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Dienstag, 22.10.2019

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"Oft wollen Wirte wieder die gleiche Gruppe"

Auerbacher Kneipenfestival gelingt Spagat zwischen Tradition und Neuem und hat doch weniger Zuspruch - 30.09.2019 11:55 Uhr

Mehr Platz als für Alleinunterhalter oder Duos ist an den Veranstaltungsorten nicht: Die Gäste im „Kreuzbräu“ waren jedenfalls schnell überzeugt von der musikalischen Qualität des Duos „Der Dicke und der Belgier“. © Brigitte Grüner


Knapp 700 Gäste waren etwas weniger als in den Vorjahren, sagt Organisator Holger Eckert vom Aufschwung Auerbach. Auch der Vorverkauf lief nicht so gut: 212 Tickets zeigen, dass sich viele Menschen erst kurzfristig entscheiden, was sie am Abend unternehmen wollen. "Trotzdem haben wir sehr viel positives Feedback von den Gästen erhalten."

Auch die Wirte dürften zufrieden gewesen sein, blieben doch viele Gäste bei der Musikumrahmung zum Essen. Von Anfang an war das "Kreuzbräu" voll belegt, was wohl dem treuen Stammpublikum des Lokals und der Musik von "Der Dicke und der Belgier" zu verdanken war.

Jung geblieben

Vor allem jüngeres Publikum lockte DJ Shteeg mit seinen Rhythmen in das „Roadhouse“. © Brigitte Grüner


Das Kneipenfestival hat Tradition und ist doch auch jung geblieben. Dafür sorgten am Samstag die beiden DJs, die in Auerbach keine Unbekannten sind. Im "Roadhouse" legte DJ Shteeg auf, und gegenüber im "V2" war DJ Alex Estevez für die Musikauswahl zuständig. Sie heizten in den beiden Locations den Fans von Techno-Rhythmen, House-Musik und allem, was besonders bei jungen Leuten gut ankommt, ein.

Die Veranstaltung startete im "Weißstadl" am Schloßhof, wo die Nachwuchsband "Dynamix" nach ihrer viel versprechenden Premiere vor zwei Jahren wieder ihr Publikum begeisterte. Nicht nur Coversongs von Pink und anderen Größen des Show-Geschäfts, sondern auch eigene Kompositionen hatten die vier Jugendlichen im Repertoire.

Einige der engagierten Künstler waren nicht zum ersten Mal in Auerbach. "Oft wollen die Wirte wieder die gleiche Gruppe", berichtet Eckert. Gerne engagiere der Veranstalter Musiker, die früher gut angekommen sind. Berge häufiges Ausprobieren doch stets auch das Risiko, einen Fehlgriff zu tun. Erstmals dabei war in diesem Jahr "Tim Brown mit Eddy", den man von den Superstar-Castings mit Dieter Bohlen kennt.

Schon lange nicht mehr gehört hatte das Publikum Mike Hempel, der in "Wittmann’s Bistro" unter anderem Gitarre und Mundharmonika spielte, und Andreas Spranger, der im "Schlusslicht" vor mehreren Generationen von Zuhörern sang und musizierte. Fetzig und mit breitem Repertoire präsentierten sich "Käptn Iglo" in der "Ristobar Venezia".

Seit über 20 Jahren veranstaltet der Aufschwung Auerbach das Kneipenfestival. Bewährt hat sich auch in diesem Jahr wieder die Sperrung der Innenstadt, lagen doch sieben von acht Locations im Zentrum und jeweils nur maximal zwei Gehminuten voneinander entfernt. Mit Ausnahme des "Kreuzbräus" in der Bernreuther Straße war es ein Kneipenfestival der kurzen Wege. "Das war unser Ziel von Anfang an", erläutert Hermann Wiesner.

Der "Aufschwung" habe nach dem Sommer mit vielen Vereinsfesten und Kirchweihen etwas für die Wirte in der Innenstadt anbieten wollen. Nicht einfach sei die Auswahl der Bands. "Große Lokale und Säle sind Mangelware", so Eckert. Deshalb könne der "Aufschwung" oft nur Alleinunterhalter oder Duos engagieren.

BRIGITTE GRÜNER

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