Innenstadt soll schöner werden

Pegnitz bekommt 190 000 Euro aus Städtebauförderung

30.7.2021, 15:00 Uhr
Des einen Freud, des anderen Leid: Während die motorisierten Besucher der Stadt die geschäftsnahen Parkplätze schätzen, würden sich andere eine Fußgängerzone oder zumindest teilweise verkehrsberuhigte Bereiche in der Stadt wünschen.

Des einen Freud, des anderen Leid: Während die motorisierten Besucher der Stadt die geschäftsnahen Parkplätze schätzen, würden sich andere eine Fußgängerzone oder zumindest teilweise verkehrsberuhigte Bereiche in der Stadt wünschen. © Foto: Udo Fürst

"Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne" heißt das Programm, für das der Bund und die Länder insgesamt 100 Millionen Euro ausgeben. "Zentrales Ziel des Programms ist es, die Stadt- und Ortsmitten zu bewahren, attraktiver und zu identitätsstiftenden Standorten für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur zu entwickeln", beschreibt die Bundesregierung ihr Ansinnen. Mit seinem integrierten Ansatz ziele das Programm auf die Bewältigung der Herausforderungen von Innenstädten, Stadtteilzentren und Ortskernen, die durch Funktionsverluste, Gebäudeleerstände und abnehmende Nutzungsintensitäten bedroht seien.

Ortszentren stärken

Bei der Bund-Länder-Städtebauförderung sollen die Kommunen bei der Stärkung ihrer Ortszentren, der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Revitalisierung von Brachflächen unterstützt werden. Der Fördersatz beträgt in der Regel 60 Prozent. Interkommunale Zusammenarbeit und Maßnahmen im Bereich von Erhaltungssatzungen können mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden. Für Gemeinden, die Flächen schonen, erhöht der Freistaat den Fördersatz auf 80 Prozent, bei besonders finanz- und strukturschwachen Gemeinden – und das dürfte auf die Konsolidierungsgemeinde Pegnitz zutreffen – sogar auf bis zu 90 Prozent.

Der Zuwendungsbescheid für Pegnitz werde laut Bürgermeister Wolfgang Nierhoff circa 190 000 Euro betragen. Das Geld soll in erster Linie für drei Vorhaben verwendet werden: die Möblierung der Innenstadt, LED-Displays (elektronische Anzeigetafeln) und ein Parkleitsystem. "Damit können wir Einheitlichkeit in die Stadt bringen", sagte der Bürgermeister.

Konkret verbessert werden soll zum Beispiel die Außengastronomie, wo sich Nierhoff einheitliche Stühle und Tische vorstellen könnte. Und das scheint dringend nötig, wie folgendes Resümee aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) beweist. "Die Außengestaltung der innerstädtischen Betriebe (Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister) sowie die Ladengestaltung der Einzelhandelsbetriebe fällt vielfach deutlich hinter dem zum Teil in Außenbereichen verwirklichten ‚State of the Art‘-Standard zurück."

Viel zu tun

Weiter kamen die Planer zu folgendem Ergebnis: "Auch wenn im historischen Bereich der Innenstadt eine Reihe von attraktiven Platz- und Gebäudestrukturen zu verzeichnen sind, wird die Atmosphäre in den zentralen Geschäftsbereichen durch eine hohe Zahl von Leerständen sowie durch eine Reihe von unattraktiven, nicht mehr zeitgemäßen Architekturelementen bestimmt." Kritisch setzt sich das ISEK auch mit der Verkehrssituation in der Innenstadt auseinander. So werden die mangelnde Bewegungsfreiheit und die Aufenthaltsqualität für Passanten zwischen den Geschäften durch den sowohl fließenden als auch ruhenden Verkehr kritisiert. "Eigentlich dem Fußgänger vorbehaltene Bereiche werden dabei in vielen Fällen von haltenden beziehungsweise parkenden Fahrzeugen belegt."

Parkleitsystem ist ein Ziel

Zu den Zielen des ISEK gehört auch ein Parkleitsystem. "Mit einem einfachen Parkleitsystem (Hinweisschilder, Flyer) sind die derzeit erheblichen Defizite in der Beschilderung der vorhandenen Parkplätze abzubauen", heißt es in der Fibel.

Bei der ISEK-Zukunftskonferenz unter Einbeziehung der Bürgerschaft wurden bereits im Jahr 2015 folgende Handlungsanweisungen empfohlen: "Die Parkplatzsituation durch Überprüfung der Beschilderung, durch die Lenkung der Fahrzeugströme auf die Großparkplätze, durch eine neue Namensgebung, durch Parkplätze für Lkw und eine Neuordnung für das Parken in Wohnquartieren zu verbessern." Auch die Barrierefreiheit und Carsharing sowie Mietfahrräder schlug die Zukunftskonferenz vor sechs Jahren vor.

Ein schon im ISEK nur als "langfristiges Ziel" angegebener und nicht ganz einfach umzusetzender Punkt der Stadtentwicklung ist die Verkehrsberuhigung der Innenstadt. Hier treffen "Welten" aufeinander. Während der lokale Einzelhandel dadurch einen weiteren Kaufkraftabfluss befürchtet und glaubt, dass nur ein Parken vor dem Ladenlokal Kundenbindung und Frequenz erzeugt, wünschen sich nicht wenige Pegnitzer eine spürbare Verkehrsberuhigung in ihrem "Wohnzimmer" – am besten durch eine Fußgängerzone.

Die Expertenrunde "Verkehr & Mobilität" schlug damals als eine Möglichkeit vor, den östlichen Bereich der Hauptstraße zur Fußgängerzone zu machen und im Erlenweg Parkplätze einzurichten. Die westliche Hauptstraße sollte befahrbar bleiben.

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