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Samstag, 06.06.2020

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Öffnung der Gaststätten: Sonne, Bier und vernünftige Gäste

Trotz Erlaubnis: Nicht alle Wirte haben am Montag wieder ihre Biergärten geöffnet. - 19.05.2020 18:19 Uhr

Die überwiegende Zahl der Biergartenbesucher in Oberailsfeld hielt sich an die Vorgaben. ⋌ © Foto: Ralf Münch


Alexander Freiberger von der gleichnamigen Gaststätte in Schnabelwaid hat trotz der langersehnten Öffnung nicht sofort reagiert. Montag und Dienstag sind nun mal die beiden Ruhetage, und das bleibt auch in dieser Woche so. Der Grund dafür: Die Gesundheit der Familie gehe vor, sagt Freiberger. Stress werden er, seine Familie und Mitarbeiter in den nächsten Tagen noch genug erleben müssen. Aber die Freude über die Gäste, die ab dem heutigen Mittwoch den Biergarten besuchen dürfen, überwiegt bei weitem. "Wir freuen uns über jeden Gast", betont der Gastronom. Besonders dann, wenn er die hygienischen Vorgaben beachtet: Mundschutz auf dem Gelände, Abstand wahren und ordnungsgemäß das Infoblatt mit den notwendigen Daten ausfüllen.

Auf die Vernunft der Gäste setzt auch Konrad Krug von Krug-Bräu in Breitenlesau. Es sei nicht gerade einfach, die notwendigen Vorgaben zu erfüllen. Trotzdem gilt auch bei ihm, wenn er am heutigen Mittwoch öffnet: Hygiene-Bedingungen strikt beachten.

Gibt es wegen Verstößen Ärger, darf er die Strafe zahlen oder gleich wieder schließen. "Wir schwimmen alle im Moment, egal ob Gast, Gastwirt oder Mitarbeiter der Tourist-Info, weil niemand Genaues weiß", sagt Krug. Und will bei der Gelegenheit noch dringend auf Folgendes hinweisen: Am Donnerstag, dem Feier- und Vatertag, können Gäste nur durch zwei Schleusen auf das Gelände gelangen. Anders lasse sich der Ansturm wohl nicht bewältigen.

Den hat Wirt und Brauer Alois Maxemilian Schmitt von der Kathi-Bräu in Heckenhof schon am Montag erlebt. Auf rund 250 Gäste schätzt er die Zahl der Besucher des Biergartens, dessen Zahl der Sitzgarnituren er von 55 auf 35 reduziert hat, um die Abstände zu wahren. Den meisten Gästen ("95 Prozent") stellt er ein gutes Zeugnis aus. Sie würden sich strikt an die auf sechs Plakaten gedruckten Hygienevorgaben halten. Die restlichen fünf Prozent hingegen würden den "großen Aufwand, den wir betrieben haben und betreiben müssen", schlicht ignorieren. Dabei "wollen wir niemanden ärgern", betont Schmitt. Doch wenn bei Kontrollen Verstöße festgestellt würden, seien er und seine Mitarbeiter, aber auch die vielen vernünftigen Gäste die Leidtragenden, weil er vielleicht wieder schließen müsse. Was ihn am meisten ärgert: Gruppen, die einzeln das Gelände betreten, um sich dann zusammenzusetzen und Gäste, die die Maskenpflicht strikt ignorieren. Das seien aber nur vereinzelte Fälle, betont Schmitt und zitiert Meister Eder: "Es muss auch Blöde geben."

Die scheinen den Biergarten von Helmut Polster, dem Betreiber der Brauereigaststätte Held-Bräu in Oberailsfeld, nicht zu besuchen. Keine Probleme bisher, sagt Polster, der am Montag geöffnet hat. "Wir haben die Plätze reduziert, einen Schilderwald aufgestellt und die Theke mit Plexiglas abgeschirmt", sagt Lisa Polster. "Die Leute sind nicht nur froh, dass wir wieder offen haben, sondern auch vernünftig", betont Polster.

Nur wenige Plätze frei

Besucher der Held-Bräu müssen sich aber bis Donnerstag gedulden. Heute ist dort, wie auch bei der Ausflugsgaststätte Entenmühle bei Gefrees, geschlossen. Gastwirt Alexander Timm und sein Team öffnen den Biergarten erst am Donnerstag. Wer dort einkehren will, sollte sich sputen und schnell reservieren. Weil sie die Zahl der Tische halbiert haben, sind nur noch wenige Plätze frei.

GUNTER BECKER

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