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Mittwoch, 17.07.2019

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Pegnitzer Abi-Scherz: "Zwölf Jahre im falschen Film"

Lehrer-Schüler-Duelle und viele Videoclips sorgten im Gymnasium für gute Unterhaltung - 25.06.2019 19:18 Uhr

Barfuß auf dem Bobbycar flitzte Eva-Maria Förster durch die Turnhalle, um einen alten Mantel, Hut und Sonnenbrille einzusammeln. © Foto: Klaus Trenz


Der Jubel und Applaus kannte keine Grenzen für das kreative "Abiversal-Team" aus den Studios von Hollywood, das Alexa-Scherze ("Abilexa") und Partnersuche ("Qship") abgedreht hatte – neben dem "Schuh des Manitu" und anderen Gags.

Skurril: ein Video auf Vietnamesisch und Russisch mit deutschen Untertiteln über die Vorzüge von Bier gegenüber Radler. © Foto: Klaus Trenz


Ziel des lustigen Bühnenspektakels war es, über verschiedene Schüler-Lehrer-Duelle festzustellen, wer besser ist: die Gymnasiasten oder ihre Lehrer. Eine Pädagogin vermisste deshalb am Ende der Show die übliche Kritik am Schulsystem ("zu angepasst"); eine andere Lehrerin war froh drum: "Wir geben uns so viel Mühe mit den Schülern, da ist es immer ungerecht, wenn am Ende scharf reagiert wird."

Souverän im Katzengesichter-Malen: Kunsterzieherin Eva Thiele (2. von rechts) und eine Schülerin (li.) im Live-Wettstreit beim diesjährigen Abischerz. © Foto: Klaus Trenz


Als Moderatoren standen Lucie Göttlicher, Gudrun Peukert und Alex Spahl auf der Bühne. Sie beklagten zu Beginn, dass sie in ihrer Schulzeit nur lasche Filme zu sehen bekommen hätten und resümierten: "Wir waren zwölf Jahre im falschen Film!"

Deshalb hat ihre Klasse also zur Kamera gegriffen und selbst gedreht: Einen Abba-Dance mit dem Schulskelett; einen mafiösen Autorennen-Streifen über Drogen alias Backpulver; etwas Schräges (sogar auf Vietnamesisch und Russisch) über Bier statt Radler und illegale Tanzfreuden im Q-Raum. Hier wirkten frenetisch beklatscht die Lehrer Heike Cohen, Udo Somaruga und Jörg Bertl mit – voll im Tanzrausch, obwohl verboten.

Bei anderen Wettbewerben baten Göttlicher und Spahl einige Pädagogen live auf die Bühne. So musste Andy Lindner einen Abba-Text entschlüsseln, den ihm kleine Handpuppen bruchstückhaft vorsagten. Eva-Maria Förster schwang sich barfuß auf ein Bobbycar und drehte Runden durch die Halle, um einen kuriosen alten Mantel, Hut und Sonnenbrille aufzugabeln.

Quirlige Handyfoto-Kultur

Anita Illig musste in einem scharf choreographierten Tanz gegen Alex Spahl antreten, wobei sie eine sehr gute Figur machte. Am Ende war der Abiturient mit Showtalent aber doch noch gelenkiger. Kunsterzieherin Eva Thiele trat gegen eine Schülerin an und malte jungen Herren sehr souverän Katzenmasken ins Gesicht.

So mündete der Vormittag, der mit einer "Maut" von einem Euro pro eintreffendem Schüler begonnen hatte, und mit etwas Abi-Schminkschrift auf jedem Gesicht, am Schluss in den Kinoreißer von Bully Herbig, waschecht mit etwas Schokoladenreklame drin in der Fränkischen Schweiz gedreht. Danach liefen noch Foto- und Filmschnipsel aus Klassenfahrten und Feten, die wunderbar die heutige, quirlige Handyfoto-Kultur auf die Leinwand brachten, witzig und verrückt.

Lucie Göttlicher verkündete zu guter Letzt stolz das Ergebnis der fünf Duelle: "3:2! Ihr habt euch gegen die Lehrer durchgesetzt!", und Alex Spahl ermutigte die dicht gedrängte, euphorische Menge vor ihm, die über den ganzen Hallenboden verteilt hockte: "Haltet durch! Damit ihr auch mal einen Abischerz machen dürft!" 

THOMAS KNAUBER

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