1000 Tonnen Salz

Pegnitzer Bauhof für den Winter gerüstet

Kerstin_Goetzke
Kerstin Goetzke

Nordbayerische Nachrichten Pegnitz/Auerbach

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20.11.2021, 09:00 Uhr
Wie die Arbeit dieses Mal im Winterdienst wird und wie viel Salz die Kommunen brauchen werden, steht noch nicht fest. Vorbereitet sind sie aber allemal, wie die Umfrage der Redaktion zeigt.

Wie die Arbeit dieses Mal im Winterdienst wird und wie viel Salz die Kommunen brauchen werden, steht noch nicht fest. Vorbereitet sind sie aber allemal, wie die Umfrage der Redaktion zeigt. © Archivfoto: Klaus Trenz

1000 Tonnen Salz hat der Pegnitzer Bauhof eingelagert. 200 Tonnen davon lagern in Pegnitz – "das reicht auf alle Fälle für ein paar Tage, je nach Wetter sogar bis zu zwei Wochen" – der Rest ist beim Lieferanten und kann innerhalb von ein, zwei Tagen nach Pegnitz gebracht werden, wenn nötig. "Der Bedarf ist von Tag zu Tag, von Winter zu Winter unterschiedlich", sagt der Bauhofleiter. Er und seine Kollegen nutzen für den Winterdienst acht Fahrzeuge: fünf Schmalspurfahrzeuge, um beispielsweise Gehwege zu räumen, zwei Unimogs und einen Lastwagen. Und auch von Hand wird Schnee geräumt: "An Straßenübergängen, auf Gehwegen oder Treppen", erklärt Halbleib. Dabei sind die Bauhofarbeiter im Winter im Zwei-Schichten-Betrieb tätig: Sie arbeiten jeden Tag 8,5 Stunden, von 3 bis 20 Uhr, beziehungsweise ist die Rufbereitschaft in dieser Zeit sichergestellt. Außerdem unterstützen fünf externe Unternehmen den Bauhof im Winter.

Die Corona-Auflagen beeinflussen den Winterdienst nicht. "Es sitzt ja sowieso immer nur ein Fahrer in einem Fahrzeug. Und das wird nach jeder Schicht desinfiziert", so der Bauhof-Chef weiter. Bei den anderen Arbeiten sei das anders: Dabei wird darauf geachtet, dass der Mindestabstand eingehalten wird und die Kollegen Masken tragen.

Überstundenabbau im Sommer

Die Überstunden aus dem Winterdienst bauen die Bauhofarbeiter im Frühjahr ab. Sie dürfen dabei in der Regel selbst entscheiden, ob sie diese am Stück oder stundenweise nehmen möchten. "Ausbezahlt werden sie nur in Ausnahmefällen", schiebt Halbleib nach.

Nur die Rufbereitschaft wird laut Tarif ausbezahlt, fügt sein Auerbacher Kollege Matthias Regn hinzu. Auch dort werden die anfallenden Überstunden nach dem Winter abgefeiert. Je nach Wetter und Arbeitsanfall könnten 400 bis 500 Überstunden bei den 18 Bauhofmitarbeitern anfallen. Pro Schicht sind sieben Leute mit sechs Fahrzeugen unterwegs. In Auerbach gibt es drei unterschiedlich große Schlepper, einen Radlader und einen Kleintraktor, die zum Einsatz kommen. Auch von Hand wird geräumt und gestreut.

"Für uns ist das Routine", sagt Regn, der den Dienstplan schon im Oktober erstellt und mit den Kollegen durchgesprochen hat. Seit gut zwei Wochen greift dieser schon und gilt bis 31. März. Wenn es nötig ist, kann er kurzfristig verlängert werden. Auch Salz hat die Stadt genug auf Vorrat, sagt der Bauhofleiter: Etwa 200 bis 230 Tonnen lagern im Bauhof. In einem durchschnittlichen Winter werden 180 bis 220 Tonnen benötigt, weiß Regn.

Weniger ist es beim Bauhof in Pottenstein, weiß Leiter Klaus Eckert: Etwa 80 Tonnen sind im Felsenstädtchen eingelagert. Durch spezielle Lieferverträge sei es möglich, innerhalb weniger Tage mehr Salz zu erhalten. In der Großgemeinde wird nach Priorität geräumt: Zuerst an verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen und nachrangig an Nebenstraßen. "Das spielt sich nach und nach ein. Wir hoffen auf das Verständnis der Bürger, wenn es mal wieder mehr schneit", sagt Eckert. Das Gebiet ist in drei Bezirke eingeteilt: Je ein Fahrzeug ist im Winterdienst im Norden, im Süden und um den Hauptort unterwegs. Externe Unterstützung gibt es dabei nicht, der Bauhof arbeitet alleine: "Das will kaum jemand machen", so der Bauhofleiter.

Noch nicht alles abgegolten

In der Regel werden auch in Pottenstein die anfallenden Überstunden in den Sommermonaten abgebaut. Wegen verschiedener Projekte und Personal-Ausfällen im vergangenen Winter stünden derzeit aber noch Überstunden. Eckert hofft, dass diese noch vor dem Beginn des bevorstehenden Winterdiensts abgegolten werden können. Denn dann arbeiten die Bauhofleute wieder im Schichtdienst und auf Abruf.

Ähnlich ist auch der Ablauf beim kleinen Bauhof in Plech zu: Zwei der drei Bauhofarbeiter haben bei Eis und Schnee im wöchentlichen Wechsel Winterdienst, der dritte erledigt den regulären Dienst. "In der Grundschule oder im Kindergarten ist immer was zu reparieren", erklärt Bauhofmitarbeiter Uwe Unden. "Zu dritt ist die Arbeitsaufteilung ideal", sagt er.

Stressig könne es aber werden, wenn es viel Schnee gibt: Dann müssen die beiden Winterdienstler nachmittags nochmal raus, auch wenn sie mit ihren Fahrzeugen – ein Holder und ein großer Bulldog – bereits ab 3.30 Uhr unterwegs waren. Die anfallenden Überstunden bauen sie im Sommer ab und machen an manchen Tagen mittags Feierabend. "Das hat sich inzwischen eingespielt. Dann mähen wir eine Wiese halt mal später", kommentiert Unden. Das Bestellen von Salz funktioniere in der Gemeinde unkompliziert: Wenn eins der beiden Silos leer werde, meldet sich Unden bei der Verwaltungsgemeinschaft Betzenstein-Plech und ordert Nachschub. Dann wird gemeinsam mit der Nachbarstadt neues Salz beschafft. Im Schnitt braucht Plech 50 Tonnen Salz, also zwei Silos voll.

Wie der ideale Winter(dienst) aussieht, beschreibt sein Auerbacher Kollege Matthias Regn augenzwinkernd: "Es schneit einmal ordentlich, wir räumen und danach ist es kalt, trocken und sonnig, damit der Schnee liegen bleibt."

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