Dienstag, 19.11.2019

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Outdoor-Tag für die ganze Familie lockte

Wie sich der Frankenpfalzpokal in Plech für die breite Masse öffnet - 27.05.2018 16:55 Uhr

Start der Wanderer beim Frankenpfalzpokal in Plech.


Am Samstag war die Marktgemeinde fest in der Hand von Wanderern und Läufern, die um den Frankenpfalzpokal kämpften. Nicht nur ambitionierte Sportler verbrachten einen erlebnisreichen Tag im Veldensteiner Forst. Es war ein Outdoor-Sporttag für die ganze Familie.

Zum ersten Mal hat der Heimatverein Plech einen solchen Outdoor-Tag in Eigenregie organisiert. Erfahrungen mit Großveranstaltungen dieser Art aus den vergangenen beiden Jahren seien dabei sehr hilfreich gewesen, hieß es von Veranstalterseite. Das Ziel und damit auch das Programm waren allerdings etwas verändert worden: Denn von Anfang an stand fest, dass es vor allem um ein sportliches "Draußensein in der Natur" gehen sollte, bei dem auch Familien und Einsteiger auf ihre Kosten kommen sollten. So gab es neben dem Frankenpfalzlauf nun auch eine Langstreckenwanderung über das Pegnitztal zwischen Velden und Rupprechtstegen bis zum Hohenstein sowie eine kürzere Variante für Wanderer. Während bei der langen Tour mit über 35 Kilometern Strecke 513 Höhenmeter bewältigt werden mussten, kamen Teilnehmer der "Natur-Genießer-Runde" bereits nach 18 Kilometern und 328 Höhenmetern ins Ziel. Kondition wurde aber allen Teilnehmern abverlangt. In der Nähe von Hormersdorf verliefen beide Strecken dann bis zum Ziel an der Mehrzweckhalle in Plech auf demselben Weg. Ein Höhepunkt war damit für alle Wanderer die Begehung des Eibgrates bei Spies.

Eine gute Vorbereitung

Swetlana und Thomas Herold waren nicht nur die Ersten bei der Anmeldung zur langen Wandertour, sondern auch die schnellsten auf der Strecke. "Für uns ist das eine Vorbereitung auf die ,24 h von Bayern‘-Wanderung in drei Wochen", berichteten die beiden Betzensteiner. Dort wollen sie eine Strecke von rund 76 Kilometer an einem Tag bewältigen. Zusammen mit Jens Emig aus Darmstadt und Matthias Schamel aus Ottenhof kamen sie als Erste von der langen Strecke zurück. Das Warm-up für alle Teilnehmer hatte zuvor Wolfgang Baumann übernommen.

Später steckten längst nicht alle Wanderer, die sich für die lange, reizvolle Strecke entschieden hatte, die Kilometer so lässig weg. Michaela Szyszak aus Plech etwa war zum ersten Mal bei einer solchen organisierten Langstreckenwanderung dabei. "Ich kann ja jederzeit abbrechen", sagte die Frau zu sich selbst, als der Countdown schon lief. In Velden, an der ersten von drei Verpflegungsstationen, wechselte sie ihre Schuhe und teils die Bekleidung.

Mit der Hitze gekämpft

Mit Käthe Beck aus Betzenstein kam die Plecherin zwar erschöpft, aber überglücklich und stolz, nicht aufgegeben zu haben, ins Ziel. "Man merkt halt, wer regelmäßig auf Schusters Rappen unterwegs ist", so ihr knappes Statement nach dem Zieleinlauf. Die Wärme machte auch anderen Wanderern zu schaffen. Insbesondere auf den letzten fünf Kilometern hatten manche ihren Tiefpunkt erreicht. So auch Sabine May, die mit Mann Andreas und Renate Wolf aus Sulzbach angereist war. Die Streckenwahl, die Verpflegung unterwegs und der familiäre Charakter des Wander-Events gefielen der Sulzbacher Gruppe sehr gut. Ein Lob, das viele Wanderer teilten.

