Pegnitz: Leck am undichten Düker

12.8.2018, 08:58 Uhr
Der Düker an der Schlossstraße von oben: Auf Grund eines Lecks tritt das Wasser des Mühlbachs in die Pegnitz aus.

Der Düker an der Schlossstraße von oben: Auf Grund eines Lecks tritt das Wasser des Mühlbachs in die Pegnitz aus. © Klaus Trenz

Der Düker, der den Mühlbach unter der Pegnitz hindurchleitet, hat ein Leck: Das Wasser des Mühlbachs tritt an der Schlossstraße in die Pegnitz aus. Damit der Schaden begutachtet werden konnte, hat das Technische Hilfswerk (THW) in dieser Woche die Wasserunterführung leergepumpt, sagt Christian Bickel vom THW-Ortsverband Pegnitz.

Mit der Kamera erkundet

Eine Kamerafahrt durch die Rohrleitung sollte den Schaden sichtbar machen. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch nicht sicher sein, ob der Düker lediglich einen Riss aufweist oder komplett zusammengebrochen ist.

Gabriele Merz, Leiterin des Wasserwirtschaftsamtes in Hof, sagt nach der Auswertung der Ergebnisse zum Schaden: "Die Rohre selbst sind in Ordnung. Zwischen zwei Rohren ist ein Leck im Betonbauwerk, von dem aus Wasser in die Pegnitz austritt. Man kann mit Sandsäcken arbeiten und mehr Wasser in den Kanal geben." Zusammen mit der Stadt Pegnitz sei man aber noch auf der Suche nach einer endgültigen Lösung.

Das bestätigt auch Andrea Künzl, die stellvertretende Leiterin des Wasserwirtschaftsamtes: "Vor September wissen wir sicher noch nichts. Wann genau da etwas passiert, das können wir erst sagen, wenn wir wissen, wie wir das Problem beheben wollen." Allerdings solle es keine vollständige Erneuerung des Dükers geben, sagt Künzl. Es sei ein punktuelles Problem, und man brauche daher bestimmt keine Runderneuerung. Außerdem sei es kein akuter Schaden.

Problem besteht schon länger

Das Problem bestehe wohl schon länger, nur sei es eben jetzt erst aufgefallen. Der Grund dafür liegt im aktuellen Niedrigwasser: Der Mühlbach führt im Normalfall genügend Wasser, um einen entsprechend hohen Wasserdruck im Düker aufzubauen. "Da würde der Druckverlust durch das Leck nicht so auffallen, die andere Seite des Mühlgrabens bekäme genügend Wasser", erklärt Künzl.

Doch Hitze und Dürre haben den Wasserstand im Mühlkanal weit sinken lassen. So kann durch das Leck im Düker nicht mehr genügend Druck aufgebaut werden, damit noch ausreichend Wasser die andere Seite der Unterquerung erreicht. Als Ursache gibt das Wasserwirtschaftsamt einfachen Verschleiß des Betons an.

Gefahr für den Wasserberg

Doch warum braucht man an dieser Stelle überhaupt einen Düker und lässt den Mühlbach nicht einfach in die Pegnitz münden? Der Grund sei, dass sonst der Wasserberg trockenfalle: Der Mühlbach bewässere die etwas höher gelegenen Gebiete, sagt Künzl, da er an der Stelle Schlossstraße höher liege als die Pegnitz.

Etwas paradox: Obwohl der Mühlbach an der Schlossstraße höher liegt, leitet man ihn unter der Pegnitz hindurch, anstatt oben darüber hinweg. Das sei wohl aus Gründen des Hochwasserschutzes so passiert, vermutet Künzl.

Genau könne man das nicht mehr sagen: Wann der Düker genau gebaut wurde, das wüsste man im Wasserwirtschaftsamt nicht. Sicher scheint nur: Er muss vor dem Jahr 1907 gebaut worden sein, es könne aber genau so gut bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts passiert sein.

Unsere Zeitung stellte bereits am Mittwoch eine Anfrage an den Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab. Diese blieb jedoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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