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Obduktion im Mordprozess um Sophia L. lässt Fragen offen

Die Rechtsmediziner fanden keine Hinweise auf ein Sexualverbrechen - 31.07.2019 14:34 Uhr

Der Todeszeitpunkt ist entscheidend für die Anklage gegen den Fernfahrer. Bei der Obduktion fanden die spanischen Rechtsmedizinerinnen keine Hinweise auf eine sexuelle Straftat, obwohl der Körper zum Fundzeitpunkt nackt war. © Daniel Karmann, dpa


Die damals 28-Jährige könnte demnach möglicherweise erst zwei oder drei Tage nach der Abfahrt von einer Tankstelle in der Nähe von Leipzig gestorben sein. Sie konnten aber auch nicht ausschließen, dass Sophia bereits am Tag der Abfahrt ums Leben kam.

Sophia Lösche wollte vor gut einem Jahr von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. Von dort wollte sie nach Aussage ihres Bruders per S-Bahn weiter zu ihrer Familie nach Amberg in der Oberpfalz fahren. Dort kam Sophia nie an. Der Anklage zufolge hat ein 42-jährige Marokkaner die Tramperin ermordet, um eine sexuelle Straftat zu verdecken.

Der Fernfahrer hatte zu Prozessauftakt gestanden, die junge Frau im Juni vergangenen Jahres mitgenommen und mit einem Eisenrohr getötet zu haben. Der Mann gab an, sie noch am Abend der Abfahrt im Streit versehentlich erschlagen zu haben. Der Anklage zufolge soll er die Tramperin gefesselt und zu einem späteren Zeitpunkt mit voller Absicht getötet haben. Die in Plastik verpackte Leiche wurde in einem Straßengraben in Spanien entdeckt.

Keine Hinweise auf sexuelle Straftat

Der Todeszeitpunkt ist entscheidend für die Anklage gegen den Fernfahrer. Bei der Obduktion fanden die spanischen Rechtsmedizinerinnen keine Hinweise auf eine sexuelle Straftat, obwohl der Körper zum Fundzeitpunkt nackt war. Nach ihrer Aussage vor Gericht wurde Sophia Lösche bewusstlos geschlagen, weitere Schläge führten später zum Tod. Sie hatte Verletzungen am Kopf, im Mund und am vorderen Körper.

Die Leiche der 28-Jährigen war am 21. Juni neben einer Tankstelle an einer spanischen Autobahn entdeckt worden. Sophia L. stammt aus Amberg in der Oberpfalz, sie hatte enge Verbindungen in die Region. Sie wollte am 14. Juni von Leipzig nach Bayern trampen und stieg dafür an der A9 in der Nähe von Leipzig in einen Lastwagen mit marokkanischer Zulassung. Danach verlor sich ihre Spur.

Der Fall Sophia - eine Chronologie der Ereignisse:

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier) 

dpa

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