Sonntag, 17.11.2019

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Oldtimer der Feuerwehr Hüll wird ersetzt

Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Feuerwehr Hüll ein neues Einsatzfahrzeug bekommt. Braucht es ein Weiteres? - 25.10.2019 07:55 Uhr

Kommandant Andreas Lorek und das rot-orangene Auto, dass die Feuerwehr Hüll seit 1989 hat. Ersatzteile sind kaum noch zu kriegen, weshalb es bald als Einsatzfahrzeug abgelöst wird. © Foto: Klaus Trenz


Für den Stadtrat Betzenstein war deshalb die Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs unumgänglich. Einstimmig entschloss man sich zum Kauf eines gebrauchten Tragkraftspritzenfahrzeuges (TLF) vom Markt Cadolzburg mit Kosten in Höhe von 7700 Euro.

Kommandant Andreas Lorek ist jedenfalls mit seinem Latein am Ende. 15 Jahre lang hat der Autoschlosser sich immer wieder um den Ford, den man 1989 mit der Lackierung der Nürnberger Berufsfeuerwehr gebraucht bekommen hat, gekümmert und repariert. Zudem hat man Pumpe und Ausrüstung selbst in das Fahrzeug eingepasst sowie jeden Quadratzentimeter genutzt. "Das Auto hat gute Dienste geleistet", sagt Lorek. Aber jetzt hat es seinen Zenit erreicht. Selbst gebraucht gebe es die Einspritzpumpe kaum mehr und Ersatzteile für das Auto mit dem Baujahr 1984 seien nicht mehr zu finden. Ein gebrauchtes Ersatzteil in das Auto einzubauen, für das man keine Funktionsgarantien habe, hält Lorek für keine gute Idee.

Lorek hat das neue Fahrzeug mit rund 18 000 Kilometern auf dem Tacho begutachtet, erklärte Bürgermeister Claus Meyer in der Stadtratssitzung und habe es für einsatzbereit und in gutem Zustand erklärt. Es bietet mehr Platz für die Ausrüstung und, so Meyer erleichtert, "passt rein ins Feuerwehrhaus".

Der Stadtrat genehmigte die Anschaffung ohne weitere Diskussion, hatte aber beim nächsten Tagesordnungspunkt Redebedarf. Es ging ebenfalls um ein neues Feuerwehrfahrzeug, das zwar noch nicht angeschafft ist, aber in den Gerätebeschaffungsplan des Landkreises aufgenommen werden soll. Die Gefährdungsanalyse von Kreisbrandmeister und Stadtrat Werner Otto im Rahmen des Feuerwehrkonzepts hat ergeben, dass im Gemeindebereich ein geländegängiges und mit Schaumlöschmittel ausgestattetes Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 zur Sicherstellung des Brandschutzes, insbesondere in Bereichen mit nicht ausreichender Löschwasserversorgung beziehungsweise mit großem Löschwasserbedarf, notwendig sei. Dies habe die Feuerwehrführung des Landkreises bestätigt, auch habe sich im trockenen Sommer bei mehreren Flächenbränden das Fehlen eines solchen Fahrzeuges bemerkbar gemacht. "Es gibt Ortsteile, in denen die Löschwasserversorgung nicht berauschend ist", so Otto.

Bei der Aufnahme in den Gerätebeschaffungsplan sichere sich die Stadt eine Förderkulisse mit Staats- und Landkreiszuschüssen, bei der Stadt ein Kostenanteil von rund einem Drittel der Anschaffungskosten verbleiben. Bei einem aktuellen Preis eines TLF von rund 290 000 Euro müsste die Stadt Betzenstein also rund 100 000 Euro tragen. Meyer betonte, dass man nicht verpflichtet sei, das Fahrzeug anzuschaffen und schon gar nicht in den nächsten Jahren. Vielmehr sei es aber jetzt wichtig, so Otto, "dass wir den Fuß in den Beschaffungsplan bekommen, sonst ist der Zug mit der Förderung abgefahren".

Die Anforderungen an die Feuerwehren stiegen an, erklärte Richard Engelhardt (FW), deshalb werde man ein derartiges Fahrzeug in Zukunft brauchen. Lothar Kornburger (CSU) erinnerte an die gemeindliche Aufgabe des Brandschutzes. Außerdem könne man das Vorhaben auch verfallen lassen, sollte man sich das Fahrzeug in einigen Jahren nicht leisten können.

Lösung wird finanziell "weh tun"

Reinhold Häberlein (FW) und Matthias Hümmer (CSU) stimmten gegen die Aufnahme des Fahrzeugs in den Gerätebeschaffungsplan. Häberlein hielt ein weiteres Feuerwehrfahrzeug für Luxus und befürchtete, das Personal dafür nicht aufbringen zu können. Hümmer war davon überzeugt, dass man mit Wasserfasshängern auskommen kann. Im Zuge einer Umstellung der Alarmierung stimmte der Stadtrat für die Aufnahme von 44 Funkmeldeempfängern für die acht Feuerwehren der Stadt Betzenstein mit der Option von 23 zusätzlichen Geräten.

Im Verlauf der Diskussion über das Feuerwehrfahrzeug machte Meyer deutlich, dass in der Prioritätenliste die Feuerwehr Spies weiterhin ganz oben stehe. Hier geht es ebenfalls um ein neues Feuerwehrfahrzeug und um einen Umbau des Feuerwehrauses. "Für Spies werden wir eine Lösung brauchen, die wird finanziell weh tun."

KLAUS TRENZ

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