Montag, 23.11.2020

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Ochsenkopf-Seilbahn: Zurück zu Plan A

Der Zweckverband ist sich einig, erst die rechtliche Prüfung des bisherigen Verfahrens abzuwarten – und dann zu sparen, was geht. - 28.10.2020 11:45 Uhr

Ein Millionenprojekt war die Modernisierung der Seilschwebebahnen von Warmensteinach und Bischofsgrün hinauf auf den Ochsenkopf vor einem Vierteljahrhundert. Auch eine Beschneiungsanlage setzte Dr. Dietel als Landrat durch. Trotzdem blieb der Tourismus defizitär.

28.06.2012 © rr


Doch was ist, wenn bei dieser Ausschreibung und der Vergabe der Planungsaufträge Rechtsverstöße passiert sind? Dies hatte Verbandsrat Hans Hümmer im Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs und des Wintersports im Fichtelgebirge mehrfach behauptet. Das soll jetzt erst einmal geklärt werden, ehe über das weitere Vorgehen befunden wird.

Darauf einigten sich die Verbandsmitglieder in ihrer Sitzung am Mittwochabend. Es dürfte bald eine weitere geben. Dann, wenn die rechtliche Bewertung der Regierung von Oberfranken, des Kommunalen Prüfungsverbandes und eines vom Landratsamt eingeschalteten Fachanwalts für Vergaberecht vorliegen. Die Untersuchungen sind die Folge von Hümmers Antrag, die gesamte Vorgeschichte unter die Lupe zu nehmen.

Dies könnte am Ende bedeuten, dass eine komplett neue Ausschreibung auf den Weg zu bringen ist. Und das womöglich EU-weit. Dann nämlich, wenn die Planungskosten eine Schwelle überschreiten, die das erfordert. Und dafür spricht einiges. Vor allem dann, wenn die Süd-Trasse inklusive sämtlicher Stationen und Betriebsgebäude gleich mitgeplant wird. Das wünscht sich nicht nur Warmensteinachs Bürgermeister Axel Herrmann, das wollen inzwischen auch Landrat Florian Wiedemann als Vorsitzender sowie die anderen Verbandsräte.

Nach stundenlangen Diskussionen über die Bauweise und die Ausstattung der Bahnen verabschiedete der Zweckverband am Ende mehrere Maßgaben für das weitere Handeln – durch die Bank einstimmig:

Kosten: Landrat Wiedemann wird beauftragt, Kostenschätzungen für die Umplanung und Ausschreibung für sämtliche Gebäude der Nord- und Südbahn vom Planungsbüro Ropes/ Dorfmann anzufordern.

Planungsinhalte: Aufgrund der Vorgaben der Wasserwirtschaft sollen die Garagen für die Kabinen der neuen Seilbahnen jeweils im Tal angesiedelt werden. Ihre Kapazität wird auf der Nordseite auf maximal 50 festgesetzt, im Süden auf maximal 24 Kabinen festgelegt. Auf der Ein- und Ausstiegsebene an der Bergstation Nord werden für die Bahnbenutzer barrierefreie WC-Anlagen sowie ein Kommandoraum mit Kasse benötigt.

Keine Überdachung

Somit sollen am Berg nur die für die Seilbahn unbedingt nötigen Räume errichtet werden. Die barrierefreie Bergstation für die Südbahn soll – wenn planerisch möglich – an die Bergstation Nord herangeführt werden, so dass dort lediglich ein Kommandoraum mit Zusatzkasse erforderlich ist. Auf eine Überdachung des Ein- und Ausstiegsbereichs wird aus Kostengründen verzichtet.

Plan A zählt: Die Planung für die Talstation Nord soll sich an den Entwürfen von Ropes/Dorfmann aus dem Jahr 2018 orientieren. Dabei sollen im Zuge der Umplanung die Funktionalität und die gesetzlichen Vorgaben im Vordergrund stehen.

Die neue Mitte: Für die neue Zwischenstation sollen die Planer Kostenschätzungen sowohl für eine Ausführung in Massivbauweise als auch für eine reine Containerlösung erarbeiten.

Der Süden: Die Planung für das Betriebsgebäude an der Talstation Süd soll sich an die Konzeptplanung von Ropes/Dorfmann von 2019 anlehnen. Dabei war zum Beispiel vorgesehen, für das Pistenpflegegerät sowie für das Loipenspurgerät eine Unterstellmöglichkeit in der Station selbst vorzuhalten. Für die Mitarbeiter könnten im Obergeschoss Aufenthalts- und Umkleideräume eingeplant werden.

Die Verhandlungen: Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Bietern zu verhandeln, ob auch ein späterer Baubeginn nach dem 31. Dezember 2021 für die Nordbahn möglich wäre.

All das dient dem Ziel zu sparen, wo immer es nur geht – und damit der ersten Kostenschätzung von 21,5 Millionen Euro aus dem Jahr 2018 möglichst nahe zu kommen. Zum Schluss war von 26 Millionen die Rede. Die beiden Planer Alexander Dorfmann und Stephan Obexer, die in der Sitzung anwesend waren, wissen jetzt jedenfalls, was sie zu tun haben.

STEFAN BRAND

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