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Parkchaos in Pottenstein: Stadt sucht nach Verbesserungen

Verkehrslawine an Pfingsten setzt Diskussion in Gang. Stadt sucht mit Betreibern von Freizeiteinrichtungen nach Verbesserungen. - 30.06.2020 07:55 Uhr

An der Hauptstraße in Pottenstein sind Parkplätze heiß begehrt. In kleinen Ortschaften und an Freizeiteinrichtungen ist die Verkehrssituation an Wochenenden und Feiertagen dramatisch. Zeitweise gibt es kaum ein Durchkommen. © Foto: Ralf Münch


An Pfingsten war es zuletzt richtig schlimm. Nach Ende der Corona-Ausgangsbeschränkungen strömten die Gäste aus nah und fern in den Ort und zu den umliegenden Ausflugszielen. Alexander Berner kann sich gut erinnern: "Das war schon heftig. Besonders in Weidenloh gab es wegen der vielen Wanderer und Kletterer, die hier parkten, kein Durchkommen mehr." Ärgerlich seien aber vor allem die vielen Wildcamper, die an jeder Ecke, die sie finden, einfach ihre Fahrzeuge abstellten. Der Stadtrat der Bürgerunion wird deutlich: "Pottenstein und seine Ortsteile sind halt ein verzwicktes Loch, was die Parksituation betrifft."

Lange Fahrt zum Einsatz

Der 48 Jahre alte Weidenloher musste am Pfingstmontag wieder einmal hautnah erleben, was es bedeutet, wenn man an solchen Tagen mit dem Auto fahren muss. Wegen eines Einsatzes wollte der Bergwachtler nach Pottenstein und brauchte dafür fast 20 Minuten. "Normalerweise bin ich in fünf Minuten dort. Aber an diesem Tag war alles dicht. Die Leute parkten ihre Autos überall – an Feldwegen, auf Wiesen und in Hofeinfahrten."

Der Stadtrat Pottenstein sprach dieses Problem auch in der jüngsten Bauausschusssitzung an, hat aber selbst keine Lösung parat. "Ich bin auch ratlos. Wir haben halt nicht mehr Parkplätze und können nur auf die Vernunft der Leute hoffen. Aber viele sind einfach unbelehrbar. Vielleicht wäre ein Shuttlebus die Lösung?" Klar spricht sich Berner gegen einen Parksheriff aus: "Das ist keine Lösung."

Bürgermeister Stefan Frühbeißer ist sich der Problematik natürlich bewusst. "Der Besucherandrang an der Pottensteiner Erlebnismeile hat gerade nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in diesem Jahr an Spitzentagen deutlich zugenommen." Deshalb reichten am Pfingstwochenende die Parkplätze nicht aus. Man müsse hier allerdings grundsätzlich anmerken, dass die Betreiber der Freizeiteinrichtungen selbst für eine ausreichende Zahl Stellplätze sorgen müssten.

"An Spitzentagen jedoch, und das zeigt sich in allen beliebten Ferienregionen, kommt es zu Engpässen. Es ist bezeichnend für erfolgreiche Tourismusregionen, dass in der Regel dem attraktiven Angebot entsprechend ausreichend Parkplätze vorhanden sind, diese aber zu den vielfrequentierten Ausflugstagen dem Andrang nicht in jeder Hinsicht gerecht werden können." So sei es auch in Pottenstein. Während die Parkplätze außerhalb der Urlaubs- und Ausflugszeiten meist leer seien, kämen sie an wenigen Tagen im Jahr an die Kapazitätsgrenze.

Zusätzliche Stellplätze angelegt

Die Stadt verfolge seit vielen Jahren das Ziel, Verbesserungen in Abstimmung mit den Betreibern der Freizeiteinrichtungen zu erreichen. Frühbeißer führt einige Beispiele an: "Die Flächen der Wanderparkplätze wurden an bestimmten Orten so weit möglich vergrößert, darunter die Wanderparkplätze Leienfels und Elbersberg, oder sie würden im Zuge anstehender Dorferneuerungsmaßnahmen wie in Püttlach eingeplant. In Pottenstein selbst wurde im Zuge der Neugestaltung des Uferweges Kulturpark Oberes Püttlachtal ein zusätzlicher Parkplatz angelegt und weitere Stellflächen sind als Teil dieses Gesamtprojekts geplant."

Bei der Planung des Skywalks sei auf Anregung der Stadt die Verlagerung des Einstiegs der Sommerrodelbahn auf die Höhe am Langen Berg durchgeführt worden. Damit habe man wesentlich zur Verbesserung der Parksituation und der allgemeinen Verkehrssituation an der B 470 beitragen können.

Insgesamt verfolge man die Strategie, die Neuansiedlung von Einrichtungen weg von der stark frequentierten B 470 zu entzerren. "So werden diese Bereiche etwas entlastet und eine wirtschaftliche Bereicherung insbesondere für die arg gebeutelte Gastronomie auch in andere Teile der Gemeinde gebracht", betont der Bürgermeister.

Mit dem Flyer "Erlebnismeile" werde der Gast auf die kurzen Wege zwischen den Einrichtungen und den Parkplätzen hingewiesen. Damit optimiere man die freien Plätze. "Wir führen mit den Betreibern der Einrichtungen ein jährliches Gespräch, an dem Erfahrungswerte diskutiert werden und dann bei Bedarf auch Erweiterungen vorgenommen werden." Bei neuen Einrichtungen würden im Rahmen des Bebauungsplanes stets auch verkehrsrechtliche Belange und die Parkplatzsituation geprüft und mit den Fachstellen erörtert.

Pkw-Verkehr soll reduziert werden

Die Zahl der Wohnmobilstellplätze im Gemeindebereich habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. "Damit werden auch die allgemeinen Parkplätze entlastet."

Durch die Einführung der Freizeitlinie des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg), diversen Verbesserungen im Radwegenetz wie aktuell zwischen Elbersberg und Willenreuth und Kirchenbirkig-Regenthal sowie dem geplanten Beschilderungssystem "Erlebnismeile Pottenstein" soll der Individualverkehr vor Ort insbesondere bei den PKW reduziert werden. "Ein großes Problem sind derzeit auch die Arbeiten an den Lückenschlüssen an der B 470 und an vielen Staatsstraßen", sagt Frühbeißer.

Letztlich könnten aber alle Maßnahmen zur Erweiterung von Parkplätzen aber nur durchgeführt werden, wenn es in der Abwägung aller Belange vor allem bei Naturschutz und Wirtschaftlichkeit auch vertretbar und sinnvoll sei. "Und nicht zuletzt muss man immer auch schauen, ob und zu welchem Preis man die erforderlichen Grundstücke kaufen kann."

UDO FÜRST

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