Für alle, die einmal einen "Trailrun" mitmachen wollten, sich jedoch eine längere Strecke nicht zutrauten, wurde erstmals ein Trailrun über 7,5 Kilometer für Einsteiger konzipiert. Diesen gewann bei den Frauen Elke Deinzer und bei den Männern Anton Eisenmann. Die Gewinner des Frankenpfalzpokals, der heuer zum zweiten Mal ausgetragen wurde, sind beim Trailrun auf der 16 Kilometer-Kurzdistanz Janine Dorn aus München und Florian Lang aus Simmonshofen bei Lauf. Beim 31 Kilometer-Run gewannen indes Claudia Federsel aus Pyrbaum und Robert Stadler aus Amberg.

Insgesamt hatten sich 15 Teilnehmer für diese sogenannte Mitteldistanz gemeldet. Dort war auch der Auerbacher Georg Neumüller mit der Startnummer 312 unterwegs. Für ihn war es ein Trainingslauf für einen Marathon in vier Wochen in Alaska. "Wenn man mal schön laufen konnte, ging es gleich wieder bergauf", resümierte der Auerbacher. Er, wie auch andere Teilnehmer, bemängelte fehlenden Markierungen, die wohl Scherzbolde entfernt hatten.

Einmal ist Neumüller beim Bergablaufen gestürzt. "Schön war es trotzdem, durch unsere herrliche Landschaft vorbei an mächtigen Felsen zu laufen. Nur die Temperatur machte mir zu schaffen", sagte der 59-Jährige.

Neu beim Outdoor-Tag waren Moutainbiketouren. Die lange Strecke, mit Fritz Lederer als erfahrenen Guide, führte die Teilnehmer weit in die Fränkische Schweiz. Auf anstrengende Trails folgten Pausen, meist bei schönen Aussichtspunkten. "Die Gruppe gibt das Tempo und die Entfernung vor, wir haben keine fest vorgegebene Route, skizzierte der Ottenhofer vor Fahrtantritt.

Mit dabei in einer der Bike-Gruppen war Helmut Lay vom Forstamt in Neuhaus. Ihm hat es viel Spaß gemacht, auch mal außerhalb seines Arbeitsbereiches in den Wäldern unterwegs zu sein. Über die Eislöcher und das Hufeisen reichte die Tour bis nach Auerbach. Eine fast 35 Kilometer lange Strecke fuhren derweil die E-Biker unter Leitung von Michél Giesche aus Egloffstein. Dort war Detlef Poppel dabei, der seit einem Jahr ein E-Bike hat und seine bisherigen Erfahrungen damit als positiv bewertet. "Man wird nicht jünger", erklärte der Spieser. Auch der Osternoher Georg Seybold schwärmte noch lange danach bei einem Seider-Bier von der MTB-Tour mit dem E-Bike: "An den Kammerweihern bin ich zuletzt vor 30 Jahren gewesen", sagte der 69-Jährige. "Man kann es fast nicht glauben, wie hügelig der Veldensteiner Forst ist – ein Traum für mich."

In die Unterwelt

Am Nachmittag traf sich eine weitere Gruppe zu einer geführten Höhlenwanderung. Die Strecke führte über die Saalburggrotte zum Rohenloch, ehe die Teilnehmer unter der Leitung von Marlene Deß die Geislochhöhle erreichten. In zwei Gruppen fuhren die Höhlenwanderer dann in die Unterwelt des Geisloches. Dort übernahm Fritz Brütting die sachkundige Erklärung der Entstehung und Nutzung der Höhle. Die Gesamthöhlenlänge beträgt rund 145 Meter. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dort zu Heilzwecken Lehm abgebaut. Daraus gepresste Tabletten sollten gegen Magenbeschwerden helfen. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg sind solche Tabletten im Original zu bestaunen. Die geplante Gesundheitswanderung entfiel mangels Teilnehmern.

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In und um Plech kamen alle Sportskanonen in freier Natur auf ihre Kosten: Beim Outdoor-Tag am Samstag wurde gewandert, gelaufen und die Umgebung mit dem Mountainbike erkundet.


Udo Schuster

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