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Samstag, 24.08.2019

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Partner in der Not: Neuer Laden eröffnet in Pottenstein

Notleidende finden in der Innenstadt künftig Ansprechpartner und Helfer - 14.08.2019 18:00 Uhr

So haben sie sich das vorgestellt: Andrea Eichenmüller (rechts) und Monika Blechschmid (links) kommen im Elisabeth-Laden mit Passanten ins Gespräch.


  Wer in das kleine Geschäft in der Hauptstraße 3 kommt, der sieht zwei Frauen, die entspannt an einem kleinen Tisch mitten im Raum sitzen. Die beiden stellen sich als Andrea Eichenmüller, die Vorsitzende des Elisabethvereins, und ihre Stellvertreterin Monika Blechschmid vor. "Wir wollen in diesem Laden ein niederschwelliges Gesprächsangebot schaffen", erklärt Eichenmüller. Neben dem Geschäft dient der Raum also noch in anderer Funktion – mehr Treffpunkt als Geschäftsstelle.

"Die Geschichte", so die 50-jährige Andrea Eichenmüller, "geht nicht mit der Eröffnung des Ladens am 1. Juli los, sondern vor elf Jahren." Damals feierten die Pottensteiner gerade das 780. Jubiläum des Aufenthalts der heiligen Elisabeth auf der Burg. Im Zuge dieser Feier gründete sich der Elisabethverein, der es der Legende der Heiligen gleich tun und sich für Menschen in Not einsetzen will – speziell für alte Menschen und jene, die trauern. "Daher haben wir auch unseren Slogan: Dem Leben die Hand reichen, auch über den Tod hinaus", erklärt Andrea Eichenmüller.

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Verein will Trauernden Raum geben

Der Verein will der Trauer Raum geben. "Für Trauernde ist es schwer in unserer Gesellschaft, gerade dann, wenn es um einen nahestehenden Menschen geht oder der Tod plötzlich kam. Das macht den Abschied noch schwerer", sagt die Vorsitzende. Auch Demenz sei ein Thema. Dazu biete der Verein unter anderem Vorträge und Seminare an.

In den Räumen, in denen Eichenmüller bis vor kurzem noch den Bioladen betrieb, ist nun nichts mehr Bio. Der Verein verkauft hier kleine Geschenke, Handreichungen, Glückwunsch- und Trauerkarten. Oder, wie es die stellvertretende Vorsitzende Monika Blechschmid formuliert: "Wir verkaufen Kleinigkeiten, die Freude machen. Wie Elisabeth gesagt hat: ,Wir sind auf dieser Welt, um die Menschen froh zu machen‘".

Einnahmen fließen in die Vereinsarbeit

Die Einnahmen aus dem Geschäft fließen komplett in die Vereinsarbeit. "Wir sind ein Verein von Ehrenamtlichen, der sich sonst aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert", erklärt die 50-Jährige. Der Elisabethladen sei eine weitere Einnahmequelle, aus welcher der Verein seine gemeinnützigen Aktionen finanzieren wolle, so die Vorsitzende: "Wir bieten am 14. September einen Ausflug zum Brombachsee an, inklusive An- und Abreise und einer Schifffahrt. Das ist mit den fünf Euro, die wir verlangen, nicht gedeckt", rechnet Andrea Eichenmüller vor, deren Verein inzwischen über 80 Mitglieder zählt.

"Wir bringen natürlich alle unterschiedliche Hintergründe mit, aber sind ein vom christlichen Menschenbild geprägter Verein", sagt Andrea Eichenmüller. Gerade für Konfessionslose sei das Trauern noch härter. "Für die wollen wir natürlich auch da sein", betont Andrea Eichenmüller mit einem Lächeln.

Und genau dazu soll der Laden auch dienen: "Wer mit uns sprechen will oder unsere Hilfe braucht, findet uns hier." 

JULIAN SEIFERTH

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