Sonntag, 17.11.2019

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Pegnitz: Wenn der Gospel-Geist durch die Kirche weht

Der Chor African Vocals aus Namibia begeisterte Musikfans jeder Altersstufe - 01.06.2019 07:56 Uhr

Die African Vocals aus Namibia sangen in der Pegnitzer Bartholomäuskirche Gospels und bekannte Hits wie „The lion sleeps tonight“ und sorgten für große Begeisterung. © Peter Spätling


Nicht nur Choräle oder Gospels in der Kirche. Geht das? Ja, das geht. Das geht sogar sehr gut. Und ganz besonders gut geht das, wenn die African Vocals, die A-capella-Gruppe aus Namibia, zu Gast in der Pegnitzer Bartholomäuskirche ist.

Dann wird der Titel eines ihrer Songs "There’s a sweet spirit in this place" hör- und greifbar. Dann hält es das Publikum in einer Kirche, die bis hinauf in die Emporen voll besetzt ist, nicht mehr auf den Plätzen, dann weht an diesem Abend ein ganz besonderer Geist durch das Gotteshaus.

"Kann man diesen Abend beschreiben, in Worte fassen? Schwerlich. Für dieses Chorkonzert müssten die Begriffe "Musik" und "hören" neu erfunden werden . . .", so war es vor zwei Jahren, als die jungen Sänger schon einmal in Pegnitz waren, in den NN zu lesen. Dieser Aussage ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen.

Botschafter Afrikas

Botschafter Afrikas wollen sie sein, Lebensfreude vermitteln, Vorbild für die Jugend sein und ihr Wege in eine bessere Zukunft aufzeigen. Das gelingt ihnen. Mit Gospels, romantischen Liedern, schwungvollen Rhythmen und sehr viel Bewegungsfreude.

Es gelingt ihnen, nicht nur der Jugend Afrikas Werte auf eine musikalisch-künstlerische Art und Weise zu vermitteln, die ihresgleichen sucht. Das Erleben von Gefühlen, Emotionen, von Lebensfreude, Hingabe an Optimismus und Zuversicht, Transzendenz ohne Pathos, das erklären sie nur zu gut.

"Relax and have a good time": Entspannen und einfach eine gute Zeit haben, geben sie dem Publikum zu Beginn als Motto an die Hand und es bedarf keiner Minute, bis die Zuhörer alles Alltägliche hinter sich lassen, bis sie sich fallen lassen in die traumhaften Stimmen der acht Sänger und deren Performance, die auch mal in eine Tanzeinlage mit dem Publikum münden kann. Da erwachen nur durch Gesang und ein wenig Percussion die Stimmen und Geräusche des Dschungels und Rhythmus pulsiert in den Adern. Da geht das Publikum gerne, sehr gerne, mit. Singt mit, swingt mit, schmilzt dahin, gibt sich einem Festival der Sinne von Hören, Sehen und Empfinden hin, wenn unter anderem "The lion sleeps tonight" oder "Only you" erklingt. Englisch, Africans, Suaheli – ein bisschen Sprachunterricht darf auch dabei sein.

Aber nicht nur Rhythmus und überbordende Bewegungs- und Lebensfreude sind Gast an diesem Abend. Auch die sanften, nachdenklichen Töne werden angeschlagen. "Kum Ba Yah", "Jerusalem" oder "Our father" lassen zur Ruhe kommen, regen zum Nachdenken an. Wenn die "Boygroup" dann "Sarie Marais" anstimmt, versagen ohnehin alle Worte. Bei diesem Liebeslied wischen sich auch die hartgesottensten Männer eine Träne aus dem Augenwinkel.

Stehender Applaus

Das Publikum applaudiert zum Schluss stehend, will gar nicht mehr aufhören, gibt sich nicht ohne Zugabe zufrieden und ist dankbar für einen Abend der ganz besonderen Art.

Einen Teil des Erlöses des Abends spenden die Vocals einem Schulprojekt im Township Mondesa in Swakopmund, aus dem die meisten Mitglieder der Gruppe kommen, und wo sich Peter Spätling und seine Frau Magda, die den Auftritt der Gruppe in Pegnitz organisiert haben, mit einem Sozialprojekt seit Jahren engagieren.

ANDREA PFAUCHT

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