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Oberfränkische Polizei klärt 71 Prozent der Straftaten auf

Präsidium ist bayernweiter Spitzenreiter — Kriminalstatistik listet weniger Fälle in Bayreuth und mehr im Landkreis Hof - 19.03.2019 21:21 Uhr

Die Zahl der Einbrüche ist in Oberfranken auf 315 gesunken. Die Gewaltkriminalität hingegen ist angestiegen, vor allem die gefährlichen Körperverletzungen. © Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa


Insgesamt stieg die Anzahl der statistisch erfassten Straftaten stark an: Von 49 028 im Jahr 2017 auf 54 910 im vergangenen Jahr. Dennoch hat der oberfränkische Polizeipräsident Alfons Schieder Grund zur "Zufriedenheit". Die absoluten Zahlen stellten nämlich ein "unzulässiges Zerrbild" dar, weil sie ausländerrechtliche Verstöße beinhalten, die nur Zuwanderer begehen können, also Passvergehen, illegale Einreise oder Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz.

Zahlenspiele

Die Polizei rechnet für die "richtige" Kriminalstatistik diese Vergehen heraus und kommt so auf einen leichten Rückgang der absoluten Zahlen: Die Belastung der Bürger Oberfrankens lag 2017 bei 47 796 Straftaten, im Jahr 2018 bei 47 689. Sieben von zehn Straftaten klärten die Polizisten im vergangenen Jahr auf, die exakte Aufklärungsquote von 70,9 Prozent ist laut Schieder die höchste in Bayern – und das schon seit Jahren.

Dabei klärten die Polizisten 33 842 Fälle und ermittelten 23 292 Verdächtige. Die auf 100 000 Einwohner berechnete Häufigkeitsziffer – der statistische Indikator für die Kriminalitätsbelastung in Oberfranken lag im Jahr 2108 bei 4470, bayernweit ist diese Zahl 4571.

Für die Bereiche Bamberg, Bayreuth und Coburg weist die Statistik einen Rückgang der Straftaten aus: In Bamberg ging die Zahl um 281 Fälle auf 7147 zurück. In Bayreuth ging die Zahl um 261 auf 4997 Fälle zurück und in Coburg sank die Zahl um 128 Fälle auf 2816.

In Hof gab es dagegen einen Anstieg auf 3753 Straftaten und damit 183 Fälle oder 5,1 Prozent mehr als 2017. In der Grenzregion, also in den Landkreisen Wunsiedel und Hof und in der Stadt Hof, lag die Gesamtzahl der Straftaten bei 12 127, das sind 153 Fälle mehr. Das liegt laut dem Leitenden Kriminaldirektor Harald Osel vorwiegend daran, dass die oberfränkischen Grenzpolizeieinheiten im "Ersten Fahndungsschleier" auf der Straße stetige Erfolge erzielen – bei vorwiegend durchreisenden Tätern.

Die Statistik weist für verschiedene Deliktbereiche unterschiedliche Trends aus: Während die Wohnungseinbruchsdiebstähle nach jahrelangem Zuwachs 2018 auf 315 sanken, stieg die Gewaltkriminalität um 5,2 Prozent auf 1751 Taten. Den Hauptanteil machen hier gefährliche und schwere Körperverletzungen aus. 34 Prozent der überwiegend männlichen 1764 Verdächtigen waren Nichtdeutsche. Einbrüche sind indes für die Opfer oft sehr belastend. Der Rückgang 2018 belief sich auf 102 Fälle oder 24,5 Prozent weniger. Kriminaldirektor Osel führt die Abnahme auf die verstärkte Kontroll-, Überwachungs- und Beratungstätigkeit der Polizei zurück. Mehr als die Hälfte der Wohnungseinbrüche sei im Versuchsstadium stecken geblieben, ein Indiz, dass die Aufklärung greife.

"Callcenter-Betrug" nimmt zu

Deutliche Zunahmen verzeichnet die Statistik in den Fällen des sogenannten Callcenter-Betruges und da machte sich 2018 vor allem der Betrug durch falsche Polizeibeamte bemerkbar. Von 892 bekannt gewordenen Anrufen waren 17 "erfolgreich", insgesamt ergaunerten die falschen Polizisten eine halbe Million Euro, was in etwa die Hälfte des Gesamtschadens beim Callcenter-Betrug ausmacht. Die andere Hälfte wurde durch die Enkeltrick-Masche ergaunert. 

MANFRED SCHERER

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