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Pegnitz tritt auch bei der Förderung der Musik kürzer

Künftig 20 Prozent weniger Mittel für Vereine und Veranstaltungen — Beschlussvorschlag ging mit 11 zu 7 Stimmen durch - 14.03.2019 19:21 Uhr

Die Pegnitzer Sommerkonzerte fallen auch unter die Reduzierung der Stadtzuschüsse in Höhe von 20 Prozent. Im konkreten Fall macht das 600 Euro pro Jahr aus. Im Bild die Gesanggruppe Voces 8 bei ihrem Auftritt in der Pegnitzer Bartholomäuskirche. © Foto: Klaus Trenz


Mit einer Mehrheit von 11 zu 7 Stimmen segnete der Stadtrat in seiner dritten öffentlichen Konsolidierungsrunde die Reduzierung der Zuschüsse für Musikvereine und Musikveranstaltungen um 20 Prozent ab. Dagegen waren die drei anwesenden Mitglieder der FWG-Fraktion, sowie Sandra Huber, Christina Wellhöfer (PEG), Heike Linder-Fiedler (CSU) und Kilian Dettenhöfer (Junge Liste).

Die Reduzierung der freiwilligen Leistungen um 20 Prozent gilt auch für die Kulturreihe Pegnitzer Brettl. Das sind rund 500 Euro, die die Stadt damit weniger ausgibt.

Betroffen sind aber auch die Pegnitzer Sommerkonzerte, die Vhs-Musikerziehung, die Kantorei sowie Musikvereine wie die Büchenbacher Blasmusik, die Feuerwehrkapellen in Trockau und Troschenreuth, die Chorgemeinschaft Büchenbach, die Sängervereinigung und nicht zuletzt der Trockauer St. Thomas-Chor. Bei den Sommerkonzerten macht die Reduzierung zum Beispiel 600 Euro aus, beim St. Thomas-Chor dagegen nur 18 Euro.

Eintrittsgelder bereits erhöht

Das Konsolidierungsgutachten des Kommunalen Prüfungsverbandes kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass auch die städtischen Ausgaben für kulturelle Veranstaltungen auf den Prüfstand zu stellen und möglichst zu reduzieren seien.

Die Verwaltung erklärte dazu in ihrer Vorlage, dass die Kulturveranstaltungen, die die Stadt organisiere, bereits in diesem Jahr reduziert worden seien. Und im Zuge der Neuorganisation seien auch die Eintrittsgelder erhöht worden. Bei den Faust-Festspielen sei der Haushaltsansatz für die Defizitübernahme von in der Spitze 20.000 Euro im Jahr 2018 auf 6000 Euro in diesem Jahr abgesenkt. Tatsächlich ausbezahlt worden seien laut Kämmerer Wolfgang Hempfling im Jahr 2017 an den Festspielverein 15.000 Euro und für 2018 seien 8000 Euro angezeigt worden. Heike Lindner-Fiedler fragte nach, ob denn inzwischen eine Abrechnung des Fördervereins vorläge. "Diese ist jüngst eingegangen", bestätigte Bürgermeister Uwe Raab (SPD). Der letzte Vorhang der Faust-Festspiele fiel in der Saison 2018 Mitte September.

Im aktuellen Haushalt sind nochmals 6000 Euro Defizitausgleich für die Festspiele vorgesehen. "Die Veranstalter rechnen heuer aber mit keinem Defizit mehr", so der Kämmerer. Zudem bekommen die Festspielmacher weitere 6000 Euro für das Marketing der Veranstaltung.

Die Gutachter rechneten der Kommune vor, dass sie in den Jahren 2015 bis 2017 bis zu rund 55.000 Euro jährlich für den Kulturbereich aufgewendet habe. Bei Gesamtausgaben von rund 68.000 Euro stellten die Ausgaben für die Eigenveranstaltungen mit 26.000 Euro den größten Ausgabeposten dar. An Einnahmen konnte die Stadt aber nur 12.000 Euro erzielen. Das Gutachten legt offen, dass bei einzelnen Veranstaltungen die gezahlten Künstlerhonorare die Einnahmen aus Eintrittsgelder übersteigen.

Löwenanteil für Faust-Festspiele

Im Jahr 2017 — auf diese Zahlen bezieht sich das Gutachten — habe die Stadt den Vereinen und Veranstaltern rund 23.000 Euro zur Verfügung gestellt, 15.000 Euro davon hatten damals die Faust-Festspiele in ihrem ersten Jahr in Pegnitz erhalten.

Grundsätzlich schrieben die Gutachter der Stadt ins Stammbuch: Die Wirtschaftlichkeit einzelner Veranstaltungen steigern und Zuschüsse an die Vereine kürzen, was mit dem aktuellen Beschluss erfolgte.

MICHAEL GRÜNER

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