhofsgebühren wird erst noch vom Kommunalen Prüfungsverband erstellt."

Und das wird wohl noch dauern. Denn der Stadtrat habe erst in der jüngsten Sitzung Anfang Juli beschlossen, "welche Investitionen auf den städtischen Friedhöfen in Pegnitz und Bronn getätigt werden sollen".

Bei einem Trauerfall kommt für sämtliche Kosten mit Beerdigung und Trauerfeier schnell ein mindestens annähernd fünfstelliger Betrag mit bis zu zehntausend Euro zusammen. Dabei handelt es sich nicht nur um Sarg und Blumen, sondern auch um Sterbe- und Friedhofsgebühren. Es gibt Einzel- und Doppelgräber, aber auch Kindergräber und Familiengruften. Mit oder ohne Einfassung. Zusätzlich noch die günstigeren Urnengräber und Ruhewälder.

Die Urne hat seit Jahren mit mittlerweile oft 70 Prozent Anteil bei Bestattungen längst ihren Siegeszug auf heimischen letzten Ruhestätten angetreten.

Bei den Trauergesprächen des Auerbacher Bestatters Jürgen Rupprecht werde nur "selten" nach der tatsächlichen Höhe der jährlichen Grabgebühren gefragt. "Das passiert nur, wenn jemand ein neues Grab anlegt." Also auch bei einem bestehenden Grab, in das nun ein weiterer Angehöriger zur letzten Ruhe gebettet werde. Vorher interessiert das kaum. Der Trauerbegleiter Rupprecht mit jahrzehntelanger Erfahrung: "Die Leute müssen das eh so nehmen, wie es ist."

Nur von einer Gruppe von Bürgern werde ganz gezielt nach der Höhe der jährlichen Grabkosten gefragt: "Das sind all jene, die eine Bestattungsvorsorge treffen wollen." Diese wollten bereits zu Lebzeiten die entsprechende Summe aller Beerdigungskosten auf die Seite legen, um ihre Angehörigen im Todesfall finanziell zu entlasten.

Im Raum Pegnitz und Auerbach werden die Friedhöfe zum Teil von Kommunen und auch von Kirchengemeinden verwaltet. Entsprechend uneinheitlich sind die jährlichen Grabgebühren.

Bereits jetzt gehört der Friedhof Winterleite bei den Grabgebühren zu den Spitzenreitern im Südlandkreis Bayreuth und in Auerbach. Beim Erdgrab für Erwachsene werden in Pegnitz/Winterleite 40,95 Euro jährlich fällig. Doppelgrab: 73,65 Euro. In Vierfachbelegung sind es 97,15 Euro.

Die Gebühren sollten zwischen Stadt und evangelischen Friedhöfen "immer gleich sein", erklärte Dekan Gerhard Schoenauer. Für die evangelischen Ruhestätten in Pegnitz und Buchau müssten jährlich bei Einzelgräbern 25 Euro, bei Doppelgräbern 50 Euro und bei Urnengräbern 20 Euro Jahresgebühr aufgewendet werden. Dazu noch eine kleine Friedhofsunterhaltungsgebühr. Für den Ruhewald in Buchau werden nur zehn Euro Jahresgebühr fällig.

Allerdings habe die Kirchengemeinde wegen des Trends zu günstigeren Urnenbestattungen bereits jetzt finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Es könnte also hier — auch wegen anstehender Parkplatzsanierungen in Buchau — zu Gebührenerhöhungen kommen.

Vergleichsweise bescheiden nimmt sich im nahe gelegenen Auerbach das Urnengrab als Reihengrab mit 9,85 Euro aus. Das Stelengrab kostet mit 20,75 Euro gut das Doppelte.

Dort sind für das Erdgrab mindestens 13,17 Euro fällig (bei zwei Personen: 19,75 Euro). Das ist deutlich günstiger als in Pegnitz an der Winterleite. Doppelgrab: 25,02 bis 38,19 Euro. Preisbrecher auch hier: das Urnengrab mit 15,58 Euro jährlich. Auch in Auerbach legt der Prüfungsverband die Gebühren fest.

In Plech kostet das Urnengrab nur sechs Euro, Urnenstelen aber 50 Euro. Für das Einzelgrab sind zwölf Euro pro Jahr fällig, für das Doppelgrab 24 Euro. In Betzenstein schlägt das Einzelgrab je nach Tiefe mit zehn oder 20 Euro Jahresgebühr zu Buche. Doppelgrab: 20 oder 25 Euro. Urne: zehn Euro.

In Pottenstein startet das Einzelgrab bei 17,52 Euro (bis 22,57 Euro). Doppelgrab: 31,47 Euro (41,57 Euro). Für die Urnennische werden 11,05 Euro fällig, für die Urnenerdgrabstätte 12,95 Euro. Das anonyme Urnenerdgrab kostet 31,47 Euro pro Kalenderjahr. 

FRANK HEIDLER

